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27. Februar 2008, 07:30 Uhr

Scheer wirft Genossen Verrat vor

Sollte Andrea Ypsilanti in Hessen Ministerpräsidentin werden, wäre er ihr Superminister für Wirtschaft und Ökologie: Hermann Scheer. Im Gespräch mit dem stern übt er massive Kritik an Wolfgang Tiefensee und Finanzminister Peer Steinbrück wegen ihrer Pläne zur Bahnprivatisierung.

Der Ökonom Hermann Scheer hat das Volksaktienmodell für die Bahn entwickelt© Arne Dedert/DPA

Kurz vor der entscheidenden Sitzung des SPD-Parteirates zur Bahnprivatisierung am kommenden Montag hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer massive Kritik an Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) geübt. In einem Gespräch mit dem stern sagte Scheer, es sei "unfassbar", was in Sachen Bahnprivatisierung geschehe. Er sprach von einem "Fanatismus, der da am Werk ist".

Scheer, der in einem möglichen Kabinett Ypsilanti in Hessen als Superminister für Wirtschaft und Ökologie vorgesehen ist, befürchtet, dass durch das von Tiefensee und Steinbrück gemeinsam mit Bahnchef Hartmut Mehdorn favorisierte Holding-Modell "letztendlich der Bahnkonzern zerschlagen, der Personen- und Güterverkehr vollständig an Großinvestoren ausgeliefert wird".

Damit, so Scheer zum stern, passiere genau das, was der SPD-Parteitag in Hamburg im Oktober 2007 verhindern wollte. Dort wurde das von Scheer entwickelte Volksaktienmodell beschlossen. Es sollte verhindern, dass große Investoren Einfluss auf die Geschäftspolitik der Bahn nehmen können.

Scheer, der in einem möglichen Kabinett Ypsilanti in Hessen als Superminister für Wirtschaft und Ökologie vorgesehen ist, befürchtet, dass durch das von Tiefensee und Steinbrück gemeinsam mit Bahnchef Hartmut Mehdorn favorisierte Holding-Modell "letztendlich der Bahnkonzern zerschlagen, der Personen- und Güterverkehr vollständig an Scheer befürchtet, dass Tiefensee und Steinbrück das Holding-Modell "überfallartig" an den SPD-Gremien vorbei und ohne Einbeziehung des Bundestages umsetzen wollen und damit gegen den auch von Beck unterstützten SPD-Parteitagsbeschluss verstoßen würden.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 10/2008

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Hartmut Mehdorn führt den Kampf seines Lebens um den Börsengang der Bahn

 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Bunsenbrenner (27.02.2008, 23:31 Uhr)
Noch so ein Ehrlicher...
Sein Interview unter:
"http://www.stern.de/politik/deutschland/:SPD-Streit-Die-Debatte-Z%FCge/612296.html?id=612296"
sagt eigentlich alles.
SteiniX (27.02.2008, 12:38 Uhr)
Lamentieren
Ich verstehe Herrn Scheer und sein Lamento so: Vor dem SPD-Parteitag in Hamburg ist er doch zum "Volksaktienmodell" umgeschwenkt - hatte seine ehemals entschiedenere Position aufgegeben. Kritiker formulieren damals, dies tue er, damit er ministrabel sei. Auf dem Hamburger Parteitag hatte Herr Conradi nochmals für eine klare Ablehnung der Bahnprivatsisierung geworben. Doch die SPD-Delegierten - darunter Herr Scheer - ließen sich einlullen (hier wurde die "Linke" Frau Nahles eingesetzt, um dem Vorstand und Herrn Tiefensee die Privatisierungsoptionen nicht zu verbauen).
M.E. nach ist Herr Scheer hier mit seinem Lamento nur um Gesichtswahrung bemüht.
Die Politik um die Bahn macht deutlich, was von dem "Linksruck" der SPD zu halten ist. Dieser "Ruck" existiert nur als Werbefloskel für Wähler, die vergessen sollen, was die Schröders, Steinmeiers, Steinbrücks usw. uns eingebrockt haben und auch weiter einbrocken wollen.
Dr.Mabuse (27.02.2008, 08:13 Uhr)
...von Hartmut Mehdorn favorisierte Holding-Modell
...jaja, auch in der SPD gibts ein paar Typen, die dort eigentlich nichts verloren haben !
PPSS (27.02.2008, 08:10 Uhr)
schlussreedakteur...
Er sprach er einem "Fanatismus, der da am Werk ist".
Wer den Fehler findet, darf ihn behalten...
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