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24. Juli 2008, 17:07 Uhr

"I love Berlin"

Obama-Begeisterung in Berlin: Kanzlerin Angela Merkel und ihr Außenminister Frank-Walter Steinmeier entdecken Gemeinsamkeiten mit dem designierten US-Präsidentschaftskandidaten. Auch Obama ist begeistert - er liebe Berlin, sagte er. Gleichzeitig will er die Deutschen in die Pflicht nehmen und bei seiner Rede mehr Engagement im Einsatz gegen den Terror fordern.

Barack Obama musste in Berlin vor allem eines: häufig winken© Michael Dalder/Reuters

Die Wagenkolonne, mit der sich Barack Obama den Weg durch die Straßen von Berlin bahnte, war eines Staatsgastes schon überaus würdig: Motorräder, schwarze Limousinen, weiße Geländewagen, darüber ein Hubschrauber. Als der US-Präsidentschaftsbewerber am Mittag am Kanzleramt eintraf, wurde er von Hunderten Schaulustigen erwartet.

Obama traf sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier - beide sahen danach außenpolitische Gemeinsamkeiten mit dem US-Politiker. Steinmeier sagte nach seinem Gespräch mit dem demokratischen US-Senator, es gebe Übereinstimmungen in der Sicht auf die Krisenherde der Welt. Nach dem separaten Meinungsaustausch mit Merkel sprach Regierungssprecher Ulrich Wilhelm von einem "sehr offenen und in die Tiefe gehenden Gespräch in sehr guter Atmosphäre". Bei den Gesprächen im Kanzleramt und im Außenministerium in Berlin standen vor allem die internationalen Krisenherde wie Afghanistan, Iran und Nahost im Mittelpunkt. Die beiden Treffen des designierten Präsidentschaftskandidaten dauerten jeweils knapp eine Stunde.

Wilhelm sagte, Merkel und Obama hätten die Bedeutung der deutsch- amerikanischen Freundschaft hervorgehoben. Persönliche Erklärungen gaben Kanzlerin und Kandidat wie erwartet nicht ab. Auch für Fragen standen sie nicht zur Verfügung. Nach Wilhelms Angaben wurde auch der Nato-Gipfel 2009, der in Kehl und im benachbarten Straßburg stattfindet, in dem Meinungsaustausch kurz angerissen. Weitere Themen waren die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europa und den USA, Klima- und Energiefragen sowie die Situation der Weltwirtschaft. Anschließend trat Merkel ihren Urlaub an.

Steinmeier sagte nach seinem Treffen mit Obama: "Ich habe auch bei diesem Gespräch noch mal festgestellt, das unsere Philosophie der Außenpolitik "Kooperation statt Konfrontation" auch Ziel seiner außenpolitischen Vorstellungen ist." Es sei darum gegangen, wie Europa und die USA in einer Welt, die nach einer neuen Ordnung suche, gemeinsam handeln könnten und "aus meiner Sicht sogar handeln müssen". Steinmeier warb nach Angaben eines Sprechers für eine verstärkte transatlantische Zusammenarbeit bei Umwelt, Klima und Abrüstungskontrolle.

Obama selbst war auch begeistert: "I love Berlin", sagte er beim Treffen mit Steinmeier. Doch diese Liebesbezeugung war einer der wenigen Sätze, die von ihm zu vernehmen waren - erst am Abend wird Obama sprechen. Dann wird er an der historischen Siegessäule eine Rede halten. Der US-Senator will sich dabei vor allem den transatlantischen Beziehungen widmen. Wie es aus seinem Stab hieß, will er dann auch einen stärkeren Einsatz der Europäer im Kampf gegen den Terror fordern. Der US-Senator hatte bereits angekündigt, im Fall seiner Wahl mehr US-Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Er erwartet auch einen größeren Beitrag der Verbündeten dazu. Die Bundesregierung hatte bereits in den vergangenen Tagen klar gemacht, dass sie Forderungen zu einem größeren Beitrag ablehnt.

Für kurzfristige Aufregung hatte am Mittag ein verdächtiges Paket an Obama gesorgt, das im Hotel "Adlon" nahe dem Brandenburger Tor von einem Taxifahrer abgegeben wurde. Sicherheitshalber wurde Sprengstoffalarm ausgelöst und ein Spezialfahrzeug angefordert. Der Wirbel hatte allerdings einen unverdächtigen Hintergrund: Ein Anhänger Obamas aus Hamburg sandte das Päckchen mit einer Biografie des US-Präsidentschaftsbewerbers an das Hotel und bat um ein Autogramm. Das Rückporto lag bei. Die Polizei riet von dieser Art der Kontaktaufnahme ab. Zu Obamas Schutz sind in Berlin bis zu 1000 Polizisten im Einsatz.

Nicht nur die Politiker, sondern auch die Bürger sind begeistert von Obama: Die Polizei rechnet mit mehreren Zehntausend Besuchern, die die Rede des US-Politikers hören wollen. Bereits Stunden vor der für den Abend geplanten Rede hatten sich rund 1000 Schaulustige an der Siegessäule eingefunden.

Obama -Extra

Obama -Extra Obamas Weltreise in einer nur einer Woche - lesen Sie alles über seine Tournee von Afghanistan bis London im stern.de-Extra "Obamas Auslandstour"
Im aktuellen stern: Barack Obama - Erlöser oder Verführer?

ukl/DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
ecomoc4u (25.07.2008, 15:24 Uhr)
@appaz
sie sind leider aus unwissen bei der redaktion tätig geworden...
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wer heute noch glaubt, bush ist nicht der drahtzieher von 9/11 hat einfach keine bildung, ergo, kein wissen...
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EMPIRE OF THE CITY - Ring of Power
limmer (25.07.2008, 09:11 Uhr)
Eben hemdsärmlig, wie schon immer...
Was interessiert es einen Obama denn, wie es in Europa zugeht. Die hemdsärmlige Denke ist so typisch und armselig !! Aber auch unsere Regierung hätte viel kritischer sein sollen und dieses Wahlspektakel eines noch nicht Gewählten US Senators unterdrücken sollen. Die Symbolik der
Nachkriegsfreundschaft erschließt sich mir nicht mehr. Aber auch, daß Hundertausende einer Laberstunde zuhören, die inhaltsleerer nicht sein kann, verstehe ich nicht....
peterpan1001 (24.07.2008, 21:14 Uhr)
lieber appaz
könntest du mir sagen wo ich übers ziel hinausgeschossen bin in meinen aussagen?
daß 9-11 von der bush regierung unter der leitung von cheney ausgeführt wurde?
ich weiss nur daß die nächsten 4 jahre für die gesamte welt eine katastrophe werden, und nichts mehr so sein wird wie es jetzt ist.
ja juckst mich auch nicht wenn meine artikel der redaktion gemeldet werden.
oder daß sich unter einer neuen regierung egal ob republic oder democrats nichts ändern wird?
(mit einer ausnahme von ron paul)
appaz (24.07.2008, 20:18 Uhr)
Das war (leider) schwach!
Weniger wäre deutlich mehr gewesen.
Statt "tausend" Themen zu streifen und in der Reihenfolge dann auch noch nicht vorhandene Zusammenhänge zu suggerieren, hätte sich Obama besser auf ein paar wirklich wichtige Punkte konzentriert.
Störend auch der Rückblick auf die Zeiten des Kalten Kriegs.
Überzeugend war das nun wirklich nicht! - Damit aber kein Missverständniss entsteht: Ein Anderer als nächster US-Präsident wäre womöglich fatal!
PS
@peterpan1001
Unerträglich Ihr Spiel mit dem Namen des Kandidaten. Da ich dies als rassistische Äußerung auffasse, habe ich Ihren Beitrag bei der Red. reklamiert.
Hätten Sie diesen Unsinn unterlassen und wären des Weiteren in Ihren Aussagen nicht über das Ziel hinausgeschossen, könnte man Ihre Meinung im Übrigen partiell durchaus teilen!
AttaTroll (24.07.2008, 20:01 Uhr)
Terrorismus
Wenn Obama nach seiner Wahl den Top-Terroristen und Massenmörder George W. Bush nach Den Haag ausliefert, hat er mich überzeugt. Vorher nicht. Von seiner Rede war nicht enttäuscht, weil ich nichts anderes erwartet habe. Ist schon ein Armutszeugnis nach über 60 Jahren immer noch von abgeworfenen Lebensmitteln und Kohlen über Berlin zu schwafeln. Schnee von vorvorgestern. Was heute zählt, sind die US-Bomben auf Zivilisten im Irak und in Afghanistan.
VolkmarPruefer (24.07.2008, 19:49 Uhr)
KalterKrieg-Gerede
Ich habe die Rede mit Spannung erwartet. Was höre ich? Gerede wie im kalten Krieg. Als er (der Übersetzer) sagte, wir haben die Sowjetunion besiegt, habe ich den Fernseher aus gemacht!
waldfrucht (24.07.2008, 19:38 Uhr)
Aufmerksam
Gefährliches Halbwissen ... wohin ich schaue.
peterpan1001 (24.07.2008, 19:36 Uhr)
was hör ich gerade
was sagt der gerade im tv: 9-11 sei in hamburg geplant worden? obimbo hat vergessen zu sagen von wem: nämlich von der cia und mossad! 9-11 war ein inside job, geplant und ausgeführt von USisrael.
also wenn ich das hier höre im tv , sehe ich schwarz für ein usa unter obimbo, da wird nix besser
manesse (24.07.2008, 19:19 Uhr)
Bei aller Sympathie
für den Senator wundere ich mich dennoch, dass er seinen Wahlkampf in Berlin führt. Ich finde das unangemessen.
fitness.dk (24.07.2008, 19:18 Uhr)
viel Glueck

Wenn O es schafft - dann haben die UsA eine Zukunft..!
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