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Bahnchef Grube: "Das ist ein Geschenk an die Stadt Stuttgart"

Langsam scheint der Geduldsfaden bei Bahnchef Grube zu reißen: Angesichts der anhaltenden Proteste gegen Stuttgart 21 forderte er die Stadtbewohner auf "doch endlich mal vernünftig" zu werden. Das umstrittene Bauprojekt bezeichnete er "Geschenk an die Stadt".

Bahnchef Rüdiger Grube sieht keine Alternative zu dem umstrittenen Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21" und lehnt einen Baustopp ab. Die wiederholte Kritik der Gegner an angeblichen Kostensteigerungen diene nur dem Zweck, "Stimmung gegen das Projekt zu machen", sagte Grube am Donnerstag im SWR. Er zeigte sich zudem überrascht über das Ausmaß der Proteste und nannte das Projekt "ökologisch und grün". Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Stuttgarter Landtag, Winfrid Kretschmann, hält den Ausstieg aus dem milliardenteuren Projekt dagegen weiter für möglich.

Grube appellierte an die Stuttgarter, "doch endlich mal vernünftig" zu werden und sich bewusst zu machen: "Das ist ein Geschenk an die Stadt Stuttgart." Stuttgart selbst beteilige sich nur mit 200 Millionen Euro an dem Projekt, alles weiteren Mittel kämen aus anderen Kassen, sagte der Chef der Deutschen Bahn AG.

Das von den Projektgegnern vorgeschlagene Konzept "K 21", das vorsieht, den bisherigen Kopfbahnhof zu erhalten, wies Grube als "Phantom" zurück. "K 21" sei nicht günstiger. Außerdem sei auch bei Realisierung dieses Konzepts mit Protesten rechnen, wenn die Trasse durch das Neckartal gebaut würde.

Kretschmann zufolge kann die milliardenteure Umwandlung des Kopfbahnhofs in eine unterirdische Durchgangsstation durchaus noch gestoppt werden. Die Partner könnten die Verträge "selbstverständlich" lösen, sagte er. Kretschmann widersprach damit laut SWR auch dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) der einen Ausstieg für politisch nicht machbar hält.

Unterdessen warnte die baden-württembergische Verkehrsministerin Tanja Gönner (CDU) vor einem Volksentscheid, den die SPD zum Bahnprojekt gefordert hatte. Die Folgen solch eines Plebiszits seien nicht absehbar, sagt Gönner im Hessischen Rundfunk. Es werde möglicherweise nicht nur Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe geben. Dem Land gingen auch Investitionen über einen Zeitraum von zehn Jahren verloren. Gönner will den Vorschlag der SPD gleichwohl prüfen, schloss einen sofortigen Baustopp aber aus.

"Stuttgart 21" gilt als derzeit größtes Infrastrukturprojekt in Europa. Der bisherige Stuttgarter Kopfbahnhof soll durch eine Verlegung in den Untergrund zu einer Durchgangsstation gemacht werden, außerdem soll in Richtung Ulm eine Schnellbahnverbindung entstehen. Die Gegner kritisieren die Kosten, ökologische Folgen und angebliche Sicherheitsgefahren durch das Bauprojekt.

AFP/AFP
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