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Flüchtlingsheim brennt – und Schaulustige jubeln

Erst Clausnitz, jetzt Bautzen: Erneut gibt es in Sachsen einen fremdenfeindlichen Vorfall. Eine geplante Asylunterkunft gerät in Brand, die Anwohner freuen sich lautstark. Einige behindern sogar die Arbeit der Feuerwehr.

Die Feuerwehr löscht den Brand in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Bautzen

Die Feuerwehr löscht den Brand in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Bautzen

Deutschland diskutiert noch immer über die Vorfälle in Clausnitz, da gibt es in Sachsen schon den nächsten fremdenfreindlichen Akt: Wie die Polizei mitteilte, ist eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Bautzen, östlich von Dresden, in der Nacht zum Sonntag in Brand geraten – und Anwohner hätten gejubelt. Die Ursache für das Feuer in dem ehemaligen Hotel ist unklar. Anwohner und Schaulustige reagierten laut Polizei zum Teil mit "unverhohlener Freude" auf den Brand. 

Doch damit nicht genug: Ein 19 und zwei 20 Jahre alte Bautzener erhielten Platzverweise, weil sie die Arbeiten der Feuerwehr "massiv" behindert hätten. Die beiden alkoholisierten 20-Jährigen seien schließlich in Gewahrsam genommen worden, nachdem sie Widerstand geleistet hätten. Beamte nahmen auch die Personalien mehrerer Schaulustiger auf. 


Tillich verurteilt Taten in Clausnitz und Bautzen

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) bezeichnete die fremdenfeindlichen Vorfälle in Clausnitz und Bautzen als "widerlich und abscheulich". Die Vorfälle seien erschreckend und schockierend zugleich, sagte Tillich den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Das sind keine Menschen, die sowas tun. Das sind Verbrecher."

Die Strafverfolgungsbehörden würden konsequent ermitteln und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Solche Taten besudelten "das, was die Menschen an Mut in der friedlichen Revolution aufgebracht haben und den Fleiß beim Wiederaufbau Sachsens".

Auch der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) verurteilte die Vorfälle in Bautzen scharf. Es sei "unerträglich, wie offen und respektlos der Hass auf Ausländer zur Schau getragen wird", fügte er hinzu. "Wir stehen vor einer großen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, diesen Hass aus den Köpfen der Menschen zu bekommen." 


kis/AFP/DPA
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