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4. März 2007, 10:21 Uhr

Goll warnt vor Ex-RAF-Terrorist Klar

Baden-Württembergs Justizminister Goll warnt vor Hafterleichterungen für RAF-Terrorist Klar. Dieser habe schließlich eine halbes Dutzend Menschen getötet und seine Einstellung nicht geändert. Grünen-Politikerin Vollmer wird zudem für ihren Begnadigungsvorschlag kritisiert. stern.de fragt: Was halten Sie von einer Begnadigung der Ex-Terroristen.

Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll hält Christian Klar für immer noch gefährlich© DPA

Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll (FDP) zweifelt an der Ungefährlichkeit des früheren RAF-Terroristen Christian Klar. Dieser bediene sich "auch heute noch einer Sprache wie vor 30 Jahren", sagte Goll der "Bild am Sonntag". "Und niemand sollte vergessen, dass er in dieser Einstellung ein halbes Dutzend Menschen ermordet hat. Deshalb stellt sich die Frage einer fortwährenden Gefährlichkeit." Dies gelte es zunächst zu klären, bevor über mögliche Haftlockerungen entschieden werden könne.

Unterdessen wächst die Kritik an der früheren Vizepräsidentin des Bundestages, Antje Vollmer (Grüne), die eine Begnadigung aller vier noch inhaftierten ehemaligen RAF-Mitglieder befürwortet hatte. "Frau Vollmers Forderung ist absurd. Sie sitzt der romantischen Vorstellung auf, die RAF-Terroristen seien gute Menschen mit hehren Zielen, die sich leider einmal in der Wahl ihrer Mittel vergriffen hätten", sagte Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) der "Bild am Sonntag".

Dieter Wiefelspütz, der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, sagte der Zeitung: "Bei Mord gibt es keinen Schlussstrich - schon gar nicht bei den RAF-Morden. Frau Vollmer sollte sich mit solchen Vorschlägen zurückhalten. Das ist Sache der Justiz und des Bundespräsidenten."

Abstimmung

Was meinen Sie: Sollten die vier noch inhaftierten Ex-RAF-Mitglieder vorzeitig aus der Haft entlassen werden?

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DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Dewerth (05.03.2007, 11:04 Uhr)
Würfelspritz und kein Ende
Dieter Wiefelspütz,: "Bei Mord gibt es keinen Schlussstrich - schon gar nicht bei den RAF-Morden. Frau Vollmer sollte sich mit solchen Vorschlägen zurückhalten. Das ist Sache der Justiz und des Bundespräsidenten."
Der von Ihnen geforderte zwischen den Zeilen lesbare Maulkorb für Frau Vollmar gilt natürlich dann auch für Sie, Herr Wüfelspitz, gelle?
Im übrigen teile ich die Meinung von Frau Vollmer. Und wenn ich dann in euern Augen automatisch ein RAF-Sympathisant bin, kann ich’s auch nicht ändern.
hardrain (05.03.2007, 10:30 Uhr)
Zweifelhafte Gnade!
Politische Verbortheit und selbstgerechtes Geschwurbel über angebliche Zwänge, sich im persönlichem Krieg mit diesem Staat zu befinden, können nicht darüber hinwegsehen: Es handelt sich um eiskalte Killer, die zur Aufklärung und Bewältigung ihrer Morde bis heute weder gegenüber diesem Land und seinen Bürgern noch den zahlreichen Hinterbliebenen irgendetwas Konstruktives beigetragen haben. Im Gegenteil! Ich habe für meine Netzwerkunterstützung 8 Monate gekriegt - zu Recht!
Doc_D (04.03.2007, 13:29 Uhr)
Super Umfrage. Politikeräußerungen fragwürdig.
Eingentlich ist solch eine Angelegenheit klar: Sind die Inhaftierten noch gefährlich, müssen sie im Gefängnis bleiben. Das sieht das Gesetz so vor (Mindesthaftdauer, und so weiter). Und es ist Sache der Justiz das zu beurteilen.
Wo kommt dieses eingentlich in ihrer Umfrage vor?
Und das dumme Geschwätz könnten sich die in diesem Punkt scheinbar ungebildeteten Politiker somit auch sparen.
Diaula (04.03.2007, 13:07 Uhr)
Oh, Mann, Wiefelspütz !
Bei Mord gibt es keinen Schlussstrich ?
Und ob es den gibt, Herr Wiefelspütz. Der Rechtsstaat, unser Strafgesetzbuch, sieht das ausdrücklich vor. Ich bin gerne bereit, die entsprechenden Paragraphen anzugeben.
Und zum anderen, die Politiker sollten sich zurückhalten mit ihren Empfehlungen in dieser Sache. Einverstanden, aber dann sollte Herr Wiefelspöütz dies nicht nur Frau Vollmer vorhalten, sondern auch dem rührigen Ministerpräsidenten in spe Beckstein.
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