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5. August 2010, 11:11 Uhr

Seehofers CSU angeblich im Tiefflug

Der Abwärtssog der schwarz-gelben Koalition in Berlin scheint auch die CSU in Bayern erfasst zu haben. Einem Zeitungsbericht zufolge soll die Seehofer-Partei in einer Wählerumfrage unter 40 Prozent abgestürzt sein - die desaströsen Ergebnisse hielt man deshalb lieber unter Verschluss.

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Ob der liebe Herrgott helfen kann? Auch Horst Seehofers CSU steckt offenbar im Umfragetief© Steffi Loos/DDP

Die CSU ist nach Informationen der "Bild"-Zeitung bei einer bisher nicht veröffentlichten Umfrage auf rund 38 Prozent Wählerzustimmung abgestürzt. In der Sonntagsfrage, die längerfristige Wählerbindungen berücksichtigt, kommen die Christsozialen um Parteichef Horst Seehofer demnach nur noch auf knapp 40 Prozent. Das Blatt beruft sich bei der Meinungsumfrage eines Hamburger Instituts auf Informationen aus CSU-Kreisen.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt ist davon nach eigenem Bekunden nichts bekannt. "Ich kenne keine Umfrage, die die CSU unter 40 sieht, erst recht keine geheime", sagte Dobrindt. "Alle Umfragen, die ich kenne, sehen uns klar über 40 Prozent."

Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein sagte der "Bild" hingegen, seine Partei müsse "höllisch aufpassen, dass sie nicht in den Abwärtssog der schwarz-gelben Koalition gerät". Es gebe die Gefahr, dass auch der CSU konservative Stammwähler verloren gingen, weil ihnen die Richtung in Berlin nicht passe, so Beckstein. "Wir müssen in Bayern alles tun, um nicht vom Negativ-Trend der CDU erfasst zu werden."

Ex-Parteichef Erwin Huber sagte der Zeitung, die CSU sei keineswegs immun gegen den Negativtrend der Union insgesamt. "Wir müssen auf unser eigenes Profil achten und auch die konservativen Wähler bundesweit für die Union ansprechen."

Sorge vor Konkurrenz am rechten Rand

Laut "Bild" wächst in der CSU - wie auch in Teilen der Schwesterpartei - die Sorge vor einer neuen rechtspopulistischen Partei. In der CDU-Spitze in Berlin werde hinter vorgehaltener Hand der Name von Bundesbank-Vorstand und SPD-Mann Thilo Sarrazin als möglicher Kopf einer solchen Partei geflüstert.

Beckstein betonte deshalb: Es gelte der alte Satz von Franz Josef Strauß, dass es rechts von der CSU keine andere demokratisch legitimierte Partei geben dürfe. Seine Forderung: "Die Union darf nicht länger ihre konservativen Stammwähler vernachlässigen."

joe/APN
 
 
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