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6. Juni 2008, 11:22 Uhr

Bundestag verabschiedet Klima-Paket

Die Große Koalition hat ein umfassendes Gesetzespaket zum Klimaschutz durch den Bundestag gebracht. Kern der neuen Vorschriften ist der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, von Ökostrom und Ökowärme.

Bis 2020 soll ein Viertel des in Deutschland erzeugten Stroms aus Anlagen kommen, die gleichzeitig Elektrizität und Wärme liefern© Michael Urban/DDP

Der Bundestag hat nach wochenlangem Streit das erste Klima- und Energiepaket der Bundesregierung beschlossen. Es soll dazu beitragen, dass Deutschland bis 2020 seine ehrgeizigen Ziele beim Kampf gegen die Erderwärmung erreicht. Allerdings kommen damit auf Stromkunden neue Kosten zu.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel lobte die vier neuen Gesetze - das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das Erneuerbare-Wärme-Gesetz, das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz und ein Gesetz zur Liberalisierung des Strom-Messwesens. Dieses Paket sei ein "großer Schritt nach vorne", sagte der SPD-Politiker. Deutschland habe das Ziel, 40 Prozent weniger Treibhausgase bis 2020 auszustoßen, bereits heute zur Hälfte erreicht. An der Verminderung um 21 Prozent, die Deutschland im Kyoto-Protokoll für 2012 versprochen hat, sei man schon jetzt "ganz nah" dran. Die vier jetzt beschlossenen Maßnahme brächten weitere zehn Prozentpunkte, meinte Gabriel.

Konkret soll der Anteil von Ökostrom am Energieverbrauch bis 2020 verdoppelt werden, vor allem Windenergie soll zulegen. Beim Heizen soll der Anteil erneuerbarer Energien durch neue Vorschriften für Neubauten erhöht werden. Der Bundesrat muss noch über die Regelungen entscheiden.

Ein wesentlicher Baustein des Klima-Pakets ist der Ausbau der klimafreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung. Bis 2020 soll ein Viertel des deutschen Stroms aus Anlagen kommen, die gleichzeitig Elektrizität und Wärme erzeugen.

Für das neue Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK-Gesetz) stimmten nur die Abgeordneten von Union und SPD. Wirtschafts-Staatssekretär Hartmut Schauerte lobte den Beschluss. Kraft-Wärme-Kopplung sei enorm "wichtig und gut" für den Klimaschutz, gleichwohl müsse sie bezahlbar bleiben. Beide Ziele würden mit dem neuen Gesetz erreicht. "Wir halten die Mitte", so Schauerte.

Für den Ausbau des KWK-Stroms von heute zwölf auf 25 Prozent sollen 750 Millionen Euro pro Jahr an Förderung ausgegeben werden. Das Geld soll dem Neubau und der Modernisierung von Kraftwerken und Wärmenetzen zu Gute kommen. Die Förderung fließt über Zuschläge auf den erzeugten Strom; bezahlt wird sie über eine Umlage von allen Stromkunden.

Nach Ansicht Gabriels bleiben die Kosten aber im Rahmen. Derzeit bezahle jeder Haushalt drei Euro monatlich für die Förderung von Ökostrom. Dies werde bis 2015 auf maximal fünf Euro im Monat steigen. "Ich finde, für die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder ist drei oder fünf Euro eine verdammt preiswerte Angelegenheit", sagte Gabriel.

"Wir brauchen mehr Geld"

Die Opposition ist skeptisch. FDP-Politikerin Gudrun Kopp sagte, die vereinbarten 750 Millionen Euro Förderung pro Jahr würden nicht ausreichen. Vielmehr kämen Mehrkosten von bis zu acht Milliarden Euro auf die Verbraucher zu. Die Koalition drehe die Kostenspirale bei den Energiekosten zu Lasten der Verbraucher weiter nach oben. "Insofern ist das keine Strategie, auf die sie stolz sein können", sagte Kopp.

Die Grünen wiederum bezweifeln, dass mit den 750 Millionen Euro das Klimaziel erreicht werden kann. "Wir brauchen mehr Geld", sagte Fraktionsvizechefin Bärbel Höhn. Mit dem Entwurf der Regierung könne der Anteil des Stroms aus KWK-Anlagen nicht auf 25 Prozent gesteigert werden, sondern höchstens auf 19 Prozent. Folglich würden nicht 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen bis 2020 vermieden, sondern höchstens zehn Millionen Tonnen. "Mutiger Klimaschutz sieht anders aus", sagte Höhn.

"Entscheidende Mängel

Auch die Linkspartei kritisierte den Beschluss der Großen Koalition. Links-Politiker Hans-Kurt Hill sagte, der Gesetzentwurf enthalte zwar "zahlreiche gute Vorschläge", aber auch "entscheidende Mängel". KWK dürfe man nicht nur halbherzig fördern. Beim Ausbau solcher Kraftwerke seien bis zu 60.000 neue Arbeitsplätze möglich. Im Gegensatz zu FDP und Grünen, die gegen den Entwurf stimmten, enthielt sich die Linke daher bei der Abstimmung.

Weitgehend einig war sich das Parlament hingegen bei der Liberalisierung des Mess- und Zählwesens. Ziel ist, intelligenten Strom- und Gaszählern zum Durchbruch zu verhelfen. Statt am Jahresende eine Abrechnung zu bekommen, sollen Stromkunden ihren Verbrauch ständig im Blick haben können. Als Folge erhofft sich die Regierung, dass Stromanbieter mit neuen Tarifen auf den Markt kommen, etwa billigeren Nachttarifen. Dafür stimmten alle Fraktionen bis auf die FDP.

Ein zweites Klimapaket will die Regierung wegen des Kfz-Steuerstreits erst im Juni verabschieden.

AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Preussin (07.06.2008, 05:55 Uhr)
Klimakoller
Wenn keine Bedürfnisse mehr sind , werden neue geschaffen.
Erst war es der sterbende Wald , dann das Ozonloch , Nun ist es der Klimawandel.
Es gibt unbestritten den Klimawandel . Das Klima ist in ständigem Wandel und das wird in der jüngeren Vergangenheit in uralten Bäumen , an den Ringen , und im uralten eis in Bohrkernen und in der Taiga im Permafrost , und und und festgestellt. In gewissem Abstand wiederholen sich Phasen ähnlichen Klimas , dann wieder Wechsel in stabilen Verhältnissen , Eiszeiten u.s.w. Das ist durchaus nicht vom Menschen verursacht. 70 % der Erde sind von Ozeanen bedeckt , in denen Tiere und Pflanzen leben , genau wie auf dem Festland. Die Pflanzen des Meeres produzieren einen größeren Anteil an Sauerstoff , als die Pflanzen des Festlandes.Da angeblich durch Überfischung das Gleichgewicht zwischen Tier und Pflanzenwelt gestört wird , kippte es ja zugunsten der Sauestoffproduzenten. Um wieviel Prozent hat denn der Sauerstoffgehalt der Luft abgenommen ?Laßt Euch das mal erzählen. Es ist unbestritten , dass die Umwelt geschont werden muß. Ein ungeheurer Stoffwechselprozeß zwischen Mensch und Erde ist angelaufen und verändert Proportionen. Das Abgase giftig sind und Feinstaub und Asbest und noch viel mehr ist wahr, aber die Klimakatastrophe wird unter anderem von der A - Lobby verbreitet . Warum wohl ? Ich selbst wäre auch für diese Art der Energiegewinnung , wenn es nur verantwortungsbewußte Politiker gäbe und nicht die jämmerlichen Rachedürstenden kleinen Diktatoren mit großen Gelüsten , schade.
ramteid (06.06.2008, 16:32 Uhr)
@felixhoffmeyer - Genauso ist es.
Ja aber die Lobby wird es schon richten. Der Wähler sicher nicht. Er ist vergesslich und hat anderetägliche Sorgen. Mancher ist schon stolz, überhaupt wählen zu gehen.
ramteid (06.06.2008, 16:27 Uhr)
,,Neuer Markt'' und seine neue Lobby
Laien stimmen so einem Gesetz zu zugunsten einiger neuer Raffkes. Was aber zur Herstellung dieses klimahysterischen Gesetzes für Energie verbraucht wird sagt keiner.
Voraussetzungen zum Gelverdienen wurden ja vor kurzem genannt, z.B. die Solarbranche verdient erst richtig Geld, wenn der Ölpreis bei 120 Dollar liegt. Pünktlich ist das geschehen. Wer zur nächsten Wahl Grün oder andere Befürworter dieses Schwachsinns wählt, soll auch nicht klagen, wenn er bezahlen muss.
MisterBrezeldent (06.06.2008, 15:36 Uhr)
Hab ich verpasst...
Der Bundestag hat das Klima-Paket verabschiedet. Mist. Und ich hab´s verpasst. Wie lange war´s denn da und wo isses denn jetzt hin? Schade... Hätt ich soooo gerne auch mal kennengelernt. Naja, vielleicht kommts ja mal wieder. Tschüss
quintus11 (06.06.2008, 14:47 Uhr)
@felixhoffmeyer
oooooh. So viel Mühe gegeben.
felixhoffmeyer (06.06.2008, 13:57 Uhr)
Hört das nie auf?
SEit knapp 2 Jahren wird der deutsche Michel nun mit dem SChwachsinn des Klimawandels belästigt.
Tausende Thesen wurden verüöffentlicht... Mal wird es 10 grad wärmer, mal nur 2, mal macht der WAndel ganz eine Pause und auch eine Eiszeit soll uns bevorstehen.
Sicher istm, dass wir nach Alternativen suchen müssen, um ubns vom Öl unabhängig zu machen, aber dieses ständige Palaver über diesen Quatsch, dass wir das Klima retten sollen, ist einfach absolut nervtötend und unrealsitisch.
Man "rettet" kein Klima. Selbst auf dem Mars findet ein klimatischer Wandel statt... Fahren dort die Alien auch mit Autos herum?
Gab es auch auf der ERde schon zig Zivilisationen mit großen Kohlekraftwerken, die dann die klmatischen Schwankungen auf der Erde in den letzten Jahrmillionen erklären? Die PResse macht hier ja grundsätzlich immer halt und beschreibt nur dieletzten 100 Jahre, da alles andere ihre These vom menschgemachten Klimawandel zu fall bringen würde, wenn der deutsche Michel sieht "oh, früher gab es das auch schon ohne uns, warum sollten wir jetzt schuld sein?"!
Und warum wird der Südpol kälter? Darauif weiß die Wissenschaft noch keine Antowrt, aber das muss man ja nicht zur Sprache bringen, hauptsache am Nordpol wird es wärmer und es brechen medienwirksam grße Gletscher ab, die das aber auch schon seit Jahrtausenden so machen, aber das ist ja auch egal.
Bitte begrabt endlich diesen Blödsinn und nennen es meientwegen "Unabhängigkeitskampf vom Öl" und nicht lächerlicherweise "klimarettung"!
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