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Walk of blame

Passiert auch nicht alle Tage: Bundeswirtschaftsminister Rösler musste in den USA zu Fuß zum Termin. Derweil konkurrieren in Berlin Gregor Gysi und Peter Altmaier - um Abspeckerfolge.

Von Hans Peter Schütz

  Unfreiwilliger zu Fuß: Der deutsche Botschafter in den USA, Peter Ammon, und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) in Washington D.C.

Unfreiwilliger zu Fuß: Der deutsche Botschafter in den USA, Peter Ammon, und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) in Washington D.C.

Auch Prominente Politiker versuchen zuweilen, ein wenig abzuspecken. Etwa Gregor Gysi, Fraktionschef der Linkspartei. Stolz berichtete er jetzt beim politischen Hintergrundgespräch mit Journalisten, er sei dank strikter Diät binnen vier Tagen von 79 Kilo auf 76,8 Kilo runter. Das täte auch anderen Politikern gut. Bei Bundesumweltminister Peter Altmaier etwa sitzt viel zu viel Fett rund um die Taille, das er gerne los werden möchte. 20 Kilo ist seine Zielmarke, verrät er, aber "inzwischen gehört meine stattliche Erscheinung ja schon zu meinem Markenzeichen". Das ist in der Tat ein Problem: Wenn das politische Gewicht eines Politikers von der Größe seines Speckgürtels abhängt.

Aber man darf sicher sein, dass Altmaier das Problem meistert. Schließlich hat er Dominik Geissler als neuen Sprecher des Umweltministeriums engagiert. Dominik ist ein Sohn von Heiner Geissler und hat bisher erfolgreich CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder politisch verkauft. Kauder: "Wer einen Sprecher mit Geissler-Genen an seiner Seite hat, braucht sich um sein politisches Gewicht nicht zu sorgen."

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Als Georg Streiter auf den Posten des stellvertretenden Regierungssprechers berufen wurde, weil FDP-Chef Philipp Rösler den Westerwelle-Vertrauten Christoph Steegmanns nicht mehr wollte, gab es Zweifel, ob Streiter, der bei "Bild" und "Stern" als Politikredakteur gedient hatte, der richtige Mann für dieses diplomatische Geschäft sei. Inzwischen hat ihm sogar die hoch seriöse "Frankfurter Allgemeine" bescheinigt, seine Auftritte vor der Berliner Bundespressekonferenz hätten "fast Kultcharakter". Erfahrene Journalisten vergleichen Streiter in der Tat mit Dietrich Vogel (FDP), in den neunziger Jahren langjähriger Regierungssprecher. Denn wie dieser einst beherrsche auch Streiter die hohe Kunst perfekt, auf der Glatze gefällige Locken zu drehen, wenn er über die Innereien und Hakeleien des tatsächlichen Regierungsgeschäfts nichts verraten dürfe.

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Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler ist bei seinem jüngsten Besuch in Washington in den bösen Verdacht gekommen, er beschäftige typisch deutsche Verkehrsrowdies. Denn die Fahrer der Kleinbusse der deutschen Botschaft mussten kurzfristig ihren Lappen abgeben, weil sie falsch geparkt hatten. Dem deutschen Botschafter Peter Amon, der sich deswegen mit der Polizei anlegte, wurde barsch erklärt: "Wenn Sie aus Deutschland kommen, müssten Sie ja eigentlich wissen, wie wichtig es ist, Gesetze zu befolgen." Die Polizei blieb hart, die Deutschen mussten zu Fuß zu ihrem nächsten Termin laufen. Erst hinterher stellte sich heraus, dass die Fahrer Amerikaner sind.

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Glaubt Peer Steinbrück eigentlich, dass er SPD-Kanzlerkandidat wird im nächsten Jahr? Na ja, so halb und halb. Denn als ihm jetzt ein Gesprächspartner erzählte, er habe einen kleinen Betrag auf den Kanzlerkandidaten Steinbrück gewettet, dachte der Genosse intensiv nach und sagte dann: "Kann ich mich zur Hälfte daran beteiligen?" Wie man sieht, der Mann sieht das Risiko realistisch.

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