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1. Oktober 2007, 12:16 Uhr

Köhler warnt vor Gehaltsgefälle

In seiner jährlichen "Berliner Rede" hat Bundespräsident Horst Köhler die Kluft zwischen den Gehältern in Deutschland kritisiert. Deutschland habe seine Position als vorsorgender Sozialstaat verloren und brauche dringend Reformen. Doch auch für die Entwicklungsländer würde noch zu wenig getan.

Horst Köhler spricht während seiner "Berliner Rede" in Berlin über die Probleme der Globalisierung© Fritz Reiss/AP

Bundespräsident Horst Köhler hat vor einer wachsenden Lücke zwischen den Einkommen in Deutschland gewarnt. In seiner "Berliner Rede" zu den Folgen der Globalisierung mahnte er zugleich weitere Strukturreformen an. "In der Gesamtschau von Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Familienpolitik kann Deutschland bisher nicht als effektiv vorsorgender Sozialstaat gelten", sagte Köhler. Zum großen Gehaltsgefälle in Deutschland betonte er: "Der Aufstieg der einen darf nicht der Abstieg der anderen sein." Eine wachsende Ungleichheit der Einkommen sei in der Vergangenheit nur hingenommen worden, weil die Kurve für alle nach oben wies. "Dies muss so bleiben", sagte Köhler.

Er sprach sich zugleich für eine stärkere Beteiligung der Arbeitnehmer am Kapital der Unternehmen aus und für die Sicherung des sozialen Netzes im Sinne eines "ertüchtigend-vorsorglichen Staats". Er müsse den "betreuend fürsorglichen Staat" ablösen. Alle müssten endlich auch gleiche Zugangschancen zu guter Bildung haben.

Mehr Gerechtigkeit für Entwicklungsländer

Außerdem forderte der Bundespräsident mehr Gerechtigkeit für Entwicklungsländer im Zuge der Globalisierung: "Lasst uns bei allen Interessenskonflikten nicht übersehen, dass wir in einer Welt leben und dass wir Fairplay brauchen statt Gemeinheit, Brot und Bücher statt Aufrüstung, Respekt statt Überheblichkeit". Um den ärmsten Länder der Welt zu helfen, müssten die Doppelstandards in der Welthandelspolitik beendet werden. Köhler kritisierte unter anderem die Zollpolitik und forderte einen besseren Zugang der Entwicklungsländer zu den Märkten der Industrienationen. Damit die Globalisierung zum Nutzen aller Menschen gestaltet werden könne, müssten die Vereinten Nationen gestärkt werden.

Köhler sprach sich auch dafür aus, Schwellen- und Entwicklungsländern im Internationalen Währungsfonds und in der Weltbank mehr Mitsprachemöglichkeiten zu geben. Beleg für die Notwendigkeit einer besseren Kontrolle der Finanzmärkte sei auch die jüngste US-Hypothekenkrise. Diese Märkte müssten "ausreichender politischer Kontrolle und Rechenschaftspflicht zugänglich sein", sagte der Präsident laut Redemanuskript. "Niemand kann ausschließen, dass die nächste Krise auf den internationalen Finanzmärkten die ganze Weltwirtschaft massiv in Mitleidenschaft ziehen wird." Nötig sei eine Institution, die für die Stabilität des internationalen Finanzsystems zuständig sei. Diese Aufgabe sollte dem Internationalen Währungsfonds zufallen.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Roy05441 (01.10.2007, 23:18 Uhr)
Zusatz zu Roy,...
ich hatte eigentlich niemals gedacht, dass das Internett aus sogenannten Analphabeten Wissenskünstler denn macht!
Ich gehe nun ganz einfach einmal davon aus, wer der Rechtschreibung nicht mächtig halte sich raus!
Sollte einer der Deppen der zu Worte sich meldet, trotz Nachhilfe nicht fähig sein, seinen Namen zu schreiben, sollte am Besten christlich er bleiben!
Punito (01.10.2007, 16:54 Uhr)
@H.P.

Einer der wenigen Kommentare
mit Sinn und Aussagekraft für
das Wesentliche . Kompliment !

catchme (01.10.2007, 15:15 Uhr)
Ist der Bundespräsident Lokführer ?
Wenn man dem sog. 1. Manne im Staat so zuhört, könnte man meinen , er sei Mitglied in der Lokführergewerkschaft. Die klagen auch schon seit Monaten, dass sie kaum noch überleben können ... zugegeben, in diesem Land sind Fehler gemacht worden, aber es wird immer noch auf sehr hohem Niveau geklagt ! Abgesehen von wenigen Nachbarländern ( Norwegen, Irland ) geht es dem deutschen Michel noch sehr gut ... trotz aller Probleme !
Malt (01.10.2007, 15:03 Uhr)
Was ist...
...beim Telefon Gang und Gäbe und bei unseren Politikern dringend notwendig?
Aufhängen - neu wählen!
H.P. (01.10.2007, 14:40 Uhr)
Die neue Revolution
Am 25. Juni 1793 verlas der Priester Jacques Roux vor dem Pariser Konvent das Manifest der Enragés, in dem er eine wirtschaftliche und soziale Revolution gegen die Handelsfreiheit und das Privateigentum forderte: "Die Freiheit ist nur ein eitles Hirngespinst, wenn eine Klasse die andere ungestraft aushungern kann. Die Gleichheit ist nur ein eitles Hirngespinst, wenn der Reiche mithilfe seines Monopols über Leben und Tod seiner Mitmenschen entscheidet."
Heute wird erneut überall auf der Welt der Ruf nach Revolution laut. Eine neuartige Zivilgesellschaft ist im Entstehen begriffen - unter Konfusion und äußersten Schwierigkeiten. Gegen die Herrscher der Welt sucht sie den Widerstand zu organisieren. Im Namen der Bedrängten sucht sie nach einem Weg, verkörpert sie Hoffnung. Unsere Analyse soll die Waffen für diesen bevorstehenden Kampf liefern.
Aminata Traore erzählt von einem schönen Brauch der Bambara, die an den Ufern des Niger in Mali leben. An den Festtagen der Tabaski und des Ramadan statten Verwandte, Freunde und Nachbarn einander Besuche ab und tauschen Glückwünsche aus. Wenn der Besucher über die Schwelle des Hauses tritt, spricht er eine bestimmte Formel, die sich seit grauer Vorzeit nicht geändert hat: "Feindeswünsche, Freundeswünsche… Mögen sich deine eigenen Wünsche erfüllen." Ich habe nie eine schönere, genauere Definition der Idee von Demokratie gelesen. Einzig der Mensch selbst kann wissen, was er sich in seinem Innersten für sich, seine Angehörigen und seinesgleichen wahrhaft wünscht.
Die Demokratie existiert nur dann wirklich, wenn alle, die die Gemeinschaft ausmachen, ihre innersten Wünsche frei und kollektiv, in der Autonomie ihrer persönlichen Sehnsüchte und in der Solidarität ihrer Koexistenz mit anderen, äußern können und wenn es ihnen gelingt, das, was sie als den individuellen und kollektiven Sinn ihres Daseins erkennen, in Institutionen und Gesetze zu verwandeln.
Franz Kafka hat den rätselhaften Satz geschrieben: "Fern, fern geht die Weltgeschichte vor sich, die Weltgeschichte deiner Seele."
Ich bin der Andere, der Andere ist Ich. Er ist der Spiegel, der es dem Ich erlaubt, sich zu erkennen. Seine Zerstörung zerstört die Menschheit in mir. Sein Leiden, selbst wenn ich mich dagegen wehre, macht mich leiden.
Heute nimmt die Not der Elenden immer mehr zu. Die Arroganz der Mächtigen wird unerträglich. Die Weltgeschichte meiner Seele gerät zum Albtraum. Aber auf den Flügeln der Taube naht die Revolution. Indem ich schreibe, kann ich dazu beitragen, die Dogmen der neuen Herrscher der Welt zu entkräften.
http://www.randomhouse.de/dynamicspecials/ziegler_imperiumderschande/index.jsp?men=6&page=1
Roy05441 (01.10.2007, 13:42 Uhr)
Herr Köhler ist nun mal unser.....
gewählter Präsident, von dem jeder annimmt, dass er Deutschland kennt.
So kenne ich denn auch seit Gründerzeiten diese Republik, hab gedacht, ich hätte Glück.
Hinter einer Demokratie stehe ich voll und ganz, da ich noch erlebte einen Nazi-Knobelbecher-Tanz.
Jedoch seh ich mit Schrecken, wie sogenannte Volksparteien, so Lobbyist für Lobbyist sich selber necken!
Und gerade diese sogenannten wundern sich, dass jeder Bürger flüchtet, wenn er sieht deren Vertreter Gesicht!
Schon die Gründerväter haben als Hellseher gesehn, wofür die Bezeichnung BRD wird bald stehn!
B, für Banane, R=Republik, sagst du zusätzlich Deutschland, brich lieber dir selber das Genick!
atride (01.10.2007, 13:42 Uhr)
@schmutz
richtig! laber, laber, laber...
schmutz (01.10.2007, 13:31 Uhr)
Schöne Rede, aber..
nutzen wird sie nichts. In Deutschland wird die Politik von verschiedenen Industrielobbys diktiert. So recht er auch hat, die Leute die etwas ändern könnten, werden nichts tun und wenn sich doch mal jemand rührt wird er von den vielen Köchen, die den Brei verderben, Mundtod gemacht.
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