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Bremen will Urnen im Wohnzimmer erlauben

Eine Urne im Bücherregal, die Asche eines Verstorbenen in einem Fluss? In Bremen könnte das bald möglich sein. Das kleinste Bundesland wäre damit Vorreiter in Deutschland.

  "Tu doch meine Asche in die Eieruhr" forderte Frank Zander in den Achtzigern. In Bremen könnte dieser Wunsch bald in Erfüllung gehen.

"Tu doch meine Asche in die Eieruhr" forderte Frank Zander in den Achtzigern. In Bremen könnte dieser Wunsch bald in Erfüllung gehen.

In den USA dürfen Urnen mit den sterblichen Überresten von Angehörigen im Wohnzimmer stehen. In der Schweiz darf die Asche verstreut werden. "Fast überall auf der Welt ist dies möglich, nur in Deutschland gilt der Friedhofszwang für Urnen", sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bremischen Bürgerschaft, Maike Schäfer. Es sei an der Zeit, #link;http://beck-online.beck.de/default.aspx?bcid=Y-100-G-HESFBG1934;das Feuerbestattungsgesetz von 1934# abzuschaffen. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen haben einen Antrag eingebracht, der das Bremer Bestattungsrecht novellieren und individuelle Formen ermöglichen soll. Das Landesparlament will darüber am Donnerstag beraten. Von CDU und Kirche gibt es aber Kritik.

Über eine Einäscherung im Ausland lasse sich die Bestattungspflicht umgehen. "Im Kofferraum wird die Urne dann heimlich nach Hause gebracht", sagt Schäfer. Dies sei für die Betroffenen würdelos und treibe Angehörige in eine illegale Situation hinein. "Wir wollen das legalisieren, was ohnehin schon gemacht wird", sagt Schäfer.

Das Online-Bestattungsunternehmen Anternia mit Sitz in Bornheim in Nordrhein-Westfalen bietet beispielsweise Einäscherungen in der Schweiz an. "Der Trend ist steigend", sagt Unternehmenssprecher Markus Deutsch. Viele Menschen wünschten sich individuelle Bestattungsformen. Aus Gesprächen mit Angehörigen wisse er, dass sich viele vom Staat bevormundet fühlten: "Sobald man stirbt ist man Eigentum des Staates."

Asche in der Weser?

Gunnar Grau, Chef der GDS Bestattungen im niedersächsischen Bad Fallingbostel, berichtet ebenfalls von stärkerer Nachfrage nach individuellen Bestattungsmöglichkeiten. Seit 2009 bietet er mit einem Kooperationspartner in der Schweiz Beisetzungsplätze an. Etwa 40 Prozent seiner Kunden entschieden sich für diesen Weg, sagt Grau. Die Urne von einem verstorbenen Ehepartner werde gerne mit nach Hause genommen. Innerhalb von zwei Jahren werde aber etwa die Hälfte dieser Urnen bestattet. Später ließen oft die Kinder die Urnen ihrer Eltern zusammen beisetzen, sagt Grau.

Nach dem Antrag von Rot-Grün sollen Angehörige eine Urne zwei Jahre lang zu Hause aufbewahren können. Dafür müsse dies zu Lebzeiten bekundet und zeitgleich eine Urnengrabstelle reserviert und finanziert worden sein. Auf ausgewiesenen Friedhofsflächen soll die Asche ausgestreut werden dürfen. Zudem soll geprüft werden, auf welchen anderen Flächen dies gemacht werden könne. In Bremen könnte das in der Weser oder in Parks erlaubt werden, hofft Schäfer. Stimmt das Landesparlament dem Antrag zu, wird der Senat der Bürgerschaft einen Vorschlag für eine Reform des Bestattungsrechts vorlegen. "Damit wären wir Vorreiter in Deutschland", sagt die Abgeordnete.

Kirche sieht Verletzung der Würde

Kritik kommt von der oppositionellen CDU und der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK). Eine Urne im Wohnzimmer zu haben, ist für die Bürgerschaftsabgeordnete und Bremer CDU-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, Elisabeth Motschmann, undenkbar. Es gebe zu viele ungeklärte Fragen.

Der stellvertretende Schriftführer der BEK, Pastor Bernd Kuschnerus, lehnt eine Aufhebung der Friedhofs- und Bestattungspflicht klar ab: "Es entspricht unserem christlichen Verständnis, die Totenwürde zu achten und die Hinterbliebenen zu trösten, indem wir sie bei Abschied und Trauer begleiten." Eine Urne im Wohnzimmer - auch nur für zwei Jahre - kommt für ihn nicht infrage. "Das hat für mich nichts mit Würde zu tun."

Vera Jansen, DPA/DPA

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