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21. April 2010, 16:41 Uhr

Der nette Mister McChrystal

Der Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Afghanistan, Stanley McChrystal, ist bekannt für seine forsche, fordernde Art. Bei seinem Besuch in Berlin gab sich der US-General aber geradezu zahm - und sparte nicht mit netten Worten.

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Beantworteten im Bendlerblock die Fragen der Journalisten: Stanley McChrystal (l.) und Karl-Theodor zu Guttenberg© Wolfgang Kumm/DPA

Für gewöhnlich ist der Oberbefehlshaber der Nato-Truppen, Stanley McChrystal, für seine negative Einschätzung der Lage in Afghanistan bekannt. Immer wieder fordert er bei den Verbündeten mit mahnenden Worten mehr Soldaten, mehr zivile Helfer und mehr Einsatz. Bei seinem Treffen mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Mittwoch in Berlin gab sich der US-General aber zurückhaltend. "Deutschland bleibt ein sehr wichtiger Partner in unserer Arbeit in Afghanistan", würdigte der US-General das Engagement und die Opfer der Bundeswehr am Hindukusch. Forderungen nach zusätzlichen Beiträgen der Bundeswehr waren nach Teilnehmerangaben kein Thema.

Keine Forderungen von McChrystal

McChrystal lobte ausdrücklich "den Einsatz und den Mut" der deutschen Soldaten. Im Vorfeld des Besuchs, der wegen der Vulkanwolke um zwei Tage verschoben werden musste, war spekuliert worden, der US-General könne Deutschland zu verstärkten Kampfeinsätzen auffordern. Das deutsche Kontingent ist mit derzeit rund 4400 Soldaten das drittgrößte des Nato-geführten Afghanistan-Einsatzes.

2010 bezeichnete McChrystal für die Befriedung Afghanistans aber als "kritisches Jahr". Die Situation bleibe ernst. Er hob hervor, dass die internationalen Militäreinsätze in Afghanistan auch weiterhin notwendig seien, um die Voraussetzungen für die politische Stabilität des Landes zu schaffen. Die Afghanen müssten jedoch in die Lage versetzt werden, die Zukunft ihres Landes selbst gestalten zu können, so McChrystal.

Guttenberg sieht neue Gefahren und Risiken

Guttenberg rechnet dabei in den kommenden Monaten mit einer erhöhten Gefahr für deutsche Soldaten in Afghanistan. Die neue Nato-Strategie, die gemeinsame Patrouillen mit afghanischen Soldaten vorsieht, berge neue Gefahren und Risiken. "Das ist gefährlich, zum Teil sogar sehr gefährlich", sagte der CSU-Politiker. Zuvor hatte bereits der deutsche Nato-Stabschef Karl-Heinz Lather mit Blick auf die neue Strategie vor weiteren deutschen Opfern gewarnt.

Guttenberg versicherte, die deutsche Führung im Norden Afghanistans werde von den USA anerkannt. "Wir wollen die Führungsverantwortung weiter so wahrnehmen, wie wir sie wahrgenommen haben", so Guttenberg. Die Bundeswehr sei jedoch dort auf die US-Soldaten angewiesen, "wo wir Defizite haben". Er nannte den Einsatz von US-Rettungshubschraubern, die im Gefecht verletzte Soldaten bergen können. Guttenberg verlieh amerikanischen Soldaten, die an der Rettung von Bundeswehrsoldaten in Afghanistan teilgenommen hatten, das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold. Für den Minister eine Form "gelebter Allianz".

AFP/DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
kepe (22.04.2010, 18:16 Uhr)
ahja...
"Verhindern, dass von Afghanistan Angriffe religionsfanatischer Terroristen gegen unsere aufgeklaerte Welt ausgehen...."

unsere aufgeklärte Welt, ahso. Na dass musste doch mal gesagt werden.


rockyciano (22.04.2010, 14:55 Uhr)
Ich möchte die Gelegenheit
nutzen und Herrn Schütz zu seinem heutigen Artikel "Frau Merkels hilflose Arroganz" gratulieren.
Ich habe die Erklärung der Kanzlerin und ihrer Verbündeten verfolgt.......und es genauso empfunden,wie Herr Schütz es beschreibt.Es war ein Schlag ins Gesicht der Demokratie und ihrer Bürger.Der Deutsche Bundestag hat eine grosse Schuld auf sich geladen-nur Ströbele und die Linken respektieren den Wähler.Schande
Gisella (22.04.2010, 09:58 Uhr)
Und -hat man
in den USA unseren obersten General der BW empfangen- nöööö, denke ich nicht. Wir sind nur wichtig, wenn die USA etwas von uns will- ansonsten sind wir uninteressant.Und das "Verleihen" von Blech- ist auch in derem Sinne: Mitarbeiter des Monats- bester Mitarbeiter im Quartal- Mitarbeiter des Jahres u.s.w. -oft verbunden mit ner Micky-Maus-Uhr.........
audio001 (22.04.2010, 06:55 Uhr)
Nur wer die Wahrheit ausspricht, kann sie auch verteidigen!
Ist es nicht beschämend?- Es bedarf erst eines US-Generals um die Öffentlichkeit (und ich vermute auch einen Teil der Abgeordneten!?) über die Konsequenzen der vom Deutschen Bundestag - im Rahmen der Verlängerung des Afghanistaneinsatzes - beschlossenen "euen" Strategie aufzuklären!

D.h., die Bundesregierung war weder in der Lage die Folgen der "neuen" Stratgie dem Deutschen Bundestags zu erläutern und offensichtlich konnte man auch nicht, aus Ahnungslosigkeit oder politisches Kalkül(?), die daraus entstehenden Konsequenzen dem Souverän (für alle Politiker die das vergessen haben, der Hinweis: Das sind die Bürger in diesem Land!) darlegen!


Und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Aufklärung der Bürger bzw. der Öffentlichkeit einer Strategie folgt:

McCrystal klärt die Öffentlichkeit auf, spricht Klartext (man kann es auch "Wahrheit" nennen!), und die Regierungschefin legt dann in einer Regierungserklärung nach!- Oder anders ausgedrückt, der US General mußte als Überbriger der "schlechten Nachricht" herhalten, weil die Regierung Merkel offensichtlich nicht in der Lage war, den Bürgern in diesem Land die Wahrheit zu sagen!

Ob es hier auch noch einen zeitlichen Zusammenhang zwischen McChrystal-Besuch, Regierungserklärung Frau Merkel und Aussage des Herrn zu Guttenberg vor dem Untersuchungsauschuss gibt, wäre reine Vermutung!- Aber abwegig erscheint es nicht, wenn man mal unterstellt, dass man so für einige Tage seitens der Bundesregierung die mediale Luftherrschaft sein eigen nennen darf! Anders ausgedrückt ist es dann alles ein Abwasch!


Da stelle ich mir die Frage: Wie viele unangenehme "Wahrheiten" werden uns Bürgern noch vorenthalten?
Buckshot (22.04.2010, 01:39 Uhr)
Konsequenter in Afghanistan !
Deutsche Soldaten kaempfen, bluten und sterben in Afghanistan fuer 2 grundsaetzliche Missionen.

1. Verhindern, dass von Afghanistan Angriffe religionsfanatischer Terroristen gegen unsere aufgeklaerte Welt ausgehen.

2. Unterstuetzung und Schutz der Bevoelkerungsmehrzahl vor mittelalterlich denkenden Religionsfanatikern. Z. B. Ermoeglichen der Schulbildung von Maedchen, Verhindern martialischer Strafen, wie oeffentliches Steinigen, um nur zwei anschauliche Beispiele zu bringen.

Die Allianz hat endlich einen kleinen ersten Schritt getan. Ich fuerchte nur der ist noch viel zu klein. Krieg ist Krieg, ist das brutalste, letzte Mittel. Und in diesem Sinne muss er auch gefuehrt werden. In anderen Kriegen nannte man nichtuniformierte Gegner Partisanen. Und als genau solche sollte man die sog. Aufstaendischen betrachten. Mehr Soldaten, mehr Material, mehr Konsequenz, sprich Ruecksichtslosigkeit sind der einzige Schluessel zum Erfolg. Das wird sich zeigen - so oder so.

Zu Guttenberg. Er hat sich schneidig, wie er ist, als Newbie den Mund verbrannt, ja.
Ich bin sicher, er hat daraus gelernt. Da er, der erste war, der in der Angelegenheit mutig den Krieg beim Namen genannt hat, und damit eine realistische Sichtweise an den Tag legt, goenne ich ihm eine zweite Chance. Die Tanklastergeschichte ist Geschichte.
jetrabbit (21.04.2010, 19:10 Uhr)
guttenberg
will unbedingt seine märchen aussitzen. jetzt wurde der ausschuss einfach beendet, mitten im verfahren. und obendarauf soll guttenberg erst garnicht mehr angehört werden. bananenrepublik oder was? ... täusche ich mich oder können die da oben machen was sie wollen. wann kommt josef ackermann DB, endlich vors gericht. immerhin hat er der BRD hunderte von milliarden gekostet... weg mit diesen sozialschmarotzern.
WernerMeyer (21.04.2010, 19:08 Uhr)
Raus aus Afganistan
für die USA wäre es das Beste:

Abzug aus Afganistan,sofort.
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