In der Hansestadt werden zum 1. August "Kita-Gutscheine" eingeführt, ähnliche Ansätze gibt es in Berlin und Bremen. Das Problem in Hamburg: Es fehlen 18.000 Plätze. Die Eltern haben also keine Wahl, sondern müssen strenge Kriterien erfüllen, um überhaupt einen Gutschein zu ergattern. Priorität haben sozial auffällige Eltern, Arbeitslose, die wieder einen Job finden, und Ausländer. Erst dann kommen berufstätige Eltern und Alleinerziehende - und auch nur, wenn sie bereits einen Platz haben.
Wer eine Stelle sucht, geht leer aus - keine gute Voraussetzung für die Bewerbung. Und wenn Eltern ihren Job verlieren oder noch ein Kind bekommen und Elternzeit nehmen, werden die Kinder in Zukunft vor die Tür gesetzt. Heidrun Mildner, Leiterin des Hamburger Kindergartens "Murmel", fürchtet die Unruhe, die in den Gruppen entstehen wird. "Rein und wieder raus - so können wir keine sinnvolle pädagogische Arbeit machen", klagt sie. Die Gutschein-Initiative Hamburgs mag gut gemeint sein - gut gemacht ist sie nicht. Kann sie auch nicht, solange Deutschland keinen Platz für seine Kinder schafft. Heidrun Mildner sagt: "Es ist zu wenig Geld für Kinderbetreuung da - und alle wissen das."