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26. April 2004, 11:37 Uhr

Warnung vor "Medienverwahrlosung"

Zwei Jahre nach dem Schulmassaker von Erfurt hat der niedersächsische Jugendforscher Christian Pfeiffer Maßnahmen gegen den frühen und unbeaufsichtigten Umgang von Kindern mit Fernsehen, Internet und Videospielen gefordert.

Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen© Picture-Alliance

Zwei Jahre nach dem Schulmassaker von Erfurt hat der niedersächsische Jugendforscher Christian Pfeiffer Maßnahmen gegen den frühen und unbeaufsichtigten Umgang von Kindern mit Fernsehen, Internet und Videospielen gefordert. "Deutschland braucht mehr Ganztagsschulen, weil dann diese Medienverwahrlosung erst ab 17.00 oder 18.00 Uhr beginnen kann, und dann sind die Eltern zu Hause", sagte der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen im ZDF-Morgenmagazin.

Eltern unterlaufen den Jugendschutz

Pfeiffer appellierte an die Eltern, stärker ihre Erziehungsaufgabe wahrzunehmen und nicht schon jungen Kindern "alle Gerätschaften ins Zimmer zu stellen und zu hoffen, dass alles gut geht". Der Kriminologe sagte: "Jeder vierte Sechsjährige hat bereits einen eigenen Fernseher zur Verfügung." Von daher habe der Jugendschutz kaum mehr Bedeutung: "Damit unterlaufen die Eltern den Jugendschutz".

Probleme sensibler wahrnehmen

Die in der Folge der Erfurter Bluttat geänderten Vorschriften zum Jugendschutz und Waffenrecht begrüßte der Jugendforscher. Bund und Länder hätten richtig reagiert: "Aus meiner Sicht haben wir das beste Waffenrecht von ganz Europa." Pfeiffer appellierte aber auch an die Erzieher, die Probleme von Schülern sensibler wahrzunehmen. "Wenn Steinhäuser von der Schule anders behandelt worden wäre, wäre es vielleicht zu dieser Tat nicht gekommen. Das weiß man inzwischen auch, dass da nicht alles richtig gelaufen ist", sagte der Kriminologe.

AP
 
 
 
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