Die Stadt Orlando in Florida sieht nach wenig aus und hat doch viel zu bieten: Disney World, aber auch die Musikfabrik des Louis j. Pearlman, die immer wieder Hitparaden in aller Welt mit neuem, süßen Pop versorgt.

In seiner Fabirk laufen alle Fäden zusammen: Louis J. Pearlman macht Stars
Die Strassen hier müssten eigentlich einen Zuckerguss haben. Und vielleicht kann man auch mit Bonbons bezahlen. Solche Dinge gehen einem durch den Kopf, wenn man in Orlando landet. Orlando, Florida: Früher hat man immer wieder im Atlas nachgeschaut, wo das ist, hat den Finger auf den Atlas gedrückt und »Micky Maus« oder »Pluto« geflüstert. Orlando, Disney World: Das schien ein Landstrich wie ein Kinderzimmer, eine Art Toon-Town in der alle morgens nur aufstehen um zu spielen.Heute ist Orlando eine der Städte, in denen man stundenlang herumfährt, um sie zu finden. Ein Spinnennetz von Highways und Straßen. Auf dem Stadtplan gibt es ein Zentrum, ein Downtown, aber die Autobahn führt einen immer wieder daran vorbei und saugt einen in Richtung Spielzimmer, in Richtung Disney World, Epcot-Center, Universal Studios, in R
ichtung Spaß-Industrie.
Man muss sehr lange suchen um ein anderes Orlando zu finden: die Pop-Stadt. Denn nicht nur Micky Maus wohnt hier, irgendwo muss es auch diese Fabrik geben, die 15- bis 17-jährige blitzsaubere Jungs für nicht ganz so saubere Mädchenträume herstellt. Ein Teenie-Bauplatz, von dem die Backstreet Boys, N?Sync, O-Town und neuerdings Natural und C Note kommen und auf dem kleine Mädchen aus der Provinz zu Britney Spears oder Christina Aguilera trainiert werden. Aus Orlando kommt der weltweit erfolgreichste Teenie-Pop, er ist der größte Exportschlager dieser ewigen Vorstadt, in der man sich permanent verfährt. Man fragt sich, wie ein Nick Carter von den Backstreet Boys einst die Adresse zu seinem ersten Casting gefunden hat.