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22. August 2003, 11:03 Uhr

Schule ohne Sitzenbleiben

In Ostholstein versucht eine Schule den Traum aller Schüler wahr werden zu lassen: Die Hauptschule und die Realschule Timmendorfer Strand hat das Sitzenbleiben abgeschafft.

Zeugnistag ist der Tag der Wahrheit: Weiterkommen oder Sitzenbleiben? In Timmendorfer Strand hat eine Schule die Ehrenrunde jetzt abgeschafft.© dpa

In Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein) ist der Traum vieler Schüler in Erfüllung gegangen: Die Hauptschule und die Realschule der Gemeinde haben für die Klassenstufen sieben, acht und neun das Sitzenbleiben abgeschafft. Dieser Verzicht sei Teil eines auf drei Jahre befristeten Schulversuchs, der Schüler zum Lernen motivieren soll, sagte der Rektor der Grund- und Hauptschule Timmendorfer Strand, Ulrich Hasemann.

Zusammenschluss machte es möglich

Möglich wurde dies wegen des Zusammenschlusses der Grund- und Hauptschule, der Realschule und der Grundschule im Ortsteil Niendorf. Seit Schuljahresbeginn haben Haupt- und Realschule eine gemeinsame Orientierungsstufe, die Schülern und ihren Eltern unter anderem durch den Verzicht auf das Sitzenbleiben eine echte Orientierungsmöglichkeit bieten soll. Statt eine Klasse zu wiederholen, weil die Leistungen in zwei Fächern mangelhaft sind, werden schwächere Schüler künftig in ihren Problemfächern besonders gefördert. "Das macht mehr Sinn, als wegen zwei Fächern auch den Stoff aller anderen Fächer wiederholen zu lassen, in denen der Schüler eigentlich gut ist", sagt Hasemann.

Zu dem Schulversuch gehört auch die Einführung der Ganztagsschule, sowie Einbindung der Eltern und der Kindergärten in das pädagogische Ko0nzept. Die Gemeinde Timmendorfer Strand hat eine Planstelle für einen Sozialarbeiter bewilligt, der sich unter anderem um Problemfälle unter den Schülern kümmern soll. Das "Timmendorfer Schulmodell" sei durch das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen ein unterstützenswerter Versuch, sagte der Sprecher des schleswig-holsteinischen Bildungsministeriums, Jens Oldenburg.

Keine Einladung zur Faulheit

Hasemann betonte, der Schulversuch bedeute keine Einladung zum Faulenzen. "Wenn wir erkennen, dass sich ein Schüler erkennbar dem Lernen verweigert, dann wird er auch bei unserem Modell die Klasse wiederholen müssen", sagte der Schulleiter.

 
 
 
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