»BoDo gehört die Zukunft« - gemeint ist damit nicht etwa die gleichnamige Obdachlosenzeitschrift, sondern die Fusion der Universitäten Bochum und Dortmund zu einem neuen Hochschulzentrum im Ruhrgebiet.
Mit dieser Meldung verblüffte die Ruhr-Universität im Frühjahr 2000 die Öffentlichkeit. Stolz verkündete die Studentenzeitung RUBens, dass die Verhandlungen abgeschlossen seien und nur noch die Zustimmung des Kultusministeriums ausstehe. Der Zusammenschluss solle Synergieeffekte fördern, Studiengänge sollen kombiniert, Kompetenzen gebündelt, Angebote erweitert und Leistungen erhöht werden. Sogar ein eigener Schulbetrieb solle in der Obhut des Hochschulzentrums eingerichtet werden, um Eliten zukünftig besser fördern zu können. Und obendrein werde der Transrapid den Studenten ein schnelles Pendeln zwischen Bochum und Dortmund ermöglichen. Eine Aussicht, die viele Studenten in Verzückung versetzte. Gelacht hat am Ende aber nur das Bochumer Rektorat. Ihm war mit dieser Pressemitteilung ein Aprilscherz gelungen, auf den sogar einige deutsche Presseorgane hereingefallen sind.
Obwohl die Fusion von Bo und Do vorerst ins Reich der Fabeln verwiesen werden muss, bleibt zumindest die Idee attraktiv. Eine Kooperation der beiden Universitäten untereinander existiert längst, auch wenn diese sich bisher auf gemeinsam organisierte Veranstaltungen beschränkt. Darüber hinaus liegen die Lehranstalten nur etwa zwölf Kilometer voneinander entfernt. Beide Universitäten haben mit demselben Problem zu kämpfen: Die Kürzungen der Landesregierung in den Budgets für Hochschulen verhindern Investitionen in moderne Geräte und Ausstattungen. Diese Tatsache ist leider kein Aprilscherz, sondern eine Behinderung des Lehrbetriebs, die seit Jahren zunimmt.