
Bei Betriebswirtschaftlern in Deutschland haben diese drei Buchstaben, WHU, immer einen ganz besonderen Klang. Die einen sprechen respektvoll bis ehrfürchtig von »der Elitehochschule Deutschlands«, die anderen neidisch bis verächtlich von einer »Kaderschmiede für reiche Kinder.«
In dem 10.000-Einwohner-Ort Vallendar bei Koblenz liegt die »Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung« oder auch »Otto-Beisheim-Hochschule«. Es gibt wohl kein Ranking, das die WHU nicht gewonnen hätte: Das »manager magazin« etwa suchte die »attraktivsten Hochschulen für Wirtschaftswissenschaftler« und wurde auf Platz eins bei der WHU fündig. Das Internet-Magazin »DM-Online« startete eine Umfrage unter führenden Unternehmen der deutschen Wirtschaft und erfuhr, dass die MBA-Ausbildung der Koblenzer Universität angeblich ein höheres Ansehen als die von Harvard, St. Gallen, der London Business School oder des Massachusetts Institute of Technology (MIT) genießt. Und die »European Foundation for Management Development« (www.emfd.de) vergab Gütesiegel an 26 Business Schools in Europa, in Deutschland war nur eine einzige dabei.
»Wir haben den Anspruch, führende Privatuni in Deutschland zu sein«, erklärt Pressesprecher Jürgen Neumann, »wir messen uns mit den Top-Universitäten im Ausland.« Damit nicht genug, preist sich die WHU als »internationalste Hochschule Deutschlands«: Über 120 Hochschulen in aller Welt zählen zu den Partnern der WHU - vom Institute de Altos Estudios Empresariales in Buenos Aires über die Business School in London bis hin zur Waseda University in Tokyo. Seit 1984 setzt die Universität hier Standards, ein Ende ist nicht in Sicht. »Schon zu Beginn des achten Semesters haben alle Studenten ein lukratives Angebot in der Tasche«, meint Neumann.