. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
23. Oktober 2007, 22:04 Uhr

Nazi-Vergleiche im Namen Christi

Grünen-Chefin Roth wurde vom umstrittenen Augsburger Bischof Mixa als "faschistoid" bezeichnet. Und obwohl er von allen Seiten dafür heftige Kritik geerntet hat, legt sein Bistumssprecher jetzt nach.

"Herr Mixa ist nicht der liebe Gott": Claudia Roth ist empört über den NS-Vergleich des Bischofs© DDP

Im Streit über Äußerungen des katholischen Augsburger Bischofs Walter Mixa und der Grünen-Chefin Claudia Roth bleiben die Fronten hart. Der Öffentlichkeitsreferent des Augsburger Bistums, Dirk Hermann Voß, bekräftigte seinen NS- Vergleich im Zusammenhang mit Roth. Der Zentralrat der Juden in Deutschland übte in diesem Zusammenhang Kritik. Voß hatte Roths Aussage, Mixa sei ein "durchgeknallter, spalterischer Oberfundi" als "faschistoid" bezeichnet, die an die NS-Propaganda-Hetze gegen die katholische Kirche erinnere. "Der Nazi-Vergleich ist in diesem Fall zulässig, weil er die Christen als NS-Opfer betrifft", sagte Voß am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Augsburg.

Roth sagte in der Münchner "Abendzeitung" (Mittwoch): "Ich finde schon, dass jemand wie Herr Mixa, der kräftig austeilt und sehr zugespitzt Positionen vertritt, es sich in einer lebendigen Demokratie gefallen lassen muss, dass ein Bischof nicht sakrosankt ist. ... Herr Mixa ist nicht der liebe Gott, und er ist auch nicht die katholische Kirche oder der einzige Christ auf dieser Welt." Roth ergänzte: "Die Zeiten sind zum Glück vorbei, wo von der Kanzel verkündet worden ist, wen ein Christ zu wählen hat."

Kritik von Grünen und CDU

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen- Bundestagsfraktion, Volker Beck, bezeichnete die neuerliche Äußerung von Voß als Ungeheuerlichkeit. CSU-Landtagsfraktionschef Georg Schmid nannte den Nazi-Vergleich durch den Kirchensprecher eine "unmögliche Äußerung". Zwar habe Roth mit ihrer Aussage eine Grenze überschritten, er halte aber beide Äußerungen für keinen "guten Umgang".

Zuvor hatte der Zentralrat der Juden auf Voß' Äußerungen verärgert reagiert. Die Zentralratsvorsitzende Charlotte Knobloch nannte den NS-Vergleich gefährlich, weil dadurch die historische Erfahrung des Nationalsozialismus der Beliebigkeit preis gegeben werde. Knobloch forderte von der Diözese Augsburg "eine Distanzierung und Klarstellung". Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag) hat Knobloch auch vom Vatikan Schritte gegen den Augsburger Bischof gefordert. Voß sagte, er habe mit Knobloch telefoniert und ihr versichert, er teile die Meinung, dass sich jeder Vergleich mit dem Holocaust wegen der historischen Einzigartigkeit dieses Verbrechens verbiete.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
Spocks_Kommentar (24.10.2007, 18:19 Uhr)
Danke Frau Roth
Die Diskussion läuft am Problem vorbei.
Das Problem sind die Religionen. ALLE, egal welche! ALLE sind ausschließlich intolerant und verbreiten und fördern Haß, Gewalt, Not und Tod - egal welche. Und sie verhindern Fortschritt - ALLE! Auch wenn sie das Gegenteil behaupten. Egal ob es die häßliche Fratze des Genozids des Staates Israel an den Palästinensern, der heilige Krieg des George W Busch oder das vermeintlich freundliche Lächeln des Dalai Lama ist, sie säen Gewalt.
Und sie gehören deshalb ALLE in den Mülleimer der Geschichte und schnellstens im Mariannengraben versenkt (die Fische dort tun mir heute schon Leid!)
Frau Roth gebührt der Ruhm, daß sie die alten Tugenden der Grünen und 68-er wieder ein ganz klein wenig an die Oberfläche bringt, das macht Hoffnung. Es schien schon alles verloren.
Weiter so, vielleicht hat die Menschheit ja doch noch die Chance auf Fortschritt, nur bei so kleinen Schritten, wie einen einzelnen besonders üblen Bischof anzugreifen darf es nicht bleiben.....
(Übrigens: Dies ist keine Satiere sondern eine Meinungsäußerung nach GG)
Anemone (24.10.2007, 15:16 Uhr)
@Fox59Fire
Sie zitieren so fleißig folgendes:
"Wie heißt es in der Bibel (Epheser 04/32): "Seid aber zueinander gütig, mitleidig, und vergebt einander, so wie Gott in Christus euch vergeben hat." An diesen Worten sollte sich der ZdJ ein Beispiel nehmen."

Neeeee, Herr Fox, diese Worte gelten nicht den Juden, sondern denen, die an Jesus Christus glauben! Die Juden orientieren sich an die Gesetze der Thora! Sie haben zwar auch das Gebot der Gottes- und der Naechstenliebe! Aber zur Feindesliebe sind erst Christen aufgefordert, denn ohne Christus (seinen Geist) ist es einem Menschen gar nicht möglich, dieses Gebot zu erfüllen.
Also bitte!
@ Schwarzenegger, ich stimme Ihnen zu. Der ZdJ hat wichtige Aufgaben in diesem Land zu erfüllen!
Schwarzenegger (24.10.2007, 14:58 Uhr)
Typisch deutsch
Erstaunlich, wieviele Poster sich gegen den Zentralrat positionieren und behaupten "nicht rechts" zu sein. So funktioniert eben der typisch deutsche Antisemitismus. Was die Nazis sähten, wurde nie gerodet und findet seinen Weg in Kritik an Israel und dem Zentralrat.(Übrigens: Der Zentralrat setzt sich aus deutschen Staatsbürgern zusammen, deren Vorfahren eine Minderheit waren und von den Vorfahren der Masse ermordet wurden)Ich glaube sogar, daß die Poster von sich selbst überzeugt sind, nicht rechts zu sein. Leider sind diese Biedermänner gefährlicher als offene Rechte, schon allein, weil sie die heutige Masse darstellen.
Fox59Fire (24.10.2007, 10:49 Uhr)
Mehr Verständnis und Nächstenliebe!
Eine der Aufgaben des Zentralrates der Juden in Deutschland ist der Kampf gegen den Antisemitismus. Allein aus diesem Grund glaubt der ZdJ, jedem geringsten Verdacht auf Judenfeindlichkeit nachgehen und sich entschieden dazu äußern zu müssen. Sobald auch nur ein einziges Wort aus der Nazi-Terminologie in der Öffentlichkeit auftaucht, vermutet der ZdJ antisemitische Tendenzen, die er bekanntlich entschieden bekämpft. Ob dieses Verhalten übertrieben oder angemessen ist, wird häufig kontrovers diskutiert. Das Unvermögen der Deutschen, sich mit ihrer Vergangenheit konstruktiv auseinanderzusetzen, dient dem ZdJ oft als Vorlage für seine Empörungen. Solange Deutschland seine NS-Vergangenheit nicht konstruktiv be- und verarbeitet, solange erhält ein ZdJ immer wieder die Möglichkeit, den Zeigefinger ermahnend und verurteilend zu erheben. Allein das nach wie vor vorhandene schlechte Gewissen und die enormen Schuldgefühle der Deutschen hinsichtlich der erwiesenen Gräueltaten während der NS-Diktatur ermöglichen es einem ZdJ, Einfluss auszuüben. Aussagen von Mitgliedern des ZdJ, die die israelische Politik hinsichtlich der Palästinenserfrage betreffen und kritisieren, werden im Keim erstickt, die betreffenden Personen werden unter Druck gesetzt und bestraft, um eine einheitliche Linie zu gewährleisten. Da besonders Deutsche der jungen Generationen sich zwar mit der Deutschen NS-Vergangenheit auseinandersetzen, jedoch kaum noch Schuldgefühle empfinden oder ein schlechtes Gewissen haben, da sie den Zweiten Weltkrieg weder verursacht noch mitgemacht haben, ist es ein besonderes Anliegen des ZdJ, die Vergangenheit lebendig zu erhalten und immer wieder auf die verachtenswerte Historie der Deutschen hinzuweisen, währenddessen sich Juden in Israel entschieden weigern, ein Land namens Palästina und dessen Territorialansprüche anzuerkennen und sogar einen Krieg gegen die palästinensischen Nachbarn führen, der von einem Großteil der Nationen verurteilt wird. Der Begriff Heuchelei ist sicherlich angebracht, wenn der ZdJ eine anti-israelische Haltung als Antisemitismus behandelt, was einem Komplex recht nahe kommt. Anstatt ständig - bei passender oder auch unpassender Gelegenheit - mit dem Finger auf "die Deutschen" zu zeigen, sollte der "Zentralrat der Juden in Deutschland" den Deutschen lieber verständnisvoll helfen, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen und diese konstruktiv zu bearbeiten, um eine gemeinsame, harmonische und menschliche Zukunft zu gestalten und zu schaffen. Ohne Hass, ohne Feindschaft, ohne Verfolgung, ohne nachtragend zu sein.
Wie heißt es in der Bibel (Epheser 04/32): "Seid aber zueinander gütig, mitleidig, und vergebt einander, so wie Gott in Christus euch vergeben hat." An diesen Worten sollte sich der ZdJ ein Beispiel nehmen.
RomanTicker (24.10.2007, 10:28 Uhr)
Moment mal
Die ganze Diskussion geht mal wieder komplett am Thema vorbei. Erstens muss man festhalten, dass sich die Grünen-Politikerin Roth eine verbale Entgleisung in Richtung des Bischofs erlaubt hat, die eine klare Beleidigung darstellt und durchaus vor Gericht bestraft würde, wenn es zu einer Verhandlung käme. Zweitens hat der Bischof die Dame nicht als Nazi bezeichnet sondern als faschistoid. Jetzt sollte man vielleicht erstmal überlegen, was das bedeutet, bevor man hier gleich jemanden kreuzigt. Das bedeutet nämlich, dass der Bischof findet, dass Frau Roth sich in abgeschwächter Form einem ähnlichen Denken wie Faschisten hingibt. Damit bringt er zum Ausdruck, dass sie z.B. eine totalitäre Einstellung vertritt und andere Meinungen und Institutionen ablehnt. Ihre Grundhaltung scheint in der Tat so zu sein, dass sich die Kirche nicht äußern soll, dass die Politik die Entscheidungen fällt.
In diesem Zusammenhang ist es umso merkwürdiger, dass dem Zentralrat der Juden keine derartige Schelte zukommt, obwohl er sich wieder einmal in ein Thema einmischt, mit dem er nicht das Geringste zu tun hat.
h-p-t (24.10.2007, 10:27 Uhr)
ich mag Sie alle....
...nicht !
der zentralrat ist nur eine versammlung die sich mit der geschichte ( ns zeit ) profiliert um das bestmöglichste herauszuschlagen für "ihr volk" und ihre eigene problematik wegzureden.
die kirche, darüber braucht man gar nicht reden, deckt es wenn pfaffen messbuben anfingern, zahlt unterhalt für geschwängerte haushaltshilfen ( oder auch nicht ) und hat in der ns zeit sicher sehr gute kontakte zur führung gehabt ( bis auf einige die "aus reinem glauben pfarrer waren,z.b. Pfarrer Karl Steinbauer,Pfarrer Umfrid oder Pfarrer Wolfgang Niederstraßer die nicht selten ihr leben dafür liesen..)oder andere theologen, allen voran bonhöffer oder paul schneider, von der inquisation etc.brauchen wir gar nicht anfangen...
genauso haben aber die grünen und allen voran die vorsitzende mehr als genug "dreck am stecken", genauso wie die braunen die schwarzen, die roten...usw. usf....
also fazit: am besten alle links liegen lassen und auf bessere zeiten ( oder schlechtere ...) warten.
Stagef (24.10.2007, 10:26 Uhr)
Einseitigkeit
Zunächst einmal darf festgehalten werden, dass der "Stern" fälschlicherweise suggeriert, dass es Bischof Mixa gewesen sein soll, der die - zugegebenermaßen - wenig angebrachte Äußerung "faschistoid" gebrauchte; tatsächlich gebrauchte der Bistumssprecher Herr Voß diesen Vergleich.
Die Medien, insbesonders macht es sich hier der "Stern" sehr einfach, beziehen aber in letzter Zeit sehr schnell und sehr einseitig Position gegen Vertreter der katholischen Kirche. Es ist mittlerweile schon beinahe "Hype", gegen die traditionellen Werte der katholischen, ja der christlichen Lehre Stellung zu beziehen, sie zu diffamieren, zu verleugnen und sie ins Lächerliche zu ziehen. Getreu dem Motto: Wer für Tradition, Glaube und konservative Liberalität steht, ist ein "Ewig-Gestriger", der in die barune Ecke gehört und "out" ist. Was wäre geschehen, wenn ein prominenter Politiker der CSU beispielsweise einen Imam als"durchgeknallt" bezeichnet hätte; hätten dies die Medien, vorneweg der "Stern" auch so begierig aufgegriffen, oder wäre diese Thema nicht aus Furcht vor islamischen Übergriffen verschwiegen worden? Nein, wir alle machen es usn zu einfach und Angriffe, seien sie noch so flach und dumm, gegen katholische Geistliche sind derzeit halt "up to date", populistisch.
Noch eine Anmerkung zu einem meiner Vorschreiber: Wer behauptet, bekennende Christen seien im "Dritten Reich" nicht verfolgt worden, hat sich mit der Geschichte nicht auseinandergesetzt und sollte seine Wissenslücken auffüllen.
whismerh2 (24.10.2007, 08:34 Uhr)
@H.Macke
1. würde ich mal einen anderen und
sachlichen Ton wählen.
Jemanden zu empfehlen sich gleich aufzuhängen und gleich politisch
in eine Ecke zu stellen
ist nicht gerade ein Vorbild.
Es existiert wie auch schon von Vorredner erwähnt eine gewisse Vorgehensweise in Palistina, was man
bestimmt auch anders lösen könnte,
und die Kiche sollte aufgrund Ihrer
Vergangenheit nicht immer mit dem
Finger auf andere deuten.
Und es ist nun mal Fakt, das der
Zentralrat sich in alle Sachen die
in nichts angehen sich einmischt.
Manchmal hat man das Gefühl die warten nur darauf.
So und nun können Sie mich ruhig auch
zum Teufel jagen oder in die rechte
Ecke stellen das überlasse ich Ihnen.
erwähnt d
baerbele (24.10.2007, 08:34 Uhr)
Schwarzkittel
Schon in meiner Kindheit hat es geheißen: Die Schwarzkittel sind die Waffen-SS des lieben Gottes. Im Namen der Kirche sind im Laufe der Jahrhunderte unvorstellbare Verbrechen an der Menschheit begangen worden - siehe Inquisition, Hexenverbrennung oder Segnung von Waffen für alle Seiten. Wo nimmt dieser Verein eigentlich seine Moral her????
belzebub99 (24.10.2007, 08:14 Uhr)
@H.Macke
Soviel Unsinn kommt an der Zensur vorbei. Achja..... stellt ja die seit Jahrzehnten verbreitete Meinung dar.
Nur um klar zu stellen: Mit "RECHTS" habe ich nichts zu tun. Habe ich noch nie gewählt und werde ich nie wählen.
Zu Zentralrat: Diese selbsternannte Truppe ist nur für sich selbst da. Dieser Zentralrat ist m.E. ein äußerst fragwürdiges "Gremium" ohne jedwede Legitimation.
Nur, wer traut sich schon zu Hinterfragen?
MEHR ZUM ARTIKEL
Eva Herman Das sagen die stern.de-Leser

Kaum ein Thema hat die stern.de-Leser mehr bewegt, als der gestrige Rauswurf von Eva Herman aus der Talksendung von Johannes B. Kerner. Dabei sind die Meinungen unserer User gespalten: Pro und contra Eva Herman. In der Debatte geht es um Meinungsfreiheit und den zulässigen Sprachgebrauch. mehr...

Der Herman-Eklat "Nazi-Karte sichert Aufmerksamkeit"

War es in Ordnung, dass Johannes B. Kerner Eva Herman eingeladen hat? Was sagt das über den vielleicht heuchlerischen Umgang der Medien mit dem vermeintlichen Tabu des "NS-Vergleichs". Und: Sind "Aussprache-Verbote" sinnvoll? Im stern.de-Interview analysiert der Erinnerungsforscher Harald Welzer den jüngsten Herman-Aufruhr. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe