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11. April 2007, 07:43 Uhr

"Würde der Frau wird verletzt"

Der katholische Bischoff Walter Mixa legt bei seiner Kritik an Familienministerin Ursula von der Leyen nach: Der geplante Ausbau der Krippenplätze sei "inhuman und verletze die Würde der Frau". Was halten Sie von Mixas Äußerungen?

Ewiger Kontrahent von der Leyens: Bischof Mixa© Karl-Josef Hildenbrand/DPA

Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat seine Kritik an der Politik von Familienministerin Ursula von der Leyen verteidigt. Er verwies darauf, dass die CDU-Politikerin die Anzahl der Krippenplätze auf 750.000 aufstocken wolle. Damit werde "angezählt", dass 70 bis 80 Prozent der Frauen nach der Geburt des Kindes wieder voll in den Arbeitsprozess einträten. "Das halte ich nicht für richtig. Das ist für meine Begriffe gegen die Würde der Frau", sagte Mixa am Dienstagabend in den "Tagesthemen".

Frauen dürften nicht dazu gedrängt werden, Kinder zur Welt zu bringen, diese maximal ein Jahr zu betreuen und dann wieder in die Industrie zurückzukehren. Die Erziehung und die Betreuung der Kinder müsse in den ersten Lebensjahren "so weit, wie es möglich ist," in der Familie angesiedelt sein, fügte Mixa hinzu. Der katholische Bischof unterstrich, ihm gehe es mit seinen kritischen Äußerungen nicht darum, irgendjemanden zu verletzen, "sondern darum, deutlich herauszustellen, hier dürfen wir keine falschen Wege einschlagen". Er selbst fördere in seinem Bistum 1400 Krippenplätze und mehr als 430 Kindergärten mit Tagesbetreuung.

An Ostern hatte Mixa die Politik von der Leyens als zutiefst unsozial und familienfeindlich bezeichnet. Ihre Pläne seien gesellschaftspolitisch verfehlt und in hohem Maße ideologiegeleitet. Bereits vor einigen Wochen hatte der Bischof davor gewarnt, Frauen würden durch die Pläne von der Leyens zu Gebärmaschinen degradiert.

Schadensbegrenzung von Lehmann

Unterdessen zeigte sich die in Bad Waldsee bei Ravensburg tagende Deutsche Bischofskonferenz bemüht, den Krippen-Streit nach den erneuten Attacken von Bischof Walter Mixa nicht eskalieren zu lassen. Nach den Worten ihres Vorsitzenden Kardinal Karl Lehmann stehen die Bischöfe mehrheitlich hinter den Ausbau-Plänen. "Die Differenzen sind nicht so groß." Mixas Kritik an den Krippen-Plänen der Bundesfamilienministerin sei "eine Stimme unter den 27 (Diözesen)".

Streit um Finanzierung

Bei der Finanzierung der Kinderkrippen-Pläne von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) steht der großen Koalition ein heftiger Streit ins Haus. Der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Johannes Singhammer (CSU), kündigte am Dienstag an, er wolle den angestrebten Bundeszuschuss für die Kleinkinderbetreuung von einer gleichzeitigen Erhöhung des Kindergeldes für alle Zwei- und Dreijährigen abhängig machen. Dabei strebe er einen Zuschlag von 50 Euro monatlich an, um diejenigen Eltern nicht zu benachteiligen, die ihr Kleinkind zu Hause selbst betreuen, sagte Singhammer am Dienstag der dpa in Berlin.

Die SPD will dagegen die benötigten rund vier Milliarden Euro pro Jahr durch Etatumschichtungen bei Bund, Ländern und Kommunen erwirtschaften - unter anderem auch durch Abschläge beim Ehegattensplittung für Begüterte und durch einmaligen Verzicht auf eine Kindergelderhöhung. Der Krippenausbau ist Thema der Koalitionsrunde am 16. April in Berlin.

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Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 26)
 
M_Prezzo (13.04.2007, 10:44 Uhr)
Noch etwas...
Zusatzinformation: Ich habe eine PR-Agentur, arbeite viel mit Prominenten und Medien. Wir wollen versuchen, bei diesem Thema junge Frauen zum Mitmachen zu bewegen. Neben meiner Investition in die Webseite ProKrippen.de, werden wir mit einer Veranstaltung in Berlin starten. Wer mitmachen will kann sich über die Webseite äussern.
M_Prezzo (13.04.2007, 10:35 Uhr)
Junge Frauen - wo seid Ihr? Warum lasst Ihr es zu, dass alte Bischöfe für Euch sprechen?
Junge Frauen - wo seid Ihr?
Es diskutieren alte Männer und alte Frauen. Wie man im STERN nachlesen kann hat diese Generation offensichtlich mit der Muttermilch eingesogen, dass Kinder bis 3 Jahren - warum, wieso, weshalb - Tag und Nacht die Mama brauchen, weil sie sonst WAS werden? Welch ein Unsinn! In ZDF-Info haben gestern Nacht Sprachforscher erklärt, welch unglaubliche Leistungen 15 Monate alte, zweisprachig erzogene Kinder bringen. Und was diejenigen für ihr ganzes Leben versäumen, die vor sich hin dödeln. Da sollte sich jede Mama zuhause mal fragen, was genau sie mit ihrem Kind drei Jahre lang macht. Ich bin auch Mutter von zwei erwachsenen Töchtern - also auch schon "alt". Und ich bin Arbeitgeberin von mehreren jungen Frauen, die furchtbare Probleme haben, Kind und Beruf zu verbinden. Einer habe ich geholfen, einen Krippenplatz zu bekommen. Sie wäre in die Sozialhilfe abgerutscht. Ihr Kind kam mit einem Jahr in die Krippe und ist ein süsser Frechdachs. Gerade kämpft wieder eine junge Frau mit der Gemeinde Oberhaching.. Und ich habe jetzt Geld in die Hand genommen und die Webseite ProKrippen.de eingerichtet, auf der sich hoffentlich Viele eintragen und berichten, wie es ihnen eigentlich geht. Gut ist, dass es jetzt endlich so aussieht, dass wir trotz Rabenmütter- und Gebärmaschinen-Diskussion Krippenplätze bekommen werden. Wenigstens 750.000 - für jedes DRITTE Kind einen. Schlecht ist dass so viele Unwissende mitdiskutieren, die nur aus der eigenen Emotionalität heraus alten Schmarrn vorbringen. Bitte diese Seite lesen. Bitte den STERN lesen! UND JUNGE FRAUEN AUFFORDERN, SICH ZU ÄUSSERN. Meine Töchter schütteln nur den Kopf. Die gestrige Runde bei Maybrit Illner haben sie kommentiert mit: Wieder nur alte Frauen und alte Männer. Aber: Ich habe ihnen beiden gesagt. Wenn IHR Euch nicht äussert, dann müßt ihr froh sein, wenn die "Alten" ihren langjährigen Kampf dieses Mal für Euch zu Ende zu bringen suchen. Die Zeit ist reif!!! GottseiDank.
Sticky (13.04.2007, 07:25 Uhr)
Für Normalos nicht finanzierbar!
Wäre unser Staat bereit, die jährliche Subventionierung unserer "Staats"-Kirchen von über 14 Milliarden Euro (nach Dr. Carsten Frerk, fowid-Institut) zu streichen und sie stattdessen den Familien geben, wäre Mixas mittelalterliche Vorstellung von Familie für die Betroffenen zumindest finanziell kein Desaster. Da aber bei steigenden Lebenshaltungskosten und Lohndumping im Namen der Globalisierung beide Elternteile arbeiten MÜSSEN, um leben zu können, kann man Mixas Vorstellung nur als "Weltfremd" antun. Ein Mann, der in seiner Kirche niemals am Hungertuch nagen wird - dafür hat seine Institution schon durch verfassungswidrige Knebelverträge mit dem Staat gesorgt (z.B. das sog. "Reichskonkordat" von 1933) - sollte sich mit Kommentaren zurückhalten, von dem er keine Ahnung hat!
Guennie04 (12.04.2007, 09:51 Uhr)
Der Kirche was der Kirche und dem Kaiser was des Kaisers...
Seit seinem useligen Auftreten im bundesdeutschen Fernsehen und seinen Tiraden gegen die Würde der Frauen tritt mal wieder der Herr über alle Wesen dieses Landes ans Rednerpult und verkündet seine Dino-Sprüche, die er aus grauer Vorzeit einmal gelernt bekam. Liebe Mütter, vertraut um Gottes Willen niemals Eure Kinder solchen Leuten an, sie reden von Würde und meinen Unterwürfigkeit, sie Reden von freier Entfaltung der Frau und meinen jene am Küchenherd. Was soll man einem solchen Menschen überhaupt noch über den Weg trauen, einer der ja noch nicht einmal die Geschlechtertrennung am eigenen Leibe erfahren hat,der dem alten Zopf, der Vater bringt das Geld und die Mutter hat gefälligst zu Hause für die Kinder und die Filzpantoffeln zu sorgen. Ich war froh darüber, dass uns beidebn meiner Frau und mir der Staat und seine Einrichtungen viel Unterstützung bei der Kindererziehung zu teil werden liess. In welchem Auftrag darf Herr Mixa solchen Unsinn verzapfen und welcher Journalist wird sich in Zukunft noch mit solchen Fossilen befassen? Ich hoffe er bemerkt dies rechtzeitig.
O.Bi (11.04.2007, 17:38 Uhr)
Ratschläge von einem Vegetarier?
Ich esse kein Fleisch. Wenn sich die Leute über Steaks und Schnitzel unterhalten, halte ich mich zurück. Also, lieben Zölibat-Praktizierter, reden kann man über alles, aber mit Ratschlägen zu den Themen, die einem ganz fremd sind, sollte man etwas sparsamer sein.
Ich habe ein Kind als verheiratete Studentin bekommen, die zeithabenden Großeltern hatten wir keine, trotzdem habe ich nach dem Studium immer gearbeitet. Unter "Arbeiten" meine ich eine bezahlte Tätigkeit außerhalb des Hauses. Meinen Sohn habe ich nicht für die Allgemeinheit bekommen, bin aber froh, dass es in der DDR Kinderbetreuung von gut ausgebildeten Fachkräften möglich war. Leider, wenn ich sehe, wer jetzt ohne Ausbildung, sogar als 1 Euro-Kraft, als Kindererzieher arbeitet, wird mir auch etwas komisch.
Die Mütter der Kinder, die Pfarrer Sigelkow in seine "Arche" betreut, arbeiten auch nicht. Sollen sie noch mehr Geld bekommen? Da können einige von denen noch mehr rauchen, saufen, ..., noch mehr Kinder produzieren weil dafür wieder Geld für Zigaretten gibt.
Kindergeld brauchen Erwachsene, wofür sie das ausgeben, kontrolliert keiner. Für Kinder sind viel wichtiger kleines Frühstück, Mittag, damit der Kopf besser lernt, qualifizierte Betreuung im Kindergarten, in der Schule; preiswerte Unterrichtsbücher, Hefte, Kleidung, Freizeitbeschäftigung, usw. Dafür soll das Geld ausgegeben werden. So kommt das Geld den Kindern direkt zu. Und da kann der Steuerzahler einbezogen werden.
Wenn jemand unbedingt zu Hause sitzen will, bitte schön, aber das ist ein Privatvergnügen. Jammern Sie nicht rum, weil es gespart werden muss, wenn nach der langen Pause oder nach einer Scheidung schwer wird eine ordentliche Arbeit zu finden, wenn später die Rente zu klein ausfällt, wenn das Kind etwas fern Haushaltthemen wissen will...
Kein Kind hat gebeten geboren zu werden. Das ist IHRE Entscheidung, die SIE tragen müssen. Nicht der Nachbar, nicht die fremde Tante.
Und Ziel der Politik sollte die Unterstützung aller, die Arbeiten wollen oder müssen und damit auch später, z.B. als Rentner, für sich und die Gesellschaft zuständigen und sorgenden Bürger, die sie gewählt haben.
AlterEgo (11.04.2007, 16:36 Uhr)
Die Würde ist ein Grundrecht
Wenn es Herrn Mixa um die Würde der Frau geht, und er meint die Pläne von Frau v.d.Leyen, verletzten diese, kann er doch vor das Verfassungsgericht ziehen.
Nun frage ich mich, was daran so besonders würdevoll ist, das Hausmütterlein zu mimen, wärend der "Herr" des Hauses Überstunden kloppt um das notwendige Geld nach Hause zu bringen. Wo bitte entwickelt sich da Zweisamkeit? Und am Ende der Veranstaltung, empfindet sich der "Herr" als ausgenommen, nimmt sich eine Jüngere und zahlt da Almosen für die "Verbrauchte". Die wiederum ist ohne jede Chance, im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen, da sie durch die Kinder gebunden und ohne Berufserfahrung ist. De Weg ins soziale Elend ist dann nicht mehr weit. Wo ist da die Würde der Frau? Und wenn Herr Mixa wüsste was Würde ist, würde er alles daran setzen, das Frauen gleichberechtigte Chancen in der Gesellschaft erhalten. Sie könnten zum Beispiel Bischöfin (oder wie auch immer das weibliche Pendant dann hiesse) werden. Dann wären solche unsinnigen Diskussionen gleich ganz erledigt.
JLIE (11.04.2007, 14:18 Uhr)
deutsch
Meine Kinder sind in Italien, wie alle anderen Kinder auch, in den Ganztagskindergarten gegangen.
Dort gibt es keine Probleme mit der katholischen Kirche.
Meine Frau arbeitet wieder, wie alle anderen auch. Wir kuemmern uns an den Abenden und den Wochenenden mit aller Liebe um die Kinder. Wie (hoffentlich) alle anderen auch.
Die misshandelten und die vernachlaessigten Kinder findet man doch nicht in den Ganztagskindergaerten. Liebe, Zuwendung, Aufmerksamkeit und paedagogische Foerderung lassen sich doch nicht in Stunden messen.
Ich gebe Herrn Mixa allerdings in einem Punkt Recht. Wenn es sich eine Familie finanziell und emotional leisten kann, dass die Mutter sich den ganzen Tag hingebungsvoll um die Kinder kuemmert, dann sollte ihr keiner dieses Recht nehmen.
Herr Mixa, das tut aber auch keiner.
Ich, als einer der letzten braven Kirchensteuerzahler, freue mich sehr darueber, dass meine Frau ein wenig der Lasten von meinen Schultern nimmt. Darueber hinaus bin ich stolz auf meine Frau, die mit sehr viel Einsatz den Spagat zwischen ihrer Berufung als Aerztin und ihrer Liebe als Mutter organisiert.
Und ich glaube, wir waeren beide keine besseren Eltern, wenn meine Frau den ganzen Tag daheim waere.
claron (11.04.2007, 14:16 Uhr)
Proflieren Sie noch, oder handeln Sie schon ?
Herr Mixa möchte uns Frauen gerne wieder ins Mittelalter schicken und Frau von der Leyen möchte das Fahrrad neu erfinden. Warum ist die Politik nicht in der Lage, akzeptable Rahmenbedingungen für alle zu schaffen, so daß jeder nach seiner Lebens-Einstellung leben kann? Jeder soll selbst entscheiden können, ob er sein/e Kind/er selbst betreut oder nicht. Nein, statt dessen medienwirksame Diskussionen, sich schön in den Vordergrund spielen, realitätsfremden Blödsinn erzählen, die Wähler prima polarisieren und Eltern gegeneinander ausspielen. Und was passiert am Ende? Wenn überhaupt, aktionistische Krücken, natürlich in Tateinheit mit dem Griff in die Taschen der Bürger.
Claron
VaterdreiKindern (11.04.2007, 14:12 Uhr)
Mixa hat Recht
Eltern haben Verantwortung für ihre Kinder. Und es ist die Aufgabe der Eltern, ihre Kinder zu erziehen. Die allermeisten Mütter würden sich sehr gern wenigstens in den ersten drei wichtigen Lebensjahren ihrer Kinder selbst um diese kümmern, können dies aber nicht, weil ihnen und ihren Ehemännern systematisch zu hohe Steuer- und Abgabenlasten aufgebürdet werden. Familien stehen heute unter hohem wirtschaftlichem Druck, man betrachte nur die Statistiken zu privaten Insolvenzen oder zur Armut in Deutschland. Im Unterschied zu den 60er Jahren ist es einem durchschnittlichen Familienvater heute kaum noch möglich, Frau und Kinder zu ernähren. "Leere Töpfe machen heiße Köpfe", sagt ein altes Sprichwort. Das im letzten Jahr eingeführte und Mütter, die z.B. ein zweites oder drittes Kind bekommen und deshalb vor der Geburt nicht erwerbstätig waren, klar benachteiligende Elterngeld zeigte bereits die falsche, ideologielastige (erwerbstätige Frauen werden hoch gefördert) Ausrichtung der neuen, von-der-Leyen'schen Familienpolitik.
Anstatt nun die Ungerechtigkeiten bei Steuern und Sozialabgaben wenigstens schrittweise abzubauen, geht eine CDU-Familienministerin hin und will KITAs flächendeckend ausbauen. Die staatlichen Subventionen pro KITA-Platz belaufen sich je nach Schätzung auf 500-1.000 EUR pro Monat. Diese Kosten werden von den Familien, die die KITAs nicht nutzen, über höhere Steuern mitfinanziert oder als höhere Schulden an alle Kinder vererbt.
KITAs dienen nicht dem Kindeswohl. Wer seinen eigenen Augen oder als Eltern seinem eigenen Gefühl nicht glaubt, möge dazu beispielsweise die neuesten Ergebnisse einer amerikanischer Langzeitstudie (NICHD)zur Hand nehmen, die zeigt, dass Kinder um so aggressiver werden - und zwar langfristig bis ins Jugendlichenalter, denn so weit reicht diese Studie inzwischen - je früher und je länger Kinder KITAs besuchten. Diese Ergebnisse sind übrigens unabhängig von der Qualität der KITA, gelten also auch für die besten KITAs. KITAs bilden auch nicht nachhaltig, wie immer wieder behauptet wird. Stattdessen gilt, dass die wichtigste Voraussetzung für den späteren Bildungserfolg gesunde Familienverhältnisse und die Einstellung der Eltern zu Bildung sind.
Immer mehr Ehen (inzwischen 40%!) werden heute geschieden, immer mehr Kinder wachsen nur bei einem Elternteil auf. Fast 20% aller gezeugten Kinder werden in Deutschland abgetrieben (gemeldete Fälle, ohne Dunkelziffer!); in Berlin, das mit KITA-Plätzen überdurchschnittlich ausgestattet ist, über 25%. Selbst ursprünglich gesunde Familien leben sich schnell auseinander, wenn Vater und Mutter an verschiedenen Arbeitsplätzen tätig sind, die Kinder in der Ganztagsschule oder in der Ganztags-KITA untergebracht sind, und die Großeltern in ein Heim abgeschoben werden. Und ein Ende dieser Entwicklung ist bisher nicht absehbar.
Gerade Familien mit Problemen benötigen Unterstützung als Familie, nicht indem man ihnen die Kinder wegnimmt.
Gerecht wäre es, die KITA-Subventionen an die Eltern auszuzahlen, damit diese dann selbst entscheiden könnten. Erst dann wäre Wahlfreiheit gegeben. Übrigens: wenn die Eltern dann höhere KITA-Gebühren zahlen könnten, würden sich schnell viele private KITA's bilden und das vermeintlich zu geringe Angebot an KITAs würde sich in kurzer Zeit auflösen.
Ziele der Familienpolitik der CDU-Ministerin sind nicht das Kindeswohl und nicht der Schutz der Familie, sondern die Interessen der Wirtschaft und der Sozialversicherungen, die die Arbeitskraft der Mütter benötigen, um die demographisch bedingten Lasten, die jetzt immer stärker wirksam werden, zu tragen. Bischof Mixa hat Recht mit dem, was er gesagt hat. Es geht um den Schutz der Familie, der Kinder und auch um die Würde der Mütter. Dies ist ein zutiefst katholisches Anliegen!
Karamella (11.04.2007, 13:46 Uhr)
Ausgerechenet die katholische Kirche
Die katholische Kirche sorgt sich um die Würde der Frau? Super, dann schlag ich als erstes mal vor, sie schafft die Erbsünde ab und stellt Frauen in ihrer eigenen Institution einfach mal gleich, dann reden wir weiter.
Generell möchte ich anmerken, dass ich es bemerkenswert finde, dass keusche nicht beziehungs- und nicht familienerprobte Männer sich anmassen eben auf diesen Gebieten beraten zu können.
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