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13. November 2008, 12:10 Uhr

Zwei Länder leisten Widerstand

Vor der Abstimmung im Bundesrat wird aus mehreren Bundesländern Kritik am BKA-Gesetz laut. In Bayern und Baden-Württemberg hat die FDP, die in beiden Ländern mitregiert, erneut ihren Widerstand deutlich gemacht. Beide Länder wollen sich bei der Abstimmung offenbar enthalten.

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Das umstrittene BKA-Gesetz, das Online-Durchsuchungen erlaubt, stößt im Bundesrat auf den Widerstand von Bayern und Baden-Württemberg© Marcus Brandt/DDP

Wie Bayern wird auch Baden-Württemberg dem neuen BKA-Gesetz im Bundesrat voraussichtlich nicht zustimmen. Ein Sprecher von Justizminister Ulrich Goll (FDP) sagte am Donnerstag in Stuttgart: "Die Position des Ministers war und ist klar: Ein Gesetz, das die Online-Durchsuchung ermöglichen soll, wird er nicht mittragen."

Zugleich stellte er aber für die CDU/FDP-Regierung auch klar: "Es gibt noch keine Festlegung über das Abstimmungsverhalten im Bundesrat." Dies werde erst bei der Kabinettssitzung vor der Sitzung der Länderkammer festgelegt. Der Koalitionsvertrag der CDU/FDP-Landesregierung sieht in Streitfällen eine Enthaltung im Bundesrat vor.

Zuvor hatte bereits die bayerische FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger angekündigt, dass sich die FDP einer Zustimmung der bayerischen Regierungskoalition zum BKA-Gesetz im Bundesrat widersetzen werde. "Aus unserer Sicht kann Bayern dem auf gar keinen Fall zustimmen. Darüber wird in der Koalition zu reden sein. Für die FDP ist klar, dass wir dieses Gesetz nicht mittragen können", sagte Leutheusser-Schnarrenberger der "Passauer Neuen Presse"

Warnung vor einem "deutschen FBI"

Durch das Gesetz entstehe "eine Art deutsches FBI, denn das BKA erhält eine Vielzahl geheimdienstlicher Befugnisse", kritisierte die FDP-Politikerin. Dies laufe dem Föderalismus zuwider und sei Zentralismus. "Ich verstehe nicht, warum die Länder nicht dagegen Sturm laufen."

Das Bundeskriminalamt darf künftig im Kampf gegen den Terrorismus Computer ausspähen, Wohnungen mit Kameras und Mikrofonen überwachen und Rasterfahndungen durchführen. Gegen den erbitterten Widerstand der Opposition hatte die Koalitionsmehrheit im Bundestag am Mittwoch mit dem BKA-Gesetz eine der größten Polizeireformen in der Geschichte der Bundesrepublik beschlossen. Noch in diesem Jahr sollen die Neuregelungen in Kraft treten. Die Verabschiedung im Bundesrat gilt trotz des Widerstands der FDP in Bayern und Baden Württemberg als ziemlich sicher.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
SethusCalvisius (14.11.2008, 00:31 Uhr)
wo bleibt die SPD?
Wäre es nicht Aufgabe der SPD, solche Gesetze zu verhindern? Heißt denn "Große Koalition", dass man jede Eigenständigkeit aufgibt? Online-Durchsuchungen, Bundeswehr im Inneren, Bonuszahlungen für Bahnmanager, Steuergeschenke für Luxusautofahrer..... Was will die SPD ihren (ehemaligen) Wählern noch alles zumuten? Da muss ausgerechnet die FDP versuchen, den größten Blödsinn zu verhindern?
Necro (13.11.2008, 22:03 Uhr)
Ich haette nie gadcht das ich das mal sagen wuerde....
...aber all meine Hoffnung liegt bei der FDP diesen Irrsinn zu stoppen. Ich bion nun wahrlich kein Fan der Liberalen, schon allein naus dem Grund das Sie die Fahne dahin drehen wo es grade passt und sie mit an die Regierung kommen, doch hier scheint man die Zeichen erkannt zu haben. So liebe FDP, hier Ihre grosse Chance jede Menge Sympathie zu gewinnen.
Administrator (13.11.2008, 15:52 Uhr)
@pA1337
Liebe/r pA1337,
vielen Dank für den Beitrag. Sie verwechseln den Artikel - Sie meinen den Beitrag "Online-Durchsuchung kommt" zu dem wir viele Kommentare erhalten haben.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihre stern.de-Admins
pA1337 (13.11.2008, 14:55 Uhr)
Admin
Ähm wo sind die anderen minimum 50 Comments zu diesem Artikel?? Hat der Stern ne neue Zensur-Richtlinie?
Malt (13.11.2008, 13:47 Uhr)
War eigentlich....
...eine rhetorische Frage ;-)
Quin (13.11.2008, 13:20 Uhr)
Warum nicht dagegengestimmt wird?
Weil es in einer Koalition mindestens 2 Parteien gibt. Falls diese nicht mit einer Stimme reden (wie bei CSU und FDP), dann bleibt ja nur die Enthaltung, oder?
Malt (13.11.2008, 13:06 Uhr)
Widerstand...
...durch Enthaltung? Warum wird denn nicht dagegen gestimmt?
.
Aber mit derartigen Aussagen wird die FDP ja fast wählbar ;-)
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