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Stars als Fans - ein Blumenstrauß für die Kanzlerin

Einfach mal Danke sagen: In Berlin wollten Filmproduzentin Regina Ziegler und eine Schar Prominente Merkel für ihre Flüchtlingspolitik ehren. Die Kanzlerin hatte allerdings Wichtigeres zu tun. Flüchtlingspolitik machen. 

Von Karoline Böhme und Lilli Hövener

Blumen für die Kanzlerin

Plaketten und Sticker der Organisation Blumen für die Kanzlerin - Künstler organisierten diese Geste der Solidarität mit Merkel am Weltfrauentag. 

Es ist frisch in Berlin, aber immerhin: Die Sonne scheint. Vor dem Kanzleramt steht ein unscheinbarer Imbiss-Wagen. Niemand würde vermuten, dass sich hier in Kürze zahlreiche Prominente der deutschen Film- und Fernsehbranche versammeln werden. Nach und nach reisen auch Vertreter der Medien an. Alle Besucher erhalten zur Begrüßung eine Ansteckplakette, "Blumen für die Kanzlerin" steht darauf.

Nicht mehr und nicht weniger ist der  Zweck der Veranstaltung: Auf Initiative der Filmproduzentin Regina Ziegler und des Regisseurs Volker Schlöndorff soll Angela Merkel am heutigen Weltfrauentag ein Blumenstrauß und ein Dankesbrief überreicht werden. Als Zeichen der Solidarität, der Unterstützung und der Ermutigung. Schließlich sei ihr Satz "Wir schaffen das" sei zum Hoffnungsspruch für Flüchtlinge, für die deutsche Bevölkerung, aber auch für die ganze Welt geworden.

"In Deutschland gibt es nicht nur die AfD"

"Es ist Zeit, dass wir Dankeschön sagen. Angela Merkel ist eine Chefin, die es mit Souveränität schafft, die Situation zu händeln", erklärt Ziegler. 150 Prominente sollen den Brief unterschrieben haben, einige davon sind an diesem Tag auch zum Kanzleramt gekommen.

Regina Ziegler vor dem Kanzleramt in Berlin

Regina Ziegler wird interviewt, kurz bevor ihre Aktion Blumen für die Kanzlerin startet. 

. "Es ist ein Zeichen der Ermutigung und soll zeigen, dass es in Deutschland nicht nur AfD, Pegida und Rassismus gibt", sagt TV-Moderator Michel Friedman und appelliert an Europa. "Die Basis der EU sind die Menschenrechte. Wenn wir diese Basis verlassen, auf Konfrontation statt Kooperation setzen, dann ist die EU nicht haltbar."

Harte Worte -  in einer eher zwanglosen Atmosphäre. Journalisten und Filmleute stehen vor dem Catering-Wagen, trinken Kaffee und  unterhalten sich. Nico Hofmann, Geschäftsführer der UFA GmbH, sagt, er verfolge den Kurs Merkels in der Flüchtlingspolitik schon lange und sei davon überzeugtt. "Ich bin entsetzt, wie schnell das politische Klima kippen kann", sagt Nico Hofmann mit Blick auf den Wahlerfolg der AfD bei den Kommunalwahlen in Hessen. "Es ärgert mich, dass Parteien wie die AfD dieses Momentum ausnutzen." Auch Schauspielerin Andrea Sawatzki ist es wichtig, die Bundeskanzlerin zu unterstützen: "Wir wollen ein Zeichen für die Menschenwürde setzen. Der Weg von Angela Merkels Politik ist richtig, wir sind aber noch nicht am Ziel."

Gruppenfoto vor der Blumenübergabe am Kanzleramt

Die Produzentin Regina Ziegler und Regisseur Volker Schlöndorff mit einigen Prominenten kurz vor Abgabe der Blumen und des Dankschreibens an Angela Merkel. 


Nur eine kleine Geste

Nun gehen die Gäste zum Tor des Kanzleramts. Ein Bote des Hauses und nimmt den Strauß Rosen voller Dankbarkeit entgegen. Die Kanzlerin selbst ist nicht da, denn sie hat Wichigeres zu tun: Flüchtlingspolitik machen. Am Montag begann der EU-Gipfel in Brüssel, auf dem eine Vereinbarung mit der Türkei geschlossen werden sollte - aber nur der Einstieg in weitere Verhandlungen gelang. Gleichzeitig machen immer mehr EU-Staaten ihre Grenzen dicht. Ebenfalls am Montag wurden die ersten Ergebnisse der Kommunalwahl in Hessen bekannt. Demnach wählen immer mehr Menschen AfD, weil sie mit Merkels Flüchtlingspolitik nicht einverstanden sind. An Merkel-Kritikern mangelt es nicht - aber es gibt eben auch Anhänger. Hier vor dem Kanzleramt werden Stars für kurze Zeit zu Fans. 

"Es gibt Länder und Politiker, die ‚Nein’ sagen und ihre Verpflichtung vollkommen vergessen", sagt Michel Friedman. "Andere sagen ‚Nein, aber’. Angela Merkel sagt ‚Ja, aber’, kämpft für die Demokratie und erinnert an die Verpflichtungen der EU. Ich unterstütze dieses ‚Ja, aber’." Filmregisseur Schlöndorff sagt, er sei von der Euphorie der Bevölkerung zu Beginn der Flüchtlingswelle sehr überrascht gewesen. "Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich bin unglaublich stolz auf unser Land, das war wie ein zweites Sommermärchen." Angela Merkel habe diese Haltung bekräftigt. "Dafür verdient sie Lob, keine Schimpfe", sagt Schlöndorff. 

Vielleicht hätte Merkel das auch mal gerne persönlich gehört.

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