. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
26. Mai 2006, 18:29 Uhr

Spitzelbericht ist veröffentlicht

"Diese Maßnahmen waren ganz überwiegend rechtswidrig" - so steht es im Untersuchungsbericht über die Bespitzelung von Journalisten, der am Freitagabend veröffentlicht wurde. Der BND-Chef Uhrlau entschuldigte sich bereits.

Der BND bespitzelte Redaktionen - "meist rechtswidrig"© Steffen Kugler/DPA

Nach langem Hin und Her hat der Bundestag den Untersuchungsbericht herausgegeben, der die Bespitzelung von Journalisten nachzeichnet. Er kann im Internet unter www.bundestag.de heruntergeladen werden. Die Pressestelle des Bundestags gibt den Bericht (leider) nicht zum Download auf fremden Servern frei, wie eine Anfrage von stern.de ergab. Die Stellungnahme der Bundesregierung ist unter www.bundesregierung.de nachzulesen.

Vor der Veröffentlichung war es zu zahlreichen Indiskretionen gekommen. Außerdem wurde ein Gerichtsurteil gesprochen, wonach einzelne Passagen weggelassen werden mussten. Das 180 Seiten lange hätte schon am Mittag im Internet stehen sollen, die Publikation verzögerte sich aber, weil das Sekretariat des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG) für die Geheimdienste die Änderungen in dem Bericht berücksichtigen musste.

Uhrlau entschuldigt sich

In der nunmehr veröffentlichten Fassung sind viele Personenangaben zur Journalisten und BND-Mitarbeitern anonymisiert. Außerdem wurden Passagen gestrichen, die nur für das geheim tagende PKG bestimmt waren. Als Gründe wurden der Geheimnis- und Persönlichkeitsschutz genannt. Der Bericht basiert auf Material, das der BND dem Sonderermittler Schäfer freiwillig zur Verfügung stellte - und zeigt damit vermutlich nur die Spitze des Eisberges.

Direkt nach der Veröffentlichung entschuldigte sich der BND-Chef Ernst Uhrlau. "Für die Rechtsverletzungen, die durch Maßnahmen des BND erfolgt sind, bitte ich als Präsident des BND um Entschuldigung."

Harsche Kritik des DJV

Der Deutsche Journalisten-Verband fühlt sich durch die Publikation in seiner Einschätzung bestätigt, dass der BND einen "Anschlag auf die Pressefreiheit" unternommen hatte. Das Ausmaß der Spitzelaffäre sei beängstigend, erklärte der Vorsitzende Michael Konken am Freitag in Berlin. Ein Spitzelsystem habe Journalisten kontinuierlich überwacht, nicht etwa nur in Einzelfällen. "Sowohl die Zahl der bespitzelten Kollegen als auch Art und Umfang der Nachrichtengewinnung zeigen, dass der BND jeglichen Respekt vor der Pressefreiheit, den Medien und der besonderen Rolle von Journalisten im demokratischen Staat verloren hat."

Scharfe Kritik äußerte er an Journalisten, die als BND-Informanten gearbeitet haben: "Wer als Journalist für einen Geheimdienst arbeitet, hat im Journalismus nichts mehr zu suchen. Spitzel verstoßen zum einen gegen den Pressekodex und schaden zum anderen den betroffenen Kollegen und dem Ansehen unseres Berufsstandes."

AP/Reuters/DPA/lk
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Geheimdienste "Es gab schmutzige Angebote"

Der BND hat Journalisten bespitzelt, heute wird der Bericht darüber veröffentlicht. Der stern sprach mit Erich Schmidt-Eenboom, der zu den Opfern gehört, aber auch mit dem BND kooperierte. Schmidt-Eenboom sagt, die Politik habe den BND nicht mehr im Griff. mehr...

BND-Affäre Ein Spitzel packt aus

Jahrelang hat der Journalist Wilhelm Dietl geleugnet, für den BND gearbeitet zu haben. Jetzt wurde er geoutet: Dietl hat in zehn Jahren 650.000 Mark vom BND für seine Dienste erhalten. mehr...

BND-Bericht Privates soll geheim bleiben

Welche Journalisten im Auftrag des BND Kollegen bespitzelt haben, steht in einem Geheimbericht. Ein Kontrollgremium entscheidet nun, ob und inwieweit dieser veröffentlicht wird. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe