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Schock im Mai 2006: Der Schriftsteller Ulrich Ritzel liest, dass sein Name im "Schäfer-Bericht" steht, der schildert, wie der BND Journalisten bespitzelt hat. Es stellt sich heraus, dass Ritzel verwechselt wurde - und zwar mit mir. Die Peinlichkeit war nun Thema im BND-Untersuchungsausschuss.
Thomas Oppermann, SPD, behauptete vor dem BND-Untersuchsausschuss, Guantanamo-Häftling Kurnaz habe mit den Taliban kämpfen wollen. Den Amerikanern, sagte er, Kurnaz sei irrtümlich festgenommen worden, wie US-Depechen auf Wikileaks belegen.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier nannte es ein "vergiftetes Lob". Wertvolle Informationen sollen deutsche Agenten während des Irak-Kriegs geliefert haben, so ein früherer US-General. Steinmeier, damals für die Kontrolle des BND zuständig, bestreitet dies vehement. Und sein Vorgänger Joschka Fischer tut eh, als ginge ihn das alles nichts an.
Vierter Auftritt vor dem BND-Untersuchungsausschuss: Außenminister Frank-Walter Steinmeier bezeichnete die Vorwürfe, Deutschland sei für die Verschleppung Terrorverdächtiger durch die USA mit verantwortlich, als "groben Unfug".
Bundesweit ermitteln Staatsanwaltschaften gegen 17 Journalisten, die aus vertraulichen Papieren des BND-Untersuchungsausschuss zitiert haben sollen. FDP-Politiker Stadler sagt, mit den Verfahren sei man "über das Ziel hinausgeschossen".
Das Bundesverfassungsgericht urteilte: die Regierung hat den BND-Untersuchungsausschuss verfassungswidrig behindert. Das ist ein Sieg für die Demokratie. Vielleicht erlebt der Ausschuss sogar eine Neuauflage. Noch einmal mit Frank-Walter Steinmeier in der Titelrolle.
Der BND-Untersuchungsausschuss hat sein Urteil gefällt: nicht schuldig! Der Ex-Kanzleramtschef und jetzige SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hätte nichts falsch gemacht. Dabei ist der Abschlussbericht voll mit Verfehlungen der Beteiligten.
Er war das Zentrum der Zentrale der rot-grünen Regierung. Und diese Vergangenheit verteidigt Frank-Walter Steinmeier offensiv. Berlin habe sich bei den CIA-Verschleppungs-Aktionen nicht zum Komplizen gemacht, beteuerte der heutige Außenminister vor dem BND-Untersuchungsausschuss.
In der Kurnaz-Affäre hat die SPD-Spitze ihrem Parteigenossen Steinmeier den Rücken gestärkt. Nach Ex-Innenminister Schily stellte sich auch Vize-Kanzler Müntefering hinter den Außenminister und warnte vor "unangemessenen Urteilen".
Der BND-Untersuchungsausschuss geht in die nächste Runde. Vier Geheimdienstler aus Pullach sollen erklären, ob die Deutschen den Amerikanern Daten im Irak-Krieg zugeliefert haben. Doch die Aufklärung ist zäh - auch weil wichtige Akten fehlen.
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