. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
19. Juni 2008, 17:00 Uhr

Steinmeier übernimmt keine Mitverantwortung

Vierter Auftritt vor dem BND-Untersuchungsausschuss: Außenminister Frank-Walter Steinmeier bezeichnete die Vorwürfe, Deutschland sei für die Verschleppung Terrorverdächtiger durch die USA mit verantwortlich, als "groben Unfug".

Außenminister Frank-Walter Steinmeier© Sean Gallup/Getty Images

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat Vorwürfe über eine Mitverantwortung Deutschlands bei den geheimen CIA-Gefangenenflügen als "groben Unfug" zurückgewiesen. Diese Flüge seien von deutscher Seite weder unterstützt, noch geduldet oder gar gefördert worden, sagte Steinmeier am Donnerstag unmittelbar vor seiner Aussage im BND-Untersuchungsausschuss in Berlin. Er habe vielmehr seine US-Amtskollegin Condoleezza Rice gleich zu Beginn seiner Amtszeit darauf hingewiesen, dass derartige Flüge nicht mit deutschem Recht vereinbar und deshalb inakzeptabel seien. In Steinmeiers Aussage wurden aber auch Meinungsunterschiede zwischen Berlin und Washington über die Geheimflüge deutlich.

Es gebe auch weiterhin einen Dialog mit der US-Seite, damit sich solche Aktionen nicht wiederholten. Es sind zwei CIA-Gefangenenflüge registriert, die über deutsches Hoheitsgebiet führten. Steinmeier, der zum vierten Mal im BND-Ausschuss auftrat, verteidigte zugleich die enge Zusammenarbeit mit den US-Sicherheitsbehörden nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Dies sei mit Unterstützung aller Parteien im Bundestag geschehen. Mit Blick auf den Fall des 2001 irrtümlich festgenommenen Ägypters Abdel-Halim Khafagy sagte Steinmeier, Khafagy sei "gravierendes" Unrecht angetan worden.

Bei seinem mit Spannung erwarteten vierten Auftritt vor diesem parlamentarischen Gremium sagte der Minister, er habe wie viele andere in Deutschland auch erstmals durch einen Bericht der Zeitung "Washington Post" vom 2. November 2005 erste Hinweise auf Geheimgefängnisse erhalten. Anfang September 2006 habe US-Präsident George W. Bush die Existenz dieser Institutionen erstmals öffentlich gemacht. "Verschleppung und Folter kann man nicht verteidigen", sagte Steinmeier.

Zögerlich mit Informationen umgegangen

Er verstehe die Forderung der Opposition, die Bundesregierung hätte gegenüber Washington "auf den Tisch" hauen müssen. Viele der inzwischen geäußerten und veröffentlichten Vermutungen seien aber rein spekulativ. Durch Steinmeiers Aussagen wurde aber auch deutlich, dass die US-Behörden wie auch seine Kollegin Rice sehr zögerlich mit Informationen über die CIA-Flüge umgingen. Er habe dieses Thema bereits am 29. November 2005 bei seinem Antrittsbesuch als Außenminister in Washington angesprochen, sagte Steinmeier. Er verwies auf einen Brief an Rice vom 4. März dieses Jahres, in dem er darauf verwiesen habe, dass die USA die Souveränität anderer Nationen respektieren müssten. Dieses Schreiben sei bis heute nicht beantwortet. "Ich will nicht verhehlen, dass unterschiedliche Standpunkte in wichtigen Fragen fortbestehen", betonte der Minister.

"Wir erwarten von unseren Freunden, dass sie unsere Rechtsprechung respektieren und dass sie sich bei ihren Aktivitäten in Deutschland an unser Recht und Gesetz halten", sagte Steinmeier in seiner Eingangserklärung vor dem Ausschuss.

Mangelnde Kooperationsbereitschaft

Vor dem Minister hatte der als Ermittlungsbeauftragte eingesetzte frühere Bundesdatenschützer Joachim Jacob erläutert, dass die deutschen Behörden nur zu einem geringen Maß detaillierte Erkenntnisse über diese Gefangenenflügen über deutsches Hoheitsgebiet hätten. Dabei beklagte er eine mangelnde Kooperationsbereitschaft der zuständigen US-Behörden. Jacobs hatte im Auftrag des Ausschusses die vorhandenen und zugänglichen Akten gesichtet.

Bekannt ist danach, dass am 18. Dezember 2001 die CIA zwei ägyptische Terrorverdächtige von Schweden nach Kairo brachte und dabei 25 Minuten lang auch deutsches Hoheitsgebiet überflog. Am 17. Februar 2003 flog die CIA den ägyptischen Terrorverdächtigen Abu Omar mit Zwischenlandung in der US-Militärbasis Ramstein (Rheinland-Pfalz) nach Kairo.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
SethusCalvisius (21.06.2008, 00:40 Uhr)
zum Thema
Zunächst bitte ich um Entschuldigung, dass ich hier zum Thema etwas schreibe. (Weiß noch jemand, worum es in dem Artikel ging?)
Steinmeier ist einer dieser typischen aalglatten Politiker, von denen wir schon viel zu viele haben. Wenn es ernst wird, hat er von nichts gewusst; für Fehler, die er oder seine Mitarbeiter gemacht haben, die Verantwortung zu übernehmen, kommt ihm nicht in den Sinn. Dass er in Umfragen gute Noten bekommt, liegt eigentlich nur daran, dass die meisten wenig von ihm wissen. Sollte er ernsthaft als Kanzlerkandidat antreten, würde er wahrscheinlich noch schneller entzaubert werden als einst Rudolf Scharping. Im Vergleich zu Steinmeier wäre mir sogar dieser Problembär aus Reinland-Pfalz noch lieber.
MamfredBuchholz (20.06.2008, 10:50 Uhr)
@sportmakler
Der "Nazi" bezog sich nicht auf peterpans wirklich nette Phantasiegeschichte, sondern auf zwei ziemlich braune Kommentare, die zwischenzeitig wieder gelöscht wurden.
sportartmakler (20.06.2008, 09:47 Uhr)
na klar manfred
wenn man kritisch auf den 11.9. schaut und sich mit den unstimmigkeiten auseinandersetzt, ist man halt nazi und amerikahasser?
schöne satire ansonsten ein bißchen kurzsichtig. die meisten publikationen stammen im übrigen aus den usa, die hassen sich bestimmt alle selbst....
MamfredBuchholz (20.06.2008, 08:55 Uhr)
wie schön
dass es einige immer wieder hinbekommen jedes beliebige Thema mit ihren antiamerikanischen und antisemitischen Hassparolen zu würzen. Na klar, wir sind von Amis und Israelis besetzt. Angerla Merkel ist ein ferngesteuerter Klingone und dass es morgens hell und abends dunkel wird, eine perfekte Illusion. So lange Nazis ungehindert ihren Müll hier absondern, braucht man eigentlich keine Fantasy-Bücher zu lesen
peterpan1001 (20.06.2008, 03:05 Uhr)
na gut herr buchholz
dann beantworte mir doch eine einfache frage von den 1000 unstimmigkeiten: wie kann es sein daß wtc7 eingestürtzt ist, ein hochhaus, immerhin 200m hoch, einen block entfernt von den towers, kein feuer und kein flugzeug, und im untersuchungsbericht mit 1000 seiten wurde das wtc7 gar nicht erwähnt. schon komisch? und jetzt deine erklärung dazu bitte?!? schau in youtube unter wtc7 - das ding kommt so schnell runter wie im freien fall !! das ist ganz klar eine sprengung!!
Reality (19.06.2008, 23:17 Uhr)
Denke die SPD kann sich keine schlechtere Reklame leisten..
Meiner Meinung nach wäre es eine fatale Fehlleistung der SPD wenn sie diesen Außenminister zum Kanzlerkandidaten machen würde.
Allerdings, wenn sie noch mehr Wähler verlieren möchte, sollte sie es tun.
Ich jedenfalls, kann mir nicht vorstellen, daß diesem Mann irgendjemand Vertrauen schenken mag.
feldsalat (19.06.2008, 22:57 Uhr)
Jetzt aber ...
... mal zurück zum Thema:
Ich verstehe üüüüberhaupt nicht, weshalb man Steinmeier für den besseren SPD-Kanzlerkandidaten hält. So ein eiskalter Taktierer und (meiner Meinung nach) auch Lügner, der einen unschuldigen Menschen in Guantanamo verrotten lassen wollte, sich für die Menschen nicht wirklich einsetzt, Beteiligungen an jeder Schweinerei leugnet und von nix gewusst haben will, was in seinem Einflussbereich während der letzten Regierung passiert ist.
Nee, einen solchen Kanzler würde ich mir nie und nimmer wünschen. Der ist doch aalglatt. Begreife nicht, was den bei den Umfragen in der Beliebtheitsskala so weit oben stehen lässt. Die Leute müssen blind sein ...
Schnaafpaaf (19.06.2008, 21:02 Uhr)
@Mamfred Buchholz: Ham Se
schön und treffend beschrieben. Bloß die verblindeten Fanatiker wissen sicher nicht einmal, mit Ihrer Satire umzugehen. Good luck und weiter so.
MamfredBuchholz (19.06.2008, 19:56 Uhr)
na klar
darf man hier frei seine Meinung sagen und jede noch so wilde Verschwörungstheorie verbreiten, für die man andernorts sofort auf Halluzinogene untersucht würde. Hinter dem 11. September (wie allen islamistisch getarnten Anschlägen der letzten Jahre) steckt selbstverständlich die altbekannte israelisch-amerikanische Weltverschwörung, die weiterhin auch für die Erderwärmung verantwortlich ist und Schuld daran hat, wenn Deutschland heute gegen Portugal verliert. Osama Bin Laden ist eine Kunstfigur, die auf Steven Spielbergs PC entstanden ist. Der Stern durfte all dies nicht recherchieren, weil er zu der von amerkanischen Geheimbünden gesteuerten weltweiten Medienallianz gehört....
peterpan1001 (19.06.2008, 17:56 Uhr)
lieb stern redaktion
warum untersucht ihr nicht mal die 9-11 frage? da sind soviele unstimmigkeiten und mittlerweile soviele beweise die gegen die offizielle version sprechen, das kann doch keinen journalisten ruhig schlafen lassen. könnt ihr nicht oder dürft ihr nicht?
liebe grüsse
peterpan1001@web.de
ps. finde es schön daß hier auch meinungen zugelassen werden, die bei focus,bild,spiegel schon längst gelöscht worden wären
MEHR ZUM ARTIKEL
Fall Khafagy "Wer hat mir das angetan?"

Am 25. September 2001 wurde der in München lebende Ägypter Abdel Halim Khafagy von Amerikanern verschleppt. Bis heute weiß er nicht, warum. Nun diskutiert der BND-Untersuchungsausschuss den Fall. stern.de hat mit Khafagy und seiner Tochter Ahlam gesprochen. mehr...

BND-Untersuchungsausschuss "Die Fakten sind eigenartig"

Von der Entführung des Deutsch-Syrers Mohammed Zammar durch die CIA will der damalige Kanzleramtsminister Frank-Walter Steinmeier nichts erfahren haben. Doch in Steinmeiers Antworten vor dem BND-Untersuchungsausschuss hat FDP-Obmann Max Stadler "eigenartige Fakten" entdeckt. mehr...

BND-Untersuchungsausschuss Steinmeier weist Vorwürfe zurück

Außenminister Steinmeier hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Bundesregierung sei an der Verschleppung des Deutsch-Syrers Zammar mitschuld. "Völliger Unsinn", sagte er. Man habe sich "immer in den Grenzen des Rechtsstaates" bewegt. Der aktuelle stern belegt das Gegenteil. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe