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27. Oktober 2009, 12:15 Uhr

Brandenburg wird rot-rot

Die neue rot-rote Landesregierung in Brandenburg steht. SPD und Linke haben sich nach Angaben der Linkspartei auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Auch die Verteilung der Ressorts ist demnach abgeschlossen.

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Einen Monat nach der Wahl sind sie sich einig: Ministerpräsident Matthias Platzeck und die Fraktionschefin der Linspartei, Kerstin Kaiser© Michael Gottschalk/DDP

Vier Wochen nach der Landtagswahl ist die erste rot-rote Landesregierung in Brandenburg perfekt. SPD und Linkspartei hätten sich in der Nacht zum Dienstag auf einen Koalitionsvertrag geeinigt, teilte die Sprecherin der Linkspartei, Maria Strauß, mit. SPD und Linke brauchten fünf Verhandlungsrunden zur Ausarbeitung des Vertrages, der die Politik für die kommenden fünf Jahre bestimmen wird.

Letzte wichtige Themen waren der Zuschnitt der Ministerien und die Besetzung der Ministerposten. Offiziell wurde dazu zwar zunächst nichts von den Verhandlungspartnern mitgeteilt, nach Medienberichten besetzt die SPD aber fünf Ministerien, die Linke vier.

Die Sozialdemokraten behalten demnach Bildung, Jugend und Sport sowie Arbeit, Soziales und Frauen. Sie sind auch für Kultur und Wissenschaft zuständig und übernehmen das Ressort Infrastruktur und Inneres. Die Linke erhält die Ministerien für Finanzen und Justiz, für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz sowie für Wirtschaft und Europa.

Ministerpräsidentenwahl am 6. November

Der Koalitionsvertrag wird nun den Parteigremien übermittelt. Am Mittwoch sollen die Landesvorstände darüber beraten. Am Donnerstag wollen Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und die Fraktionschefin der Linkspartei, Kerstin Kaiser, die Vereinbarungen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellen. Schließlich soll der Koalitionsvertrag am 4. November von Landesparteitagen der SPD und der Linken abgesegnet werden. Zwei Tage später könnte Platzeck dann im Landtag von der neuen Koalition wieder zum Ministerpräsidenten gewählt werden.

Nach ihrem Sieg bei der Landtagswahl am 27. September hatte sich die SPD entschieden, ihr seit zehn Jahren bestehendes Regierungsbündnis mit der CDU zu lösen und stattdessen mit der Linkspartei zu koalieren. Im neuen Brandenburger Landtag kommen die Sozialdemokraten auf 31 und die Linken auf 26 Sitze. Die Opposition nimmt insgesamt 31 Sitze ein: CDU 19, Liberale 7 und Bündnis 90/Grüne 5.

Personalabbau im Landesdienst vereinbart

In den Koalitionsverhandlungen hatten sich SPD und Linke darauf geeinigt, dass angehende Abiturienten aus einkommensschwachen Familien künftig ein Schüler-Bafög erhalten und 1250 neue Lehrer in den nächsten fünf Jahren eingestellt werden sollen.

In einem öffentlich geförderten Beschäftigungssektor sind 8000 neue Jobs geplant. Die Braunkohleverstromung soll vorerst trotz des Widerstandes in den Reihen der Linken fortgesetzt werden. Außerdem strebt Rot-Rot die Angleichung von Ost- und Westrenten an.

Das lange strittige Thema Personalplanung wurde erst zum Schluss ausgeräumt: Die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst soll vor allem durch altersbedingte Abgänge und natürliche Fluktuation bis 2019 von jetzt rund 51.000 auf 40.000 zurückgehen.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Sozimod (27.10.2009, 21:32 Uhr)
Ich nehme Intelligenz zurück
@raptor-xl:
Bundespolitik kann man nicht mit Landespolitik verwechseln. Sollten Sie eigentlich Wissen. Wie sie richtig beschrieben haben sind dies die Auswirkungen einer Regierung, ohne Linke Beteiligung. Warten wir doch ab.
Sollte es die Linke versäumen (oder gar Wortbrüchig werden) freuen sich die ganz Rechten (und zu Recht).
embe (27.10.2009, 13:32 Uhr)
Schämt Euch
*ohne Worte*

(das ist schon in Berlin schlimm genug)
chatahootchee (27.10.2009, 13:24 Uhr)
VORWAERTS
in die Vergangenheit.
raptor-xl (27.10.2009, 13:14 Uhr)
wie in berlin...
beamte sollen weg. also nimmt man die polizisten. und dann stadtreinigung, dann forstamt. es gibt dann mehr kriminalität, mehr müll und über alles wächst dann aber mehr gras... :D

und nun freue ich mich für die brandenburger krankenschwester, friseurin, putzfrau und blumenverkäuferin. denn die bekommen doch sicher nun schnell den versprochenen mindestlohn, oder?! das land brandenburg wird das doch wohl tariflich festsetzen lassen...
und ab morgen werden viele bundesbürger nach brandenburg auswandern, denn dort gibt es jetzt reichtum für alle!!! und brandenburg wird einseitig die hartzIV-regelungen ändern und zahlt sicher 50 euro mehr pro kopf, oder?! all das hat die linke doch versprochen. und diese dinge kann ein bundesland doch alleine umsetzen. und die spd mit platzek war doch der wunschkandidat. also scheint ales bestens. ich lass mich überraschen!!!! muhahahahaha
also_ne... (27.10.2009, 12:34 Uhr)
@ sozimod
mir stellt sich halt die Frage, welche Stellen genau weg fallen sollen? Landesbedienstete sind eine Hand voll Beschäftigte in den Ministerien/Landesregierungen und ansonsten überwiegend Lehrer und Polizisten. Lehrerstellen sollen 1.200 zusätzlich entstehen und in den Verwaltungen kann auch nicht unbegrenzt gestrichen werden. Bedeutet im Endeffekt wohl Einschnitte beim Polizeipersonal.
Wie gesagt, der Beschluss zu den KiTa-Betreuern kann ja leicht gefasst werden. Die Frage ist nur, wer auf den Kosten sitzen bleibt.
Und was sich hinter 8.000 "öffentlich geförderten"(!) Stellen verbergen soll, hört sich für mich abstrakt an und ist für mich auch sehr fragwürdig. Sind das öffentlich subventionierte Niedriglohnarbeitsplätze?
Sozimod (27.10.2009, 12:20 Uhr)
Eine Chance für die Zukunft
Es wird sich zeigen, ob sie zusammen passen. Sie bauen zwar ca. 10000 Stellen im öffentlichen Dienst ab, lassen aber auch über 12000 neue entstehen.
Aus meiner Erfahrung müssten eigentlich mehr Polizisten eingestellte werden (viele Überstunden), bessere Karriere Möglichkeiten geschaffen werden.
Jetzt können sie 1,50 Jobber voll einstellen. Ich bin gespannt.
Ma-Za (27.10.2009, 11:58 Uhr)
Wollte die LINKE
Wollte die LINKE im Bund nicht Arbteitsplätze im ÖD schaffen? Und hier sollen die nun abgebaut werden?!?
Wasser predigen, Wein saufen. Hauptsache Macht.
also_ne... (27.10.2009, 11:52 Uhr)
-20% Landesbedienstete?
Bin ich mal gespannt. Personalabbau dann wohl (hauptsächlich) bei der Polizei. Als verschrieener Polizeistaat ist in dem Bereich auch auf jeden Fall ein Abbau nötig! Ich freu mich schon auf die nächsten Schlagzeilen, wenn es heißt, die Polizei war nicht rechtzeitig zur Stelle (weil sie ohnehin zu knapp besetzt sind)...
Die KiTa-Erzieher fallen dann ja auch nur den Gemeinden zur Last, die die Kosten dafür stemmen müssen. So kann der Landeshaushalt natürlich auch entlastet werden.
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