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13. Oktober 2005, 14:30 Uhr

Schröders Deichgräfin

Eigentlich ist Brigitte Zypries zu unpolitisch für eine Politikerin. Dennoch steht sie seit 2002 an der Spitze des Justizministeriums und wird dies auch unter der Kanzlerin Merkel tun. Eine Karriere, die Zypries vor allem Gerhard Schröder verdankt.

Gefängnisse kennt Brigitte Zypries gut - aus beruflichen Gründen natürlich© Picture-Alliance

Sie gilt als sachorientierte, kompetente und durchsetzungsstarke Politikerin. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) wird wegen ihrer nüchternen Art geschätzt. Allerdings gilt sie Kritikern als zu wenig politisch und ist in der SPD nicht tief verankert. Die 2002 von Kanzler Gerhard Schröder als Nachfolgerin von Herta Däubler-Gmelin ins Kabinett berufene 52-Jährige soll im neuen Kabinett ihren Posten behalten.

Die in Kassel geborene Zypries hat eine solide Beamtenkarriere hinter sich. Nach ihrem Jurastudium blieb sie zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Gießen und wechselte dann in den Staatsdienst. Zwischen 1985 und 1988 war sie Referentin in der hessischen Staatskanzlei, arbeitete dann drei Jahre lang beim Bundesverfassungsgericht, bevor sie 1991 in die Staatskanzlei des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder wechselte.

Erst Staatssekretärin unter Otto Schily, dann selbst Ressortchefin

"Ihm verdanke ich meine Karriere", sagt Zypries heute über Schröder. 1997 rückte die Juristin in die zweite Reihe der Landesregierung auf und wurde Staatssekretärin im Arbeitsministerium. Ein Jahr später folgte sie Bundeskanzler Schröder nach Bonn, später nach Berlin. Als Staatssekretärin von Innenminister Otto Schily war sie in vier Jahren für die Zentralabteilung und Grundsatzabteilung Innenpolitik, den öffentlichen Dienst, Verwaltungsorganisation und Spätaussiedler zuständig.

Während der Hochwasserkatastrophe im Sommer 2002 übertrug ihr der Kanzler die Leitung des Krisenstabs der Regierung. Als Chefin einer Staatssekretärsrunde koordinierte sie den Einsatz von mehreren Zehntausend Einsatzkräften und die Verteilung der Hilfsmittel. In den Medien wurde sie fortan Schröders "Deichgräfin" genannt.

DPA
 
 
 
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