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20. April 2006, 12:32 Uhr

Deutsche nutzten Folter-Geständnisse

Wie weit ging der "Kampf gegen den Terror"? Die deutschen Geheimdienste haben angeblich Informationen genutzt, die gefolterte Gefangene in Usbekistan preisgegeben haben. Das behauptet ein britischer Ex-Diplomat.

Folter von irakischen Häftlingen in Abu Ghraib© Reuters TV

Deutscher und usbekischer Geheimdienst hätten in dem zentralasiatischen Land eng zusammengearbeitet, sagte Ex-Botschafter Craig Murray im CIA-Untersuchungsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel. "Deutschland hat sicherlich auch Erkenntnisse von den Usbeken bekommen, auch unter Folter gewonnene", meinte er.

Er habe Beweise dafür, dass der US-Geheimdienst CIA und der britische MI 6 von usbekischen Folterern erpresste Geständnisse von Gefangenen erhalten hätten, erklärte der Ex-Botschafter in Taschkent. Auf Fragen von EU-Abgeordneten nach Kontakten anderer europäischer Geheimdienste zu den Usbeken antwortete Murray: "Die einzige Botschaft, von der ich weiß, dass sie dort voll geheimdienstlich zusammenarbeitet, ist die deutsche Botschaft."

Der CIA habe Gefangene aus Afghanistan gezielt nach Usbekistan gebracht: "Weil man Aussagen haben wollte, die die durch Folter erwirkt wurden, gab es dieses Überstellungsprogramm", sagte Murray. Der Brite war nach internen Protesten gegen die Rolle seines Landes dabei aus dem diplomatischen Dienst entlassen worden.

DPA
 
 
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