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21. April 2009, 14:33 Uhr

Schaar sieht Datenschutzgesetz vor dem Aus

Den Entwurf des Datenschutzgesetzes hat die Koalition schon im Dezember beschlossen, doch seitdem ist nichts passiert. Bundesdatenschutz-Beauftragter Peter Schaar befürchtet, dass es dabei auch bleiben wird. Nachdem sich zahlreiche Lobbyisten eingemischt hätten, scheine die Regierung das Projekt auf Eis zu legen.

Peter, Schaar, Datenschutz

Bundesdatenschutz-Beauftragter Peter Schaar warnt vor dem Scheitern des Datenschutzgesetzes© Fritz Reiss/AP

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat die Große Koalition davor gewarnt, das seit vergangenem Jahr geplante Datenschutzgesetz für Verbraucher zu verschleppen. Zwar habe die Bundesregierung noch im vergangenen Dezember einen Gesetzentwurf beschlossen, der die Rechte der Bürger stärken soll, sagte Schaar am Dienstag bei der Vorstellung seines neuen Tätigkeitberichts in Berlin. "Doch inzwischen haben sich die Lobbyisten der Werbewirtschaft, des Adresshandels, aber auch die Profiteure des illegalen Datenhandels massiv eingeschaltet."

Es sei zu befürchten, dass der Gesetzentwurf scheitert, sagte Schaar. "Denn bis zum Ende der Legislaturperiode bleibt nicht mehr viel Zeit." Nach Schaars Worten gibt es im Bundestag Tendenzen, auf die geplante Regelung zu verzichten, dass die Bürger der Weitergabe ihrer Daten zustimmen müssen. Das bisher geltende Listenprivileg erlaubt die Verwendung der Daten auch ohne ausdrückliche Zustimmung.

Schaar zog eine insgesamt negative Bilanz über den Datenschutz in der jüngsten Vergangenheit. Die Skandale - wie etwa der Missbrauch von Adress- und Kontoverbindungsdaten, der illegale Datenhandel und die unzulässige Überwachung von Mitarbeitern - hätten zwar bundesweit große Empörung hervorgerufen, sagte er. "Getan hat sich aber bisher nicht viel."

AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
hevosenkuva (21.04.2009, 17:16 Uhr)
Datenschutz = Demokratie
Aber mit der Demokratie in Deutschland ist es leider nicht mehr all zu weit her. Zug um Zug, Milliarde um Milliarde, rücken die neuen Feudalisten weiter vor.
Reality (21.04.2009, 17:08 Uhr)
Die Berliner - Lobbyistenrepublik...
Da können unsere Parlamentarier aber mächtig stolz drauf sein.
Eine Berliner-Lobbyistenrepublik errichtet zu haben.
Und die meinen allen Ernstes noch dass man so ein Zeugs von Parteien noch wählen soll !
Schlammschwimmer (21.04.2009, 16:57 Uhr)
Gilt
das Manipulieren der Richter und Staatsanwälte durch korrupte Politiker unter den Lobbyisten, die nicht über diese "Präferenzen" verfügen, eigentlich als unlauterer Wettbewerb? Da sollte man doch sofort ein Gesetz verabschieden, dass die Benachteiligten gleichstellt.
vegefranz (21.04.2009, 16:52 Uhr)
Datenschutz = Täterschutz
Datenschutz = Täterschutz. Allzu oft machen sich datenschützer zu nützlichen Idioten von Straftätern
Malt (21.04.2009, 16:31 Uhr)
naja...
...wundert es jemanden? gesetze werden normalerweise deshalb gemacht, weil man möchte, dass diese auch eingehalten werden... um aber eine einhaltung zu erzwingen, müsste man eine Nichteinhaltung der gesetze mit Sanktionen belegen... jetzt sind aber, dummerweise, eben die, die diese Gesetze beschließen sollen auch jene, welche bei den Unternehmen die auf die einhaltung dieser gesetze scheißen, in den Aufsichtsräten sitzen... und wer will schon ein Gesetz erlassen, auf dessen Einhaltung niemand der entscheider wirklich Lust hat?
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