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19. November 2008, 07:47 Uhr

Steinbrück macht sieben Milliarden mehr Schulden

Die Finanzkrise bereitet der Bundesregierung deutlich mehr Probleme als bisher bekannt: Finanzminister Peer Steinbrück muss die Neuverschuldung im kommenden Jahr offenbar drastisch erhöhen. Von 10,5 auf 17,9 Milliarden Euro soll die Nettokreditaufnahme einem Zeitungsbericht zufolge steigen. Ein schuldenfreier Haushalt rückt damit in weite Ferne.

Bundeshaushalt, Steinbrück, Finanzminister, Verschuldung

Finanzminister Steinbrück ist sicher nicht erfreut - das Ziel, ein schuldenfreier Haushalt, wird nicht mehr zu erreichen sein© Miguel Villagran/AP

Die Bundesregierung muss nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" im kommenden Jahr beinahe doppelt so viele neue Schulden aufnehmen wie bislang geplant. Wie die "SZ" berichtet, geht das aus dem überarbeiteten Etatentwurf für 2009 hervor, über den der Haushaltsausschuss des Bundestags an diesem Donnerstag abschließend beraten soll. Danach steigt die Nettokreditaufnahme auf voraussichtlich 17,9 Milliarden Euro. Noch im Juni hatte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) eine Drosselung auf 10,5 Milliarden Euro angekündigt.

Damit werde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihr Ziel, zum Ende der nächsten Legislaturperiode, also 2013, erstmals seit mehr als vier Jahrzehnten wieder ohne neue Schulden auszukommen, kaum noch erreichen können, heißt es in dem Bericht weiter. Vielmehr sehe die aktualisierte Finanzplanung für 2012 noch eine Nettokreditaufnahme von zehn Milliarden Euro vor.

Weniger Steuereinnahmen, mehr Ausgaben

Schuld an der Entwicklung sei in erster Linie die weltweite Finanzkrise, die das Wirtschaftswachstum in Deutschland komplett abgewürgt habe, heißt es in dem Zeitungsbericht. Der Rückgang des Wirtschaftswachstums in Deutschland führe zu Steuermindereinnahmen auf der einen und höheren Ausgaben auf der anderen Seite. Die Mindereinnahmen beliefen sich im Vergleich zur bisherigen Planung auf vier Milliarden Euro. Die Ausgaben stiegen um zwei Milliarden Euro auf 290,5 Milliarden Euro.

Daneben machten den Haushältern aber auch die zusätzlichen Ausgabenwünsche der Fachpolitiker zu schaffen. Aus Koalitionskreisen verlautete dem Bericht zufolge, auch die Haushälter sähen ein, dass der konjunkturelle Abschwung nicht durch einen "Sparkurs mit der Brechstange" verschärft werden dürfe. Derzeit seien aber nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik Trittbrettfahrer unterwegs. "Vieles von dem, was wir bei der Haushaltsaufstellung im Juni längst abgeräumt hatten, wird jetzt unter dem Deckmantel der Finanzkrise wieder aufgetischt." Besonders die neue Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) tue sich mit zusätzlichen Wünschen hervor.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
Corazito3333 (21.11.2008, 18:41 Uhr)
Schulden machen, große Schulden
das hat uns Amerika ja vorgemacht und wir machen es nach. Wer bezahlt die Schulden, wer verantwortet diese Schulden und wer steht dafür gerade. Wird wohl den Steuerzahler treffen! Aber die Milchmädchen-Rechnung geht nicht auf, wenn die Rezession kommt und es noch mehr Arbeitslose gibt, die dann automatisch in HartzIV gedrückt werden???
Corazito3333 (21.11.2008, 18:33 Uhr)
HartzIV abschaffen
und die Verwaltungskosten und das viele Papier sparen. Die Arbeitsämter mit Personal bestücken, daß in der Lage ist, jemand zu vermitteln und zwar sinnvoll. Schulden in Mill.Höhe zu machen, ist der falsche Weg.
Gisella (19.11.2008, 13:05 Uhr)
Wie hoch
wird der Anteil der neuen Schulden für die "Wirtschafthilfe" nach CHINA sein????? Niemals wird es dem Steinbrück gelingen -unsere Schulden abzubauen-das hat nur Clinton und Gore geschafft.. Ha, Ha, Ha.
csyas (19.11.2008, 11:34 Uhr)
@guenti - andere Rechnung...
...momentan fließen ca. 29,5 Mrd. € pro Jahr in den Wehretat - ab 2009 sogar ca. 31,1 Mrd.!!! Das einzige was hier menschlich sinnvoll wäre, ist ein kompletter Systemwechsel gegen diese Militär-Lobby!!!!!
guenti2477 (19.11.2008, 10:38 Uhr)
Hartz4 abschaffen
Würde man Hartz4 jetzt abschaffen, könnte sogar noch ein Gewinn bei rauskommen. (ca. +8 Mrd.) Man sollte viel mehr Unternehmensbezogen denken. Schlechte Investitionen müssen gestoppt werden. :-)
Palatine (19.11.2008, 10:34 Uhr)
Spezialisten
Was mir nicht klar ist: Warum sind unsere Minister noch nicht auf die Idee gekommen, aus den Leserbriefschreibern der "Stern" ihren Fachberaterkreis zusammenzustellen. Dann könnten doch sämtliche Probleme fachkundig und perfekt gelöst werden.
Styx2007 (19.11.2008, 10:16 Uhr)
Steinbrück's Glück!
Kann Albimonte nur zustimmen - Steinbrück hätte eh nie einen ausgeglichenen Haushalt hinbekommen. Wie wunderbar, dass dem Fratzenkopp da die Finanzkrise zupass kommt - so kann er die völlige Unfähigkeit hinter dem Deckmantel der Finanzkrise verstecken. Diese Pfeife hat schon in NRW nichts bewirkt und nur horrende Schulden angehäuft. Es ist ein Skandal und nur noch zum Kotzen, dass diese Flachpfeifen trotz der immensen und höchsten Steuereinnahmen jemals nicht in der Lage sind, mit dem Steuerzahlergeld sorgsam umzugehen. Diese Mischpoke klebt an den Sitzen und verschleudert sofort jeden € erst recht vor den Wahlen. Ich warte schon darauf, dass der fettfeiste Kerl vor die Mikrofone tritt und sämtliche Ausgaben, die den Arbeitnehmern zugute kämen mit einem debilen Grinsen abbügelt, weil ja kein Geld da ist. Hauptsache, man selbst sitzt sich den fetten A...platt und lamentiert den ewig gleichen debilen, völlig sinnleeren Politmüll!
Nursery (19.11.2008, 10:07 Uhr)
Rekordeinnahmen für Land und Komunen
Nicht nachvollziehbar ist das Länder und Komunen Rekordeinnahmen kassieren.Wo bleibt den das Geld?
Auch wenn das nicht für den Bund zutrifft, müssen doch
Steuergelder sinnvoller eingesetzt werden.Unglaubliche Steigerungsraten von Ausgaben der Steuergelder!Das ist kaum vertretbar.den die Krise der Wirtschaft beginnt erst.Das wird Steuererhöhungen geben spätestens nach der Wahl (vorher verneint).
Dialogus (19.11.2008, 08:57 Uhr)
Das bedeutet Arbeit, Herr Steinbrück.
Vielleicht kümmert er sich nun um das, was wirklich wichtig ist, als ein paar Milliönchen hinterher zu rennen, die irgendwo in "Steueroasen" liegen.
kaisergarten (19.11.2008, 08:55 Uhr)
Peanuts
17 Mrd? Das ist ja Kleingeld.
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