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11. Dezember 2009, 07:09 Uhr

Zwischen Rekordverschuldung und Schuldenbremse

Erst werden so viele neue Schulden wie noch nie gemacht, dann wird mächtig gespart. Finanzminister Wolfgang Schäuble muss gegensätzliche Ziele erreichen. Nachdem die Krise bewältigt ist, muss der Bundeshaushalt saniert werden.

Schäuble, Neuverschuldung, 100 Milliarden Euro, 400 Milliarden Kreditaufnahme

Bei diesen Staatsfinanzen gerät man ins Grübeln: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble© Sören Stache/DPA

Der Bund muss sich im kommenden Jahr so viel Geld leihen wie noch nie. Die Bruttokreditaufnahme werde bei 400 Milliarden Euro liegen, berichtet die "Bild"-Zeitung und beruft sich dabei auf Regierungskreise. Dies seien rund 50 Milliarden mehr als für das laufende Jahr. Grund sei unter anderem die im Bundeshaushalt geplante Neuverschuldung von insgesamt rund 100 Milliarden Euro sowie das Ende der Laufzeit staatlicher Festzinspapiere.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) muss nach einvernehmlicher Einschätzung des Finanzplanungsrats allein für den Bundeshaushalt 2010 zusätzliche Kredite von 86 Milliarden Euro aufnehmen. Hinzu kommen Defizite von 14,5 Milliarden Euro in Nebenhaushalten des Bundes wie dem Investitions- und Tilgungsfonds, über den das Konjunkturprogramm abgewickelt wird. Die genaue Höhe der Bruttokreditaufnahme soll kurz vor Weihnachten bekannt gegeben werden.

In zwei Jahren wird eisern gespart

Für die zweite Hälfte der Wahlperiode kündigte Schäuble daher einen strikten Sparkurs an, um die in der Verfassung vorgesehene Schuldenbremse einhalten zu können. Wo die zehn Milliarden Euro herkommen sollen, die laut Verfassung von 2011 an jährlich eingespart werden müssen, werde aber erst Mitte kommenden Jahres entschieden, sagte der Minister der "Süddeutschen Zeitung". Die Neuverschuldung diene der Stabilisierung des wirtschaftlichen Aufschwungs. Sobald dies gelungen sei, müsse mit dem Sparen begonnen werden.

Angesichts der enormen Schuldenlast distanzierte sich Schäuble von dem Vorhaben der schwarz-gelben Koalition, die Mehrwertsteuer für Hotels von 19 auf sieben Prozent zu senken. "Das war nicht meine Idee", sagte er. Politik bedeute aber nun einmal, Kompromisse zu schließen. Für Hotels in Grenznähe, die mit ausländischen Wettbewerbern konkurrierten, sei die Steuersenkung zudem nicht unwichtig.

Globale Finanztransaktionssteuer denkbar

Um die Banken an den Kosten der von ihnen verursachten Krise zu beteiligen, hält der Minister die Einführung einer globalen Finanztransaktionssteuer für denkbar. Die Ankündigung der britischen Regierung, Bonuszahlungen an Banker mit einer 50-Prozent-Steuer zu belegen, bewertete er dagegen zurückhaltend: Die Idee sei eine "Bereicherung" der Diskussion.

Schäuble forderte zudem die Regierung Griechenlands auf, endlich ihren Haushalt zu sanieren, um Schaden für Europa und den Euro abzuwenden. "Die Probleme Griechenlands sind nicht trivial, und sie sind letztlich das Problem der gesamten Europäischen Währungsunion. Deshalb muss die Regierung in Athen ihren Haushalt jetzt in Ordnung bringen", sagte er. Griechenland kämpft mit einem überbordenden Staatsdefizit, manche Experten halten sogar einen Staatsbankrott für denkbar.

DPA/AP/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 21)
 
Mikeorganizer (13.12.2009, 23:50 Uhr)
Wer wissen möchte wie unsere Welt ...
funktioniert. Vermutlich wird dieses Kommentar nicht lange stehen, da Kräfte diese Wahrheit natürlich vor den Bürgern verbergen möchten.
https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&DEST=http%3A%2F%2Fvideo.google.com%2Fvideoplay%3Fdocid%3D1352552668588051041
seppilein (11.12.2009, 18:56 Uhr)
was soll es bedeuten?
Wenn Knilch_59 noch nicht kommentiert hat?

Wer glaubt, dass dieser Schuldenberg jemals abgetragen wird, der möge bitte hier rufen?
Garnet (11.12.2009, 18:13 Uhr)
Der Staat und seine Buerger
leben seit langer Zeit auf Pump. Wer jemals geglaubt hat das die Schulden wirklich einmal zurueck gezahlt werden, der hat ein Rad ab. Entweder wird das alles weginflationiert oder es wird eine Waehrungsreform geben. Im Prinzip gilt doch, das wenn der Staat einen ausgeglichenen Haushalt anstreben wuerde und vernuenftig haushalten wuerde, es eben viele Streichungen geben wuerde und zwar auch in Bereichen welche einem grossen Teil der Bevoelkerung weh tun wuerden. Nun, Brot und Spiele halten die Massen ruhig. Wehe dem wer die Staerke der Deutschen Demokratie mit einer vernuenftigen Fiskalpolitik testen moechte. Das wird schief gehen. Deshalb besser Schulden machen.
auwei (11.12.2009, 15:04 Uhr)
@SirDidimus
Richtig. Es ist und bleibt eine Frage der Prioritätensetzung - Straße oder Schiene, Leistungsträger oder Transferempfänger, Bibliothek/ Schwimmbad oder steuerreduzierte Sonderwirtschaftszone usw. Allen kann es niemand Recht machen - und die Forderung nach "klugen" Politikern, die "richtige" Politik für "das Volk" machen, treibt mir jedes Mal die Tränen der Verzweifelung in die Augen. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht auch Ungeschicklichkeiten und handwerkliche Fehler gibt. Dennoch ist ein Politiker kein Ingenieur - er kann keine "gute" oder "schlechte" Maschine basteln, höchstens intelligente Ausgleichsmechanismen für konfligierende Konstellationen (= unser aller Alltag) entwickeln.
SirDidimus (11.12.2009, 14:50 Uhr)
auwei
das ist vielleicht sogar eines der großen probleme heute. lassen sie mal beim straßenbau einige millionen streichen und schon haben sie den dachverband des transportgewerbes, den adac und noch das baugewerbe am hals. darum finde ich es immer so platt, wenn gesagt wird, dass die zu doof sind, das richtig zu machen. machen müssen sie es.
Malt (11.12.2009, 14:14 Uhr)
@SirDidimus
Mag sein, dass der Steuerhinterziehungen (plural) von Zumwinkel im Vegleich zu der Staatsverschuldung Peanuts darstellen... allerdinsg, im Schatten von über einer Billionen Euro ist so gut wie alles Peanuts... allerdings frage ich mich schon, warum dann schon, warum die Steuerhinterziehungen von Hans und Franz, die mal für 100 Euro Schwarz einem Bekannten das Auto reparieren / die Haare Schneiden / aufm Bau helfen dann verfolgt werden? Das sind Atome - im Vergleich zur Staatsverschuldung.... und dann sind Peanuts garnicht mal soooo klein.... aber so wird ja immer argumentiert: Ach, das was der gemacht hat ist ja nicht so schlimm, und das auch nicht und das nicht und das nicht.... sind ja alles nur Peanuts.... aber irgendwo muss man halt mal anfangen, und ich verstehe nicht, warum man nicht da anfängt wo man 1 Millionen holen kann statt 100 Euro!
auwei (11.12.2009, 14:14 Uhr)
@SirDidimus
Zitat: "die frage nach dem, wo man was wegnimmt. sie treten immer jemanden auf die füße." Und genau in dieses Dilemma manövrieren sich die Schwarz-Gelben ohne Not mit zusätzlicher vehemenz hinein. Die Krisenbewältigung war teuer genug, die Geschenke für die "Leistungsträger" (Euphemismus für "Privilegierte") sind von vorne bis hinten überflüssig. Wer hält gegen die Wette, dass genau am anderen gesellschaftlichen Ende gespart werden wird?
SirDidimus (11.12.2009, 14:01 Uhr)
Corazito3333
hier greift niemand jemanden an. wir tauschen nur argumente aus. was hat der fall zumwinkel mit der höheren verschuldung zu tun. der hat zwar beschissen, aber im verhältnis zur gesamtverschuldung sind das ja wirklich nur peanuts. die frage ist doch: wie bekommt man die schluden weg (wenn das überhaupt geht) und wie geht das. die frage nach dem, wo man was wegnimmt. sie treten immer jemanden auf die füße. mal ein beispiel: sie haben eine bundesweit operierende kinderorganisation, die zu 100 % vom staat gefördert wird. nun kommt die sparkeule, und die bekommen statt der 100 % nur noch 98 %. die haben personal was davon bezahlt wird und projekte, für die die das geld gerade so ausgereicht hat. wo sparen die die 2 % ein. beim gehalt (da arbeiten leute wie sie und ich) oder wollen sie an den projekten sparen (z. b. gewaltprävention an schulen). oder schauen sie auf die erste seite von stern online. diese transportmaschiene. wollen sie da sparen. da arbeiten mütter und väter aus familien. gelder streichen und schwupps stehen mal eben 1000 leute auf der straße. stellen sie sich vor, die haben einen haushalt von 400 mrd. aber das geld kommt ja erst während des jahres rein und ob das dann die 400 mrd. sind ist am schluss dann die große überraschung.
branchia (11.12.2009, 13:47 Uhr)
Die sollten für Ihren Blödsinn..
persönlich haften, dann würden sie vielleicht aufhören dem Volk solchen Schwachsinn anzutun.
Hier werden Schulden gemacht und immer mehr Schulden angehäuft die niemals abbezahlt werden können.

Im Gegenzug kauft die Bayr.Landesbank eine marode Ösibank, eine Wirtschaftsprüferin schreibt vor dem Kauf dieser Bank ein vernichtendes Urteil. Der bayr. Finanzminister lässt es 5 Monate ! liegen, weil Er keine Zeit hat zum lesen.

Zwischenzeitlich wird diese Bank für überhöhte 1,7 Mrd. Euro gekauft, der dafür verantwortliche Chef der Landesbank muss zurücktreten, erhält anschließend von der Ösibank einen Beratervertrag für 50 TDE.

Anschließend pumpt Bayern aus Steuermitteln fast 5 Mrd.Euro in diese Bank, bis zum 15.12.09 braucht sie nochmals 1,7 Mrd.Euro und Bayern bietet am 11.12.09 Österreich diese Bank für 1,00 Euro an.
In welchem Tollhaus leben wir denn?? Die sind doch alle unfähig und verrückt.
Quelle: SternOnline,SpiegelOnline,Tageszeitung
Corazito3333 (11.12.2009, 12:55 Uhr)
SirDidimus
sorry - also der Angrif auf Sternchen ist irreal, warum sollen wir Bürger die arbeiten den Haushalt finanzieren - die das Geld rausgeschmissen haben, die es einkassiert haben, die sollen mal zahlen!!! Der liebe Zumwinckel z.B. der Millionen abkassiert hat, für was - für welche Arbeit - daß er die Postwohnungen alle verkauft hat????? und dazu noch Steuern hinterzogen hat. Die Gewinne gehen an den Privatmann, die Verluste zahlt der kleine Arbeiter..... und dann muß er auch noch den verschuldeten Haushalt sanieren
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