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30. Oktober 2007, 11:22 Uhr

Merkel buhlt um den Giganten

Angela Merkel ist zusammen mit einer 140-köpfigen Delegation in Indien eingetroffen. Dort will sie vor allem um bessere wirtschaftliche Beziehungen zwischen beiden Staaten werben. In Sachen Umweltschutz verspricht sie, ein "faires Klimaschutzabkommen" auszuhandeln.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (M.) sprach mit dem indischen Handels- und Industrieminister Kamal Nath (r.) über die Handelsbeziehungen beider Länder© Prakash Singh/AFP

Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Beziehungen zu Indien auf eine möglichst breite Basis stellen. "Wir wollen die strategische Partnerschaft zwischen Indien und Deutschland ausbauen, intensivieren, und das auf allen Ebenen", sagte sie auf einem Wirtschaftsforum in Neu-Delhi. Sie plädierte dafür, die Wirtschaft ins Zentrum der bilateralen Zusammenarbeit zu stellen und warb für den Abbau von Handelshemmnissen und Bürokratie. Gleichzeitig lud sie indische Unternehmen zu Investitionen in Deutschland ein.

Merkel wird auf ihrer viertägigen Indien-Reise von einer 140-köpfigen Delegation begleitet, der neben zahlreichen Top-Managern auch Vertreter von Wissenschaftsverbänden und Entwicklungshilfeorganisationen angehören. Auch das zeige, "dass die deutsch-indische Kooperation keine Schmalspurstrecke ist, sondern dass wir wirklich auf der gesamten Bandbreite intensiv mit Indien zusammenarbeiten wollen", sagte Merkel. Für die wirtschaftliche Zusammenarbeit sieht die Kanzlerin noch ein großes Potenzial. Das Volumen des Handels zwischen Deutschland und Indien betrug im vergangenen Jahr 10,5 Milliarden Euro. Trotzdem steht Indien in der Rangliste der wichtigsten Handelspartner der deutschen Wirtschaft nur auf Platz 29. Für ein verstärktes deutsches Engagement in Indien hält Merkel vor allem die Bereiche Infrastruktur und Finanzen für geeignet.

Merkel wirbt für Investitionen

Über die Entwicklungszusammenarbeit könnten Türen für kleine und mittelständische Kooperationen geöffnet werden, fügte sie hinzu. Merkel wies auf den deutschen Überschuss beim Handel mit Indien hin und warb im diesen Zusammenhang für Investitionen in Deutschland. "Uns sind indische Investitionen in Deutschland herzlich willkommen", sagte sie. "Da ist eine Menge Raum, etwas zu machen." Für Kooperationen im Forschungsbereich sieht Merkel gute Chancen in den Bereichen Gesundheit, Biotechnologie, Raumfahrttechnik und Klimaschutz.

Merkel nutzte die Gelegenheit auch, um zu einem fairen Klimaschutzabkommen zwischen Industrie-, Entwicklungs- und Schwellenländern aufgerufen. "Wir sollten gemeinsam beweisen, dass wir willens sind, ein faires Abkommen für die Zeit nach 2012 zu schließen", sagte sie in Neu Delhi auf dem deutsch-indischen Wirtschaftsforum. 2012 läuft das Kyoto-Klimaschutzabkommen aus. Merkel sagte, die Frage, wie man zu einem neuen multilateralen Abkommen komme, sei von allergrößter Wichtigkeit. Langfristig sei eine gerechte Entwicklung auf der Welt nur möglich, wenn jedem Menschen das gleiche Recht auf Emissionen zugestanden werde.

Eine faire Zusammenarbeit anstreben

"Anders werden wir uns nicht einigen können", betonte Merkel. "Wie wir aber auf einem vernünftigen Pfad zu dieser Entwicklung kommen, darüber müssen wir sprechen." Dabei würden die Themen Technologietransfer, Verbesserung der Energieeffizienz und Vermeidung von Fehlern, die die Industrieländer in der Vergangenheit machten, eine wichtige Rolle spielen. "Wir müssen uns überlegen, inwieweit wir eine faire Zusammenarbeit zwischen den aufstrebenden Ländern, den Entwicklungsländern und den entwickelten Ländern hinbekommen."

Merkel sagte, Indien gehöre angesichts seiner rund 1,1 Milliarden Einwohnern noch zu jenen Ländern, die pro Kopf nur sehr geringe Emissionen hätten. Sie betonte aber: "Was das Gesamtvolumen anbelangt, ist Indien auch schon nicht mehr zu vernachlässigen." Die aufstrebende Wirtschaftsmacht Indien sieht zunächst vor allem die Industrieländer in der Pflicht, ihre Emissionen zu verringern.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Facti (31.10.2007, 12:51 Uhr)
Schade ums Geld
Dümmlich grinsend mit einem Fähnchen wedeln hätte Sie auch in Berlin gekonnt.
nichtvergessen (30.10.2007, 15:28 Uhr)
Nichts gegen Chicken Curry
aber die bisherigen Erfahrungen mit indischen "Kollegen" sind eher Durschnittlich. Von Billiger kann gar keine Rede sein, fuer eine indische IT Fachkraft verlangen deren "Vermitller" die gleichen "Loehne" wie fuer einen europaeischen Fachkraft. Einmal hier angekommen wird der Verdienst nach Indien transferiert. Insofern auch keine Bereicherung unserer Wirtschaft.
In der Rebublik gibt es noch immer MILLIONEN von Arbeitslosen, weshalb ist wichtiger sich mit 140 "Managern" auf den Weg nach Indien zu machen als sich um das eigene Volk zu kuemmern ?
Roy05441 (30.10.2007, 15:24 Uhr)
Mein Gott was bin ich christlich,.....
werd zum Hinduisten ich wird's misslich! Ihr habt so schöne rote Teppiche auf denen sich es lässt gut äsen, Ihr habt Kinderarbeit millionenfach, das tut Europa gut, so bekommt ein jeder deutsche Trottel für 50 Cent nen neuen Hut!
Doch eines gibt's was Ihr niemals sollt, nach Europa hättet Ihr gewollt!
Asiat (30.10.2007, 14:52 Uhr)
Indisches Potenzial
Indien ist seit 30 Jahren ein Subkontinent mit grossem Potenzial. Leider verpufft vieles davon durch einen Riesenstolz auf bisher wenig Erreichtes und durch die Erziehung der Mittel- und Oberschicht. Sehr einfach gesagt: Wer immer Servants, sprich Diener um sich hat, lernt nicht, SELBST zu arbeiten.
Ich bin auch einmal darauf reingefallen und kann die 10 Jahre in Delhi und ein 9 Jahre dauerndes Gerichtsverfahrens wegen 60 Cent "Korruption" und reichlich verlorenem Geld als Erfahrung abhaken. Vor 15 Jahren kamen grosse Deutsche Firmen, angezogen von der riesigen Mittelschicht, und gingen wieder, nachdem sie feststellen mussten, das der Besitz eines Fahrrades und eines Transistorradios ein Mittelstandskriterium war.
Zweimal war ich in diesem Jahr in Indien, einiges hat sich schon geaendert, aber jeder, der mit Indien Geschaefte machen will, sollte seine Hausaufgaben vorher gruendlichst machen und bloss nichts ueberstuerzen. Der gewisse Charme dieses Landes und vieler Menschen kann schon "einwickeln".
AxelR. (30.10.2007, 13:41 Uhr)
Reisekanzlerin
Komisch, fast immer wenn man was von Frau Merkel hört, ist sie grade irgendwo im Ausland. Als ob die Innenpolitik nur lästiges Beiwerk wäre. Wozu gibt es eigentlich einen Aussenminister?
Schön, dass unsere Bundeskanzlerin so gerne die Welt bereist. Wie sagt man so schön: "Reisende soll man nicht aufhalten". So kann sie hier wenigstens keinen Schaden anrichten.
Aurum (30.10.2007, 13:37 Uhr)
Herbsturlaub?
Ja, da sind die Bonzen mal wieder in den Urlaub gefahren. Die Inder sind schon Giganten, wenn es um Umweltverschmutzung, Kinderarbeit und Aufrüstung geht. Jetzt holt Merkel bestimmt noch mehr Schneider nach Deutschland, die uns dann jeden Morgen mit einem freundlichen "Hello Sir" auf der Straße begrüßen.
Inselgraf (30.10.2007, 13:23 Uhr)
Auf Kosten der Bürger
Da werden eine140-köpfige Delegation der neben zahlreichen Top-Managern auch Vertreter von Wissenschaftsverbänden und Entwicklungshilfeorganisationen angehören, auf Kosten der Bürger transportiert, die nach den Verträgen mit indischen Unternehmen hierher zurück kehren und die deutschen Arbeitnehmer entlassen, denn sie bekommen es ja nun billiger.Dann sollte die Entwicklungshilfe endlich gestrichen werden und IT-Kräfte brauchen wir von dort auch nicht.
 
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