Steuersünder sollen nicht mehr so leicht davonkommen

24. Juni 2010, 18:52 Uhr

Bisher konnten Steuerbetrüger sich sogar dann noch selbst anzeigen, wenn die Steuerprüfer bereits im Haus waren. Damit ist jetzt Schluss - darin sind sich die Bundesländer einig. Doch nicht nur deswegen brechen härtere Zeiten für Steuersünder an: Die Finanzverwaltung NRW hat eine CD mit brisanten Daten gekauft.

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Das Steuerstrafrecht soll verschärft werden©

Die Bundesländer haben sich mit großer Mehrheit auf eine härtere Gangart gegen Steuerbetrüger verständigt. Die Möglichkeit einer strafbefreienden Selbstanzeige soll stark eingeschränkt werden. Im Finanzausschuss des Bundesrats unterstützten am Donnerstag 13 Länder die Initiative von Bayern und Baden- Württemberg, teilte die CDU/FDP-Landesregierung in Stuttgart mit. Allein die rot-rote Regierung in Brandenburg stimmte nicht zu. Die Initiative soll voraussichtlich am 9. Juli im Bundesrat behandelt werden.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) erklärte, man wolle verhindern, "dass Selbstanzeigen missbräuchlich und aus strategischen Erwägungen heraus gemacht werden". So soll es künftig für eine Selbstanzeige bereits zu spät sein, wenn das Finanzamt eine Prüfung angekündigt hat. Bisher können Steuerbetrüger einer Strafe selbst dann noch entgehen, wenn die Fahnder bereits im Haus sind.

Darüber hinaus müssen sich Steuerhinterzieher künftig sofort in vollem Umfang offenbaren, um eine Strafe zu umgehen. "Wer sich nur scheibchenweise offenbart, kann insgesamt nicht in den Genuss von Straffreiheit kommen", erläuterte der Stuttgarter Finanzminister Willi Stächele (CDU). Außerdem soll die Geldbuße erhöht werden. Bisher müssen Steuerbetrüger die hinterzogenen Steuern fristgerecht nachzahlen und einen Aufschlag von 0,5 Prozent pro Monat entrichten. Künftig soll ein Zuschlag von fünf Prozent auf die hinterzogene Summe hinzukommen.

NRW kauft Steuer-CD

Gleichzeitig wächst der Druck auf Steuersünder auch von anderer Seite: Die nordrhein-westfälische Finanzverwaltung habe in enger Abstimmung mit dem Bundesfinanzministerium eine weitere Steuer-CD erworben, teilte Landesfinanzminister Helmut Linssen (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf mit. Darauf befänden sich 220 Datensätze, die derzeit ausgewertet würden. Herkunft und Kosten der CD blieben unklar.

Bereits Anfang des Jahres hatte Nordrhein-Westfalen eine CD mit Daten deutscher Steuersünder in der Schweiz gekauft. Auch andere Bundesländer waren dem Beispiel gefolgt. Die Käufe sind allerdings politisch umstritten.

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KOMMENTARE (6 von 6)
 
tannebaum (25.06.2010, 09:58 Uhr)
hmmm,
bietet keiner mehr geklaute daten auf cd's an, dass die behörden nun mit strafe bedrohlicher werden müssen???

grundsätzlich bin ich für härtere strafen. aber vor allem dafür, dass körperliche gewalt zunächst härter bestraft wird als finanzielle verfehlung. da haben wir eh große probleme...
bmpost (25.06.2010, 09:01 Uhr)
@Lauterbach
Was meinen Sei, warum die Politik diese CDs kauft... Da werden erstmal ein paar kompromittierende Datensätze mit den Namen von guten Bekannten und Kollegen - Uuuups! - aus Versehen gelöscht! Schliesslich gilt bei der CDU ein Ehrenwort mehr als das Gesetz...
Aurum (25.06.2010, 00:42 Uhr)
Lustig!
Der größte Steuerbetrüger ist der Staat! Da ist man nicht zimperlich. Alles wird mehrfach versteuert. Auf eine Ware fallen gleich mehrere Steuern an. Die Bonzen ziehen uns noch das letzte Hemd aus. Das ist eine Ausbeutung wie in einer Sklavenhaltergesellschaft.
Lauterbach (24.06.2010, 23:48 Uhr)
Taeuscherei...
...man weiss doch genau wer betruegen darf und wer nicht.

Politiker und ihre Finanziers kommen immer davon. Auf der Lichtensteiner CD waren mehr als 200 deutsche Politiker aufgefuehrt die ihre Geldkoefferchen aus korrupten Aktivitaeten dort einlagerten. Diese Figuren gehen natuerlich immer straffrei aus.
Prologo (24.06.2010, 21:40 Uhr)
Steuerbetrüger und Hinterzieher werden hier,....

......mit Samthandschuhen angefasst, und mussten 0,5 % nachzahlen, ja wie deppert sind wir hier denn noch,...?

Jeder kleine Steuerzahler im Land, der seine Steuererklärung ein Jahr versäumt abzugeben,.....

.....bekommt einen Säumniszuschlag von 200 EURO pro Jahr aufgebrummt, und das sind bei 500 oder 100 EURO Steuernachzahlung dann nicht o,5 % ,....

......sondern satte 20 % oder 40 % und da regt sich niemand auf, oder.... ??

Soviel zur Steuergerechtigkeit hier in Deutschland, oder,...?

MfG,
T.
OnTheRoad (24.06.2010, 21:18 Uhr)
Diese Rumlaberei...
...sollen nicht mehr so leicht davonkommen...
...sollen härter bestraft werden...
...sollen, sollen, sollen

Wann folgen endlich Taten? Wie u.a. auch bei den Banken oder sonstigem korrupten oder kriminellen Gesocks.
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