. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
12. Mai 2006, 07:23 Uhr

Journalisten bis ins Privatleben bespitzelt

Der BND gerät zunehmend in Erklärungsnot: Der Geheimdienst soll Journalisten bespitzelt haben - und zwar in einem bislang unbekannten Ausmaß. Ein ehemaliger Richter nennt die Aktionen "eindeutig rechtswidrig".

Berliner BND-Zentrale: Geld für Informationen gezahlt© Fabrizio Bensch/Reuters

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat offenbar in weit größerem Ausmaß als bisher bekannt Journalisten bespitzelt und sie bis ins Privatleben hinein beschattet. Das berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) unter Berufung auf den ehemaligen Vorsitzenden Richter am Bundesgerichtshof, Gerhard Schäfer.

Schäfer habe einen entsprechenden Report am Mittwochabend im Kontrollgremium des Bundestags vorgelegt. Die Untersuchungen Schäfers belegten, dass der BND nicht nur einzelne Journalisten beschattet habe, sondern Journalisten auch gezielt auf deren Kollegen angesetzt habe, um zu erfahren, an welchen Themen diese gerade arbeiteten, hieß es.

Besonders interessiert sei der BND demnach an Redakteuren des Nachrichtenmagazins "Spiegel" gewesen. Auch Journalisten des stern und des "Focus" seien bespitzelt worden. Noch im Herbst 2005 habe der BND Informationen über einen bekannten deutschen Journalisten entgegen genommen. Auch Gaststätten, von denen der Dienst vermutet habe, dass Redakteure dort Informanten träfen, seien überwacht worden. Schäfer habe die Praktiken nach Informationen der Zeitungen als "unverhältnismäßig" und "eindeutig rechtswidrig" bezeichnet.

Der Bericht bestätige, dass ein ehemaliger stern- Journalist 1996 beschattet worden sei. Ein Journalist des Magazins "Focus" sei über Jahre hinweg bis ins Privatleben hinein überwacht worden. Auch ein Redakteur der "Südwest Presse" sei ins Visier des BND geraten. Offenbar hätten Mitarbeiter des Dienstes auch umfangreich Akten vernichtet. Schäfers Untersuchungen belegten zudem, dass der BND Journalisten Geld für Informationen gezahlt habe.

Erst im November für Bespitzelungen entschuldigt

Bereits im November vergangenen Jahres hatte sich der BND für jahrelange Bespitzelungen beim Publizisten Erich Schmidt-Eenboom entschuldigt. Der Auslandsgeheimdienst hatte ihn selbst und sein Forschungsinstitut für Friedenspolitik von November 1993 bis März 1996 mit Unterbrechungen observiert. Der damalige BND-Chef August Hanning hatte zuvor bereits öffentlich zugegeben, dass seine Behörde 1993 und 1994 Journalisten bespitzelt habe, um undichte Stellen im eigenen Apparat aufzudecken.

AP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
50 Jahre BND Gespielte Harmonie

Der Bundesnachrichtendienst ist 50 Jahre alt geworden. Bei den Feierlichkeiten gaben sich sowohl Kanzlerin als auch Opposition harmonisch. Doch unter der Oberfläche brodeln die Fragen nach Umzug und Untersuchungsausschuss. mehr...

Geheimdienst-Affäre Bundestag setzt BND-Ausschuss ein

Was trieb der deutsche Geheimdienst während des Irak-Krieges? Unzählige Gerüchte und Vermutungen ranken sich um die Tätigkeit. Nach Ostern wird der Untersuchungsausschuss Licht ins Dunkel bringen. mehr...

Urteil Reporter mit Grenzen

Das Verfassungsgericht erlaubt mit einem aktuellen Urteil Abhöraktionen bei Journalisten und beschränkt deren Sonderrechte. Eine totale Überwachung droht laut Experten nicht. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe