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11. Juni 2010, 14:29 Uhr

Wulffs Mehrheit bröckelt

Juristisch steht der Wahl von Christian Wulff zum Bundespräsidenten nichts mehr im Wege: Drei Wochen vor der Abstimmung hat der CDU-Politiker sein Mandat für den niedersächsischen Landtag zurückgegeben. Doch Wulff verliert Stimmen - auch von der FDP.

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Keine Wahlempfehlung von der sächsischen FDP-Fraktion: Bundespräsidentschaftskandidat Christian Wulff© Nigel Treblin/DDP

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat auf dem Weg zur Bundespräsidentenwahl in rund drei Wochen ein rechtliches Hindernis aus dem Weg geräumt. Der Kandidat der schwarz-gelben Koalition gab am Freitag seinen Abgeordnetensitz im Landtag auf. "Ich habe mich entschieden, das Mandat niederzulegen, um dem Amt des Bundespräsidenten nicht zu schaden", sagte Wulff in Hannover. Außerdem kündigte er an, seinen Sitz im VW-Aufsichtsrat in der kommenden Woche abzugeben.

Hätte Wulff erst nach dem Votum in der Bundesversammlung seinen Verzicht auf seinen Abgeordnetensitz erklärt, hätte er das Amt des Bundespräsidenten nicht sofort antreten können. Denn das Landtagsmandat erlischt erst, wenn das Parlament den Verzicht bestätigt. Dies wäre aber erst am Tag nach der Bundesversammlung möglich gewesen. Das Staatsoberhaupt darf aber nach Artikel 55 des Grundgesetzes weder einer Regierung noch einem Parlament angehören. Die Opposition hatte den Verzicht auf das Mandat gefordert.

FDP in Sachsen und Bremen stellt sich nicht hinter Wulff

Ein glatter Durchmarsch bei der Präsidentenwahl ist für Wulff nicht sicher, zumal aus dem Lager der FDP immer wieder Störfeuer kommt. Sachsens FDP-Fraktion gibt den voraussichtlich drei von ihnen zu stellenden Wahlleuten keine Empfehlung für Wulff. Die Wahl sei "eine Gewissensentscheidung", sagte Fraktionschef Holger Zastrow in Dresden. Der Landesparteirat hatte sich mit großer Mehrheit für den Kandidaten von SPD und Grünen, Joachim Gauck, ausgesprochen.

Außerdem stellten Sozialdemokraten und Grüne in Sachsen eine gemeinsame Liste für die Wahl ihrer Delegierten in der Bundesversammlung vor. Allein aus verfahrenstechnischen Gründen dürfte dies zu einem Stimmenzuwachs für das rot-grüne Lager führen - zu Lasten einer CDU-Stimme.

Eine weitere Stimme aus dem schwarz-gelben Lager geht Wulff in Bremen verloren: FDP-Landeschef Oliver Möllenstädt kündigte an, er wolle bei der Wahl für Gauck stimmen. Damit Möllenstädt einen Sitz in der Bundesversammlung erhalte, hätten sich die Liberalen mit SPD und Grünen zu einer Zählgemeinschaft zusammengetan. Die Partei alleine hätte keinen Anspruch auf einen Sitz in der Bundesversammlung. Da sich die Gesamtzahl der fünf Bremer Mandate nicht ändere, verliere auch die Bremer CDU im Gegenzug einen Sitz, hieß es.

"Christian Wulff muss jetzt klare Verhältnisse schaffen"

Die SPD in Berlin kritisierte unterdessen, dass Wulff zwar sein Abgeordnetenmandat niedergelegt hat, als Ministerpräsident aber erst zurücktreten will, wenn er in der Bundesversammlung wirklich ins höchste Staatsamt gewählt ist. "Christian Wulff muss jetzt klare Verhältnisse schaffen und vor der Sitzung der Bundesversammlung am 30. Juni auch als Ministerpräsident zurücktreten", forderte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann. "Wulff muss die Haltung eines sicherheitsorientierten Karrierepolitikers aufgeben und als freier Mann ohne Rückfahrticket vor die Bundesversammlung treten."

Wulff konterte: "Die SPD hat offenkundig ein Problem, dem Amt des Bundespräsidenten den entsprechenden Respekt zu zollen. Der SPD gehen die Themen aus." CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe kritisierte, Oppermann schieße mit seinen Vorwürfen "wieder einmal übers Ziel hinaus" und überziehe mit seinen Forderungen maßlos. "Die SPD-Führung muss Oppermann endlich zur Ordnung rufen."

Ein nahtloser Wechsel vom Amt eines Ministerpräsidenten in das höchste Staatsamt ist aus Sicht des Hamburger Verfassungsrechtlers Wolfgang Hoffmann-Riem möglich. "Wann jemand seine vorherigen Ämter niederlegt, ist nicht entscheidend - nur dass er es tut", sagte Hoffmann-Riem "Tagesschau.de".

Bei einer Direktwahl des Bundespräsidenten müsste sich Wulff laut einer Umfrage Gauck geschlagen geben. Für Gauck würden sich 40 Prozent der Bürger entscheiden, für Wulff 31 Prozent.

APN/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 24)
 
Kippi (13.06.2010, 15:02 Uhr)
Langsam kann man es nicht mehr hören....
...das ewige Gehampele von der FDP.
Diese ständigen Querschiesser sollte man ohne Rückfahrkarte alle zum Mond
schiessen....aber dann würde der Mond wohl niemals mehr scheinen !?!???
jps-mm (12.06.2010, 21:55 Uhr)
Zweifel sind angebracht
Es stellt sich ernsthaft die Frage, ob der Wulff ueber das notwendige Format verfuegt, die schwierige Menschenrechtslage in Deutschland direkt anzusprechen.

Im Jahr 2005 stellte die Merkel das Programm für die Legislaturperiode unter das Motto "Mehr Freiheit wagen". Tatsächlich aber hat die Merkel in den letzten 4 Jahren u.a. dafür gesorgt, dass
- die Bürgerrechtsverletzungen schwerster Art unverändert fortgesetzt wurden,
- die dafür verantwortlichen Rechtsbrecher systematisch der Strafverfolgung entzogen wurden,
- mittels Vorratsdatenspeicherung sämtliche Verbindungsdaten von Internet- und Handy-Verbindungen über einen Zeitraum von 6 Monaten gespeichert werden,
- das BKA eigenmächtig - ohne Beaufsichtigung durch einen Staatsanwalt -präventive Ermittlungen ohne konkreten Tatverdacht durchführen darf,
- die Befugnisse des BKA zu Lauschangriffen auf Wohnungen nochmals deutlich ausgeweitet wurden,
- das BKA auch die Befugnis für Video-Überwachungen von Wohnungen erhalten hat,
- die Durchsuchung und Überwachung von Computern im Wege der sogenannten Online-Durchsuchung zulässig ist.

Die Merkel hat die Bürgerrechte vollständig ausgehöhlt und die letzten Restbestände der Verfassung faktisch außer Kraft gesetzt. Die Merkel hat den Begriff "Freiheit" damit vollständig entkernt. Deutschland ist schon längst ein asozialer Unrechtsstaat. Und das muss man direkt ansprechen.

An der Verschlechterung der Menschenrechtslage ist bereits der Koehler gescheitert. Sollte der Wulff die drastische Verschlechterung der Menschenrechtlage und die dafuer verantwortlichen asozialen Straftaeter nicht konsequent kritisieren, droht der Wulff alsbald zu verschleissen.

HTHK (12.06.2010, 16:12 Uhr)
Wenn ich Merkel wäre
würde ich unmittelbar nach der Wahl zum Bundespräsidenten die Vertreunsfrage stellen - wie Schröder - und dann abtreten. Ein Koalitionspartner, dessen Vorsitzender "carte blanche" gibt, während dessen Bezirke Wahlbündnisse mit der Opposition zu Lasten der CDU schließen, ist untragbar. Eine Regierung von SPD, Grünen und Linken wird dann alle Probleme über Nacht lösen.
Sozimod (12.06.2010, 12:26 Uhr)
Zu Wulff!
Dieser Politiker ist als Bundespräsident, wie auch als Ministerpräsident untauglich! Andersdenkende werden von ihm als Terroristen beschimpft. Er trägt die verantwortung in Niedersachsen für:
Überschuldung
Ärztemangel in den ländlichen Räumen
Atomtransporte durch den LK Cuxhaven
Hohe Arbeitslosigkeit
Leiharbeit, Niedriglohnsektor, prekäre Arbeitsplätze
Kürzung der Pendlerpauschale
Zustimmung zu verfassungsfeindlichen Gesetzen(Kriegeinsätze im Sudan, Afghanistan, Kosovo)
Unerträglich dass Menschen wie Gauck oder Wuff überhaupt als Kandidaten ernannt wurden. Oskar Lafontaine wäre eine Möglichkeit, um Brücken zu bauen.
sebale1 (12.06.2010, 11:57 Uhr)
Wulff hatte nie eine Mehrheit ...!
Das Volk will diese Lösung nicht und wollte sie nie ...!

Wulff ist nichts anderes, als die Marionette einer menschenverachtenden, verfassungsbrechenden Koalition einer niedergehenden ehem. Volkspartei und dem korrupten Gesindel der FDP.

Oh @tannenbaum - auch hier .. ! Lass dich mal untersuchen ...
tannebaum (12.06.2010, 10:57 Uhr)
ich wünsche mir...
...das ende der koalition. soll die fdp doch gauck wählen, dann müsste merkel zurücktreten und aus wäre es. dann haben wir eine schwache cdu, denn alle guten leute hat sie verdrängt und rot/grün kann dieses land dann ja aus der krise und den schulden führen.

nach nicht mal 30 tagen werden hier alle aufschreien vor schmerzen, was die dann alles auf den tisch werfen... der staat ist nämlich pleite. es spricht nur keiner drum. und nur dumme glauben, dass mit rot oder rotrot die hartIV-bezüge oder andere wieder steigen... pustekuchen - es wird abwärts gehen.
denn was arbeitnehmer schon lange haben, nettorückgang, kann bei denen nicht unangetastet bleiben. bezahlbar ist es eh nicht mehr...
faculdoc (12.06.2010, 10:33 Uhr)
Immer wieder Wulff - Wulff - Wulff
Derselbe mag in Niedersachsen und wie auch immer "Landesvater" darstellen wollen. Als Präsident aller Deutschen ist er als Diktat-und SchacherKandidat incl. seines Werdegangs ungeeignet. ALSO : nun machen wir es doch so und wählen unseren Präsidenten mit des Volkes Stimme ! Und weil wir gerade dabei sind,genau diese Wählart sollte in Deutschland für alle Entscheidungen,welche das Volk betreffen,zur sachlich-juristischen Grundlage erklärt ,festgeschrieben werden. Was wir alle in den vergangenen Monaten bis heute erleben mussten, zwingt objektiv dazu, diese Regierung abzuwählen. Wenn die Journalie ,wenn die Medien bereits von offenen Eklats,offenen Zerwürfnissen berichten, WIE muss es dann in Berlin tatsächlich zugehen ? NEIN, ...das sind keine Volksvertreter, das ist keine Regierung !
Ich kann diese Puppenspieler nur auffordern : " Macht Platz für einen Neubeginn - tretet zurück ! "
video.message (12.06.2010, 09:20 Uhr)
Kabarettist Georg Schramm über das Amt des Bundespräsident
http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broadcast=348686&datum=20100531&playtime=1275316373&fileid=d51a435b&sendung=348687&beitrag=1193608&/
klarsicht0815 (12.06.2010, 09:14 Uhr)
Gauck for Präsident
Herr Wulff wollen sie auch von der Gnädigkeit der FDP abhängig werden - Merkel hat über das Ziel bereits hinaus geschossen - die Frau kann nicht Kanzlerin - das sagte Schröder schon 2005 !
Diesen Schkiet würde ich mit mir nicht machen lassen - Westerwelle hat die Bodenhaftung verloren ... gib einem Nichtsnutz einen Schlüssel und er zerstört jedes Schloss ... weil er glaubt der Schlüssel passt überall !
Sternchen2020 (12.06.2010, 08:24 Uhr)
Wulff hätte mit einem Rückzug der Kandidatur für den Bundespräsidenten ein wenig Größe gezeigt,n
Damit ist aber nicht zu rechnen,wie man sieht. Diese Geschachere um einen Posten, den Deutschland im Rahmen einer Modernisierung des Landes abschaffen sollte, schürt weiter Politikverdrossenheit.

Was in Berlin seit geraumer Zeit abläuft, ist nur noch lächerlich. Merkel sollte abtreten und Weg frei machen, für Leute, denen das Wohl er Bürger noch am herzen liegt.
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