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26. November 2009, 08:23 Uhr

Bayern legt Gesetz gegen Betrug im Sport vor

Bayerns Justizministerin Beate Merk will einen bundesweiten Missstand ausräumen: Bislang ist Korruption in der Sportwelt nicht strafbar. Merk will dem Bundesrat in Kürze einen Gesetzentwurf vorlegen, der harte Strafen für Doping und Bestechung vorsieht.

Wettskandal, Manipulation, Fußball, Wetten, Sportwetten

Doping, Bestechung und Bestechlichkeit sollen künftig auch mit hohen Haftstrafen geahndet werden können© Michael Sohn/AP

Die bayerische Staatsregierung will einem Zeitungsbericht zufolge künftig härter gegen Betrug im Sport vorgehen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, hat Landesjustizministerin Beate Merk (CSU) einen Entwurf für ein Bundes-Sportschutzgesetz ausgearbeitet. Demnach sollen Doping, Bestechung, Bestechlichkeit und sonstige betrügerische Manipulation verfolgt werden. Die Strafen reichten bis zu zehn, bei gewerbsmäßigem Doping bis zu 15 Jahren Haft. Bayern will den Gesetzentwurf, der dem Blatt vorliegt, demnach in den Bundesrat einbringen.

Durch das Gesetz soll gegen Sportbetrüger künftig mit allen Möglichkeiten - bis hin zur Telefonüberwachung - ermittelt werden können. Merk hält das geltende Strafrecht dem Bericht zufolge für lückenhaft - auch nach den Erfahrungen, die sie mit der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Doping gemacht habe. Bayern hatte schon vor drei Jahren einen Vorstoß zur Bestrafung des Dopings im Sport unternommen.

Harte Strafen für Dopingsünder

Der neue Gesetzentwurf reiche über den damaligen aber weit hinaus, schreibt die Zeitung. Der Vorschlag gehe auch auf den aktuellen Wettskandal und den Verdacht ein, dass Fußballspiele von der zweiten bis zur sechsten Liga verschoben wurden. Es soll nun jede Korruption im Sport vom Strafrecht abgedeckt werden: "Wer den Verlauf eines sportlichen Wettkampfes in unlauterer Weise" mit Geld oder sonstigen Vorteilen beeinflusst, werde mit Geldstrafe oder Haft bestraft, zitierte das Blatt. Die Bayern wollen das Doping in all seinen Erscheinungsformen bestrafen. Zum ersten Mal werde der Sportler selbst in die Strafbarkeit einbezogen. Bei Ärzten, Trainern und Sportfunktionären werde die Strafbarkeit ausgeweitet. Es solle schon der bestraft werden können, der andere zum Verbrauch von Dopingmitteln verleitet. Darauf stehe Haft bis zu fünf Jahren. Bei gewerbsmäßigem Handeln und bei Abgabe von Dopingmitteln an Minderjährige gelte die Tat als Verbrechen. Das Strafmaß reiche dann bis zu 15 Jahren.

Ein Straftatbestand "Bestechlichkeit und Bestechung im Sport" solle die Straflosigkeit von Korruption im Zusammenhang mit Sportwettkämpfen beenden. Bisher ist Korruption nur im Umgang mit Behörden und im geschäftlichen Verkehr strafbar, der Sport zählt nicht dazu.

AP
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
knilch_59 (26.11.2009, 11:18 Uhr)
Typisch, also falsch
Ja, so sans, die Bayern: Problem ==> Gesetz, sich immer an die Täter halten. Bloß nicht an diejenigen gehen, die das große Rad drehen, die den Sport als Anlass für Wirtschaftsstraftaten nehmen. Schuld ist im Zweifelsfall der Sprtler, so jedenfalls der unerschütterliche bayerische Glaube.
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Wie wäre es denn mit dem anderen Ansatz: konsequent an die gehen, die sich mit der weißen Weste schmücken? Wer vermietet denn Läden an Wettbüros? Wer organisiert die Zahlungsströme bei Internet-Glücksspielen? Wer importiert denn die Doping-Mittel?
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Dort findet die Multi-Milliarden Geldwäsche statt: hochkriminelle Strukturen bestens organisiert, international verzahnt. Im Mittelpunkt Banken. Aber die sollen ja gar nicht so genau hinsehen, weil sonst ja auch die Steuerbetrüger auffliegen, und die genießen traditionell den besonderen Schutz der bayerischen Staatskanzlei. Und wenn mal wieder illegal in der veterinärmedizinischen Lieferung von Spezialnahrung ein paar Anabolika auch zum menschlichen Gebrauch beigepackt und abgezweigt werden, bleibt dieses Geschäft zum Schutz der landwirtschaftlichen Strukturen auch ehrbar und darf nicht behindert werden.
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Die bestehenden Gesetze würden völlig ausreichen, wäre man gewillt sie auch anzuwenden und die Einhaltung zu kontrollieren. Letztlich hat man sogar Al Capone über seinen Steuerbetrug außer Gefecht gesetzt. Es kann doch nicht Aufgabe des Staates sein, mit härtesten strafrechtlichen Mitteln gegen jemanden vorgehen zu wollen, der sich selbst mit Anabolika zugrunde richten will. Und der Fußballer, der Geld nimmt, um kein Tor zu schießen, ist nicht wirklich Kern des strafrechtlichen Problems. Aber wenn man sich wirklich dem Kern nähert, würde man auch am Image vieler ?anständiger Leistungsträger? rütteln.
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Aber die anderen Länder wissen das, und so wird die bayerische Initiative im Sande verlaufen. Und am Ende bleibt eine positive Profilierung stehen, die niemals im Sinn hatte die Verhältnisse zu ändern. Populismus pur = typisch Bayern
Malt (26.11.2009, 10:16 Uhr)
Oh man.....
....stimmt ja.... hier zu schreiben dass die Nebeneinkünfte von Politikern nichts anderes als legalisierte Bestechungsgelder aus der Industrie sind verstößt ja gegen die Forumsregeln! Wie konnte ich das nur vergessen. Na, habt ihr schon Post von Megan Fox bekommen?
Malt (26.11.2009, 09:29 Uhr)
@sportartmakler
Genau das gleiche wollte ich auch gerade schreiben. Also bitte: Nebeneinkünfte von Politikern als das bezeichenn, was sie sind: Bestechungsgelder! Und daraus sollen endlich mal strafrechtliche Konsequenzen folgen! Was interessiert es mich beim Sport, DIE Leute dort schädigen wenigstens nicht mich - im Gegensatz zu unseren "Lobbymarionetten".
DasBertl (26.11.2009, 09:29 Uhr)
Geld und sonstige Vorteile?
Was bitte ist mehr Vorteil, als sich mit Geld die besten Spieler zu kaufen? Ob das am Ende dazu führt, dass sämtliche Profimannschaften im Knast sitzen müssen? haha
sportartmakler (26.11.2009, 09:17 Uhr)
bitte denselben gesetzesentwurf
auch für politiker machen.
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