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31. Mai 2006, 16:05 Uhr

Fußball-WM gegen Rassismus

Bundsregierung und Organisatoren sehen ihre Aufgaben im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft als erfüllt. Innenminister Schäuble will das Großereignis auch als Plattform gegen den Rassismus nutzen.

Sehen die WM-Planungen voll im Soll: Franz Beckenbauer und Wolfgang Schäuble© Johannes Eisele/DDP

Die Bundesregierung sieht die Fußball-WM auch als "großes Ereignis gegen jede Form von Rassismus". Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte in Berlin, Deutschland werde unter Beweis stellen, "dass unser Land ein ausländerfreundliches Land ist". Bei einer Pressekonferenz stellte Schäuble den 7. Fortschrittsbericht der Regierung zur WM vor. Der Minister und der Präsident des WM-Organisationskomitees, Franz Beckenbauer, sagten: "Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fußball-WM sind geschaffen. Wir freuen uns auf den Anpfiff am 9. Juni." Das Gastgeberland ist aus Sicht der Verantwortlichen bereit.

Das Bundeskabinett stimmte Schäubles Bericht zu. Alle Regierungsgarantien seien "punktgenau eingelöst worden". Der Minister sagte, vom Viertelfinale an würden die Kapitäne der Teams vor dem Abspielen der Nationalhymnen Erklärungen gegen Rassismus und Ausschreitungen verlesen. Die Mannschaften würden ein großes Spruchband gegen Fremdenfeindlichkeit zeigen.

Kampagnen für Freundlichkeit

Beckenbauer sagte, das WM-Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" sei auch eine große Herausforderung. Bei der vergangenen WM in Japan und Korea seien die Gastgeber "von Haus aus freundlich gewesen". In Deutschland habe es noch einige Kampagnen gebraucht, "um der Freundlichkeit den letzten Schub zu geben". Beckenbauer und Schäuble betonten, die WM-Begeisterung in der Bevölkerung wachse. "Man spürt es überall", sagte Schäuble. Er erinnerte an zahlreiche Stadt- und Marktfeste zur Begrüßung der jetzt eintreffenden Gast-Mannschaften.

Nach der Pressekonferenz begrüßten Schäuble und Beckenbauer die nicht für die WM qualifizierte Fußball-Auswahl von Anguilla. "Wir rollen gern für die Gäste aus aller Welt den roten Teppich aus", sagte Schäuble.

Pflichtprogramm erfüllt

Zur aktuellen Sicherheitsdebatte nach dem Amoklauf beim Eröffnungsfest für den neuen Berliner Hauptbahnhof am Wochenende sagte Schäuble: "Hundert Prozent Sicherheit gibt es niemals." Nach menschlichem Ermessen sei aber "alles getan worden für die Sicherheit bei der WM in den Stadien und außerhalb, was getan werden konnte". Im Einzelfall sei jedoch nicht zu verhindern, "dass in einer Masse von Menschen irgendeinem Menschen die Sicherungen durchbrennen".

Deutschland habe sein Pflichtprogramm erfolgreich erfüllt, sagte Schäuble. Zu den eingehaltenen Regierungsgarantien für die Spieler und Besucher aus den Gastnationen gehören nach Schäubles Angaben vor allem Visa- und Arbeitsrecht-Regeln, Zollbestimmungen und Vorschriften des Steuerrechts sowie die Präsenz von Hymnen und Fahnen. Auch in der Zusammenarbeit mit den Polizeiorganisationen der Gastländer sei ein "völlig neues Verständnis von Internationalität" entwickelt worden. Bei der WM sind zahlreiche Polizeieinheiten in ihren jeweiligen Uniformen im Einsatz, um direkt gegen Hooligans aus den betreffenden Ländern vorgehen zu können.

DPA
 
 
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