. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
18. März 2009, 06:23 Uhr

Gegen Waffen und Killerspiele

Eine Woche ist vergangen seit Tim Kretschmer in Winnenden bei seinem Amoklauf 15 Menschen mit in den Tod riss. Der Bundestag diskutiert nun mit die Folgen aus der Tat. Im Visier der Politiker: Waffen und Killerspiele. Unkonkreter werden die Forderungen, wenn es um Chancen geht, die Persönlichkeit der Jugendlichen zu stärken.

Amoklauf von Winnenden, Amoklauf, Tim K., Tim Kretschmer, Folgen, Konsequenzen, Bundestag

Auch eine Folge des Amoklaufs: Die Familie des Täters ist isoliert, nur selten wird - wie auf diesem Zettel - Verständnis geäußert© Winfried Rothermel/AP

Eine Woche nach dem Amoklauf von Winnenden befasst sich der Bundestag an diesem Mittwoch mit den Folgen aus der Tat. Das Verbrechen ist Gegenstand einer Aktuellen Stunde unter dem Titel "Kinder, Jugendliche, Familien stärken - Konsequenzen nach dem Amoklauf". In der vergangenen Woche hatte der 17-jährige Tim K. an einer Realschule im baden-württembergischen Winnenden und bei seiner anschließenden Flucht nach Wendlingen 15 Menschen getötet. Im Bundestag steht die Frage im Vordergrund, wie Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeit so gefestigt werden können, dass sich solche Taten nicht wiederholen.

Experten aus SPD und CDU hatten eine Verschärfung des Waffenrechts verlangt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich für verdachtsunabhängige Kontrollen der Waffenbesitzer ausgesprochen. Hessens Innenminister Volker Bouffier (CDU), sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Die schlichte Tatsache, dass jemand Waffen besitzt, reicht nicht aus, um eine Kontrolle in dessen Wohnung durchzuführen." Um derart tief in die Privatsphäre der Bürger einzugreifen, müssten schon konkrete Gefahren für die öffentliche Sicherheit vorliegen. Nach Ansicht Bouffiers ist eine regelmäßige Kontrolle legaler Waffenbesitzer zudem personell nicht zu machen.

Der Deutsche Jagdschutz-Verband wies den Vorstoß des Berliner Innensenators Erhart Körting (SPD), Jägern künftig den Besitz von Kurzwaffen zu verbieten, als "Unsinn" zurück. Verbands-Präsident Jochen Borchert sagte ebenfalls der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Besitzer legaler Waffen dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden."

Bouffier kündigte in der Zeitung ferner an, dass Hessen im Bundesrat auf "ein komplettes Herstellungs- und Verbreitungsverbot für Killerspiele" dringen werde. "Eine Initiative Hessens und Bayerns liegt der Länderkammer vor. Darüber muss der Bundesrat nun dringend entscheiden." Diese menschenverachtenden Dinge gehörten schleunigst vom Markt, so der Minister.

Jugendliche Testkäufer erneut im Gespräch

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) setzt bei der Kontrolle des Verkaufsverbots von Killerspielen an Jugendliche weiter auf den Einsatz minderjähriger Testkäufer. Dies sei auch ohne ein Bundesgesetz durchsetzbar, sagte sie der "Financial Times Deutschland". "Landkreise können nach heutiger Rechtslage 17-jährige Jugendliche zu Testkäufen losschicken." Die Ministerin hatte im Oktober 2007 einen Gesetzentwurf vorgelegt, der es ermöglichen sollte, Kinder und Jugendliche als Testkäufer von Schnaps, Zigaretten und Gewaltfilmen einzusetzen. Nach massivem Protest verzichtete von der Leyen schließlich auf das Gesetz. Der Deutsche Städtetag bestätigte den Einsatz von minderjährigen Testkäufern. Der Landkreistag bezeichnete dies als "gutes Mittel", um Jugendliche zu schützen.

DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Folgen des Amoklaufs Bürger für privates Waffenverbot

Nach dem Amoklauf in Winnenden fordert Bundeskanzlerin Merkel unangekündigte Kontrollen von Waffenbesitzern. Heute berät der Bundestag über verschärfte Kontrollen. So weit wie die Mehrheit der Bürger wird die Politik aber wohl nicht gehen. Die wünscht sich nämlich ein Waffenverbot in Privathaushalten, wie eine Umfrage des stern ergab. mehr...

Amoklauf von Winnenden Tims Eltern melden sich zu Wort

In einem offenen Brief haben die Eltern des Amokläufers von Winnenden den Hinterbliebenen ihr Mitgefühl ausgesprochen. "Ihnen wurde das Wertvollste und Wichtigste, ein geliebter Mensch, genommen", schreiben sie. Sie selbst stünden "weinend und stumm vor der unfassbaren Tragödie". mehr...

Durchsuchung bei Tim K. "Da hat sich was angebahnt"

Die Ermittler sehen einen Zusammenhang zwischen Tim K.s Computerspielen und dem Blutbad: In seinem Zimmer fanden die Beamten Ballerspiele und Gewaltfilme. Allein in Baden-Württemberg gab es bisher 52 Trittbrettfahrer, gegen fünf Nachahmer wurde Haftbefehl erlassen. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch