. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
28. November 2007, 14:32 Uhr

"Ihr hasst Euch wie die Pest"

Traditionell nutzt die Opposition die Debatte über den Kanzler-Etat, um mit der Regierung abzurechnen. Herausragender Redner war dieses Jahr FDP-Chef Guido Westerwelle, der die scheinheilige Harmonie von SPD und CDU hart attackierte.

Heizte der Regierung ein: FDP-Chef Westerwelle, hier ein Archivbild aus dem Oktober© Berthold Stadler/ddp

Die Debatte über den Kanzler-Etat im deutschen Bundestag ist seit jeher eine Show - für die Gäste und für die Medien. Jeder Redner versucht, möglichst knackige, zitierfähige Sätze abzuliefern, um damit seine Botschaft durchzudrücken. Keinem gelang das an diesem Mittwoch besser als FDP-Chef Guido Westerwelle. Mit derben Attacken durchbrach er die Inszenierung der großen Koalition, die sich als Kuschelregierung darstellte, in der es zwar Differenzen aber keinen Streit gebe.

"Mit Verlaub gesagt: Das, was ihr hier abliefert ist doch eine völlig unblaubwürdige Nummer. Jeder Zuschauer weiß: Ihr hasst Euch wie die Pest", sagte Westerwelle. Viele Mitglieder der Regierung müssen bei diesem Satz schmunzeln, selbst Kanzlerin Angela Merkel und ihr neuer Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier. Sie wissen, dass Westerwelle so Unrecht nicht hat.

Entschiedenes Selbstlob

Zuvor hatten Merkel und SPD-Fraktionschef Peter Struck die Regierungsarbeit über den grüßnen Klee gelobt. Merkel rühmte die florierende Wirtschaft und behauptete: "Der Aufschwung kommt bei den Menschen an." Außerdem verteidigte sie ihre China-Politik, die von Wirtschaftsvertretern heftig kritisiert wird. Die Unternehmen fürchten um ihre Aufträge, sollte sich Merkel weiterhin mit Nachdruck für die Einhaltung der Menschenrechte engagieren.

Struck ließ sich zu einem Lob von Merkels Rede hinreissen, sie habe ihm "sehr gut gefallen". Ähnlich wie die Kanzlerin deutete er an, der Streit um den Post-Mindeslohn könne beigelegt werden. Einzig in der Innen- und Sicherheitspolitik ließ Struck Differenzen erkennen. Einen Einsatz der Bundeswehr im Inneren, wie von CDU-Innenminister Wolfgang Schäuble gefordert, werde es mit der SPD nicht geben.

Größte Steuererhöhung

Westerwelle lieferte in seiner Rede dann all' das nach, was Struck und Merkel unter das Rednerpult gekehrt hatten. Im Hinblick auf den von Merkel gefeierten Aufschwung erinnerte er daran, dass die Regierung die größte Steuererhöhung der Geschichte vorgenommen habe. Unter dem Strich würden die Menschen mehr be- als entlastet. Er verwies darauf, dass Merkel in ihrer Rede erklärt hatte, durch die Senkung der Sozialabgaben habe der Durchschnittsverdiener 270 Euro netto mehr ab 2008 in der Tasche. "Sie verschweigen, dass Sie zu Anfang dieses Jahres die Arbeitnehmer um durchschnittlich 1600 Euro mehr belastet haben" sagte Westerwelle. "Das ist doch keine faire Politik. Sie nehmen den Bürgern vom Hof das Schwein, geben das Kotelett zurück und sagen, nun seid mal schön zufrieden."

Der FDP-Chef sprach auch Kinderarmut, der steigenden Inflation und dem Abbau von Bürgerrechten, den Wolfgang Schäuble vorantreibe. Außerdem prangerte er an, dass die Bundesrepublik nach wie vor Entwicklungshilfe an China zahle, obwohl China Deutschland just von Platz zwei der wirtschaftlich stärksten Nationen verdrängt habe. Renate Künast, Fraktionschefin der Grünen, stellte vor allem die Klimapolitik der Regierung in Frage. "Diese Kanzlerin geriert sich als Klimaqueen", sagte Künast. Am Ende habe sie aber nur die Kostenfrage für die Wirtschaft im Kopf.

lk/Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
tagora-sagittara (28.11.2007, 21:02 Uhr)
Ich kann IHN nicht ausstehen,...
aber jedes Wort und jede Silbe war die reine Wahrheit die ausgesprochen werden musste.
Aurum (28.11.2007, 20:42 Uhr)
Westerwelle
Zumindest hat er einmal ausgesprochen, was gesagt werden mußte. Vielleicht ist es ja bei einigen Bürgern angekommen.
chatahootchee (28.11.2007, 18:46 Uhr)
@datenbaer
Es gibt immer noch einen Unterschied zwischen 'Schlagzeile' und guter Opposition. Oder?
datenbaer (28.11.2007, 18:43 Uhr)
Was schlecht läuft muß man schlecht nennen!
Man kann es hier in den Kommentaren nachlesen - die Leute wollen verarscht werden und am Ende interessiert sie es nicht die Bohne, was eigentlich die Regierung über sie bestimmt. Statt dessen kommen diese billigen Spießerkommentare - und schlußendlich wird wieder einhellig von eben den selben Leuten gejammert, wie schlecht doch alles ist und wie teuer. Und @chatahootchee: Wenn keine Schlagzeile da ist, sind Sie es bestimmt der sagen würde: "und von der Oposition hört man gar nichts dazu". Was für eine Scheinheiligkeit.
chatahootchee (28.11.2007, 18:33 Uhr)
LAECHERLICH
Wie prostituiert man sich, um in die Schlagzeilen zu geraten?!
HeinzManfred (28.11.2007, 18:22 Uhr)
Und immer wieder Gilda
Es ist leicht wenn man keinerlei Verantwortung hat große Reden zu schwingen , Gilda von der Wasserwelle ist Meister oder Meisterin ? in diesem Fach .
Man denke an den Abgang von Gerhard oder den Tod von Möllemann , Gilda weiss wie man hoch kommt , aber das Volk will „Es „ nicht, das haben die Wahlen gezeigt .
Und solange wie Gilda regelmäßig nach Neuwahlen kräht solange wird auch der Clup der Besserverdienenden in der Opposition dahinfristen .
Auf jeden Fall nichts neues von Schwester Gilda .
Gruß aus Bremen
Manfredjoho
D_C_M (28.11.2007, 17:55 Uhr)
Und wie immer..
nur Bla Bla. Schwachsinniger Ethusiasmus zeichnet die Politik ab. Aufschwung für Alle sollte es geben, bisher nur bei denen, die eh schon genug haben. Achja und bei den Diäten.
MEHR ZUM ARTIKEL
Winterferien Wie Merkel Weihnachten verbringt

Erst einige Runden Langlauf auf der Loipe, dann in der Küche stehen und der Familie eine Gans braten: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem stern verraten, wie sie Weihnachten verbringt - und wie sie sich entspannt. mehr...

Lohnregeln Es lebe der Mindestlohn!

Seit Jahren werden die Billig-Briefträger von ihren Arbeitgebern geknechtet. Niedriglöhne und absurde Strafen sind an der Tagesordnung. Die Regierung könnte helfen. Doch erstmal sind die Verhandlungen geplatzt. mehr...

Koalitionsstreit "Schonfrist für die Kanzlerin ist vorbei"

Franz Müntefering ist zurückgetreten, die SPD stellt sich nun auf Ärger mit der Union ein: Auch wenn sich der Koalitionspartner gegen das Thema Mindestlohn sperre, wolle die SPD weiterhin für dessen Einführung kämpfen, sagt Fraktionschef Struck und greift Kanzlerin Merkel an. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe