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18. Juni 2009, 21:48 Uhr

Schärferes Waffenrecht beschlossen

Drei Monate nach dem Amoklauf von Winnenden hat der Bundestag ein schärferes Waffenrecht verabschiedet. Nach dem Gesetz müssen Waffenbesitzer in Deutschland künftig mit verdachtsunabhängigen Kontrollen rechnen. Zudem drohen ihnen härtere Strafen als bisher, wenn sie ihre Schusswaffen nicht vorschriftsmäßig aufbewahren.

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Strengere Kontrollen von Waffenbesitzern soll es in Zukunft geben© Michael Probst/AP

Als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden hat der Bundestag eine Verschärfung des Waffenrechts beschlossen. Das am Donnerstag im Eilverfahren gebilligte Gesetz ermöglicht strengere Kontrollen von Waffenbesitzern. Zudem enthält es eine Amnestieregelung für illegalen Waffenbesitz und legt eine höhere Altersgrenze für das Schießen mit großkalibrigen Waffen fest.

Eingeführt wird zudem ein elektronisches Waffenregister für ganz Deutschland. Besonders umstritten war bei Schützen und Jägern die Erlaubnis für die Ordnungsämter, Waffenbesitzer auch ohne Verdacht zuhause zu kontrollieren. Zwar können die Betroffenen den Zugang zu ihrer Wohnung verweigern, aber nur, wenn sie einen triftigen Grund dafür vorweisen können. Ansonsten droht ihnen der Entzug des Waffenscheins. Personen, die illegal Waffen besitzen, können diese bis Ende des Jahres bei der Polizei abgeben, ohne dass ihnen ein Strafverfahren droht. Großkalibrige Waffen dürfen in den Schützenvereinen künftig nur noch von Volljährigen genutzt werden. Bisher lag die Altersgrenze bei 14 Jahren.

Die Informationen der rund 570 Waffenerlaubnisbehörden in Deutschland sollen bis Ende 2012 in einem zentralen Register gespeichert werden. Mindestens für 20 Jahre sollen dort alle 10 bis 12 Millionen Schusswaffen und ihre Besitzer erfasst werden. Die Bundesregierung wird mit dem Gesetz auch ermächtigt, schärfere Vorschriften für die Sicherung von Waffen zu erlassen. Zum Beispiel könnte über die Abgabe des Fingerabdrucks sichergestellt werden, dass nur der Besitzer die Waffe benutzen kann. Die Technik ist allerdings noch nicht ausgereift.

Zu dem ursprünglich vorgesehenen Verbot von Kampfspielen wie Paintball, Gotcha und Laserdom kam es nicht. Auch eine Begrenzung des Waffenbesitzes auf eine bestimmte Zahl von Schusswaffen und die zentrale Lagerung von Waffen im Privatbesitz bei Verbänden und Vereinen wurde von der Koalition verworfen. Das Waffenrecht ist bereits 2003 und 2008 in wesentlichen Punkten geändert worden.

Trotzdem entfachte der Amoklauf von Winnenden am 11. März eine neue Debatte über noch schärfere Regeln. Der 17-jährige Täter hatte in einer Schule fünfzehn Menschen und sich selbst getötet. Nach den polizeilichen Ermittlungen gehörte die Schusswaffe seinem Vater, der diese als Sportschütze legal besaß, jedoch nicht in dem vorgeschriebenen Waffenschrank aufbewahrte.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
Gonzo76 (19.06.2009, 20:52 Uhr)
Mehr Schein als Sein
Diese Verschärfung ist ein Witz und wird nur auf dem Rücken der Sportschützen ausgetragen. Dieses Gesetz verhindert keine Straftaten und dämmt sie nur unmerklich ein. Das Problem liegt doch nicht bei den Legalwaffenbesitzern, Jägern und Sportschützen. Diese werden doch nun als böse angesehen. Die Gefahr geht doch vielmehr von den illegalen Waffen aus, die dieses Gestzt in keinster Weise erfaßt. Bei einem "Tatverdächtigen" wird noch immer ein Durchsuchungsbeschluß benötigt und ein Legalwaffenbesitzer soll auf sein Grundrecht seiner Privatsphäre verzichten und unangemeldete Kontrollen über sich ergehen lassen, wie ein Schwerverbrecher? Das ist total daneben.
Auch wenn ich kein Klein- oder Großkaliberschütze bin, so fühle ich dennoch mit dieses Schützen mit.
Doch ich bin der Meinung das dies der falsche Weg ist.
ganzbaf (19.06.2009, 16:12 Uhr)
Waffen und...

Verspassung von Gewalt und Waffengebrauch sollten auf allen Kanälen geächtet und zurückgedrängt werden.
Gutausgestattete, eingliedrige Schulen mit modernen Antimobbing/Gewalt Konzepten sind ein Anderes und ebenso dringend nötig.
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Fehlt nur noch das Privatfernsehverbot ;-)
raptor-xl (19.06.2009, 15:30 Uhr)
der amokläufer von erfurt...
...flog kurz vor ende von der schule. zuhause konnte er das wohl keinem sagen, denn er traute sich wohl nicht. die schulleitung selbst, schien auch kein interesse daran zu haben, dass man sich mal mit dem elternhaus in verbindung setzt oder mit dem schüler über die situation spricht...
so saß zu hause ein junge, der morgens das haus verließ, damit es nicht den eltern auffiel und immer in sorge war, dass vielleicht doch post von der schule kommt. und da das schuljahresende immer näher rückte, war klar, dass die bombe explodieren musste, denn er konnte ja kein zeugnis mitbringen...
und was sich dann dort entladen hatte, ging auf kosten von counter strike!!! alles klar, nicht???!!!
so einfach kann die welt sein.
Angel_of_Mercy (19.06.2009, 14:00 Uhr)
Gerade Artikel von Sönke Wiese auf die hiesige Pressemitteilung gelesen
Artikel ohne Kommentarfunktion. Frage mich warum nur?
Vielleicht, weil zwischen den polemischen Kommentaren auch einige dabei gewesen wären, die Herrn Wiese dazu veranlasst hätten sein doch sehr einfaches Weltbild im Bezug auf Sportschützen und Schützenvereine zu überdenken?
Liebe Stern.de Redakteure Bitte, wenn ihr schon einen Artikel veröffentlicht in dem nicht diskutiert werden soll, dann sollte objektiv berichtet und die Thematik von allen Seiten beleuchtet werden. Ein subjektiv populistischer Artikel ohne die Möglichkeit datüber zu diskutieren wirkt, milde ausgedrückt, peinlich.
Danke
Angel_of_Mercy (19.06.2009, 13:26 Uhr)
Aus Amoklauf folgt Amoklauf
Erst ein pädagogisch falsch oder gar nicht betreuter und behandelter junger Mensch mit einer Schusswaffe und jetzt die ideenlose und unmotivierte Politik mit schärferem statt intelligenterem Recht.
raptor-xl (19.06.2009, 13:04 Uhr)
es ist ganz einfach...
die politik zerstört erst das klassische familienbild, bietet dann vielen arbeitsunlustigen menschen vollkasko an, macht die religion mit den verhaltensregeln nieder und nennt das alles albern. zerstört dann auch gleich alle anderen werte und lässt die bildung schleifen.
heraus kommt eine gesellschaft, in der viele kinder kein warmes elternhaus haben, erziehung bleibt auf der strecke, weil alle wie doof arbeiten oder keinen bock zum aufstehen haben, verliert alle werte und somit die verhaltens- und anstandsregeln und sperrt die kinder in ganztagesheime, wo lehrer und erzieher die alleinge verantwortung für alles tragen.
und weil dann in einer wert- und anstandsfreien gesellschaft, die kinder keine orientierung haben und wärme, geborgenheit und zukunftsperspektiven vermissen, ist die lösung: waffen und pc-spiele verbieten!!!
dann ist die welt von einem tag auf den anderen tag wieder friedlich, rosa und ganz doll nett!!!
nicht wahr, frau von der leyen???
kabelmann (19.06.2009, 10:22 Uhr)
Wahnsinn
Schöner Kommentar vom Stern zum Waffenrecht. Das muss man ja auch mal loben.
.
Fakt ist, dass eigentlich jeder Bürger, der sich wenigstens ein bisschen für aktuelle Themen interessiert so langsam mitbekommen müsste, was in diesem Land eigentlich abgeht.
JohnnyCash (19.06.2009, 10:12 Uhr)
...wann hat dieser Wahnsinn endlich ein Ende?
Das kann doch nicht so weitergehen, haben die überhaupt noch Ahnung was die da oben machen? Es ist Zeit, dass wir denen mal wortwörtlich richtig in den Arsch treten... verdient haben sie es allemal!
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Aber wie schon oft geschrieben... FRÜHER ODER SPÄTER, WIRD JEDER DAS BEKOMMEN WAS ER VERDIENT!
Countryjoe (19.06.2009, 06:20 Uhr)
GG-Umgehung
Mal wieder wurde die im GG festgelegte Unverletzlichkeit der Wohung umgangen. Zuerst bei den Hartz4-Empfängern, die den Geldhahn zugedreht bekommen, wenn sie keine Kontrolleure in die Wohnung lassen und nun bei den Legalwaffenbesitzern, die ihre WBK verlieren wenn sie die Kontrolleure nicht in die Wohnung lassen. So rollt die Koalition das GG vom Rand her auf und setzt immer mehr die verfassungsgemäßen Rechte außer Kraft. Dagegen muß vorgegangen werden, solange es noch die Möglichkeit dazu gibt und DDR 2.0 noch nicht Realität ist.
Mikeorganizer (18.06.2009, 23:37 Uhr)
wie ich gerade lese ...
sind bereits Maßnahmen in der mache, die sogar ausländische Gameonlineshops indizieren sollen und sogar der Internetzugang gesperrt werden soll. ich kann mittlerweile Leute verstehen, die dieser Politik am liebsten ins Gesicht spucken würden. Es ist einfach widerlich was da passiert.
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