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16. Juli 2008, 08:40 Uhr

Beckstein macht Atompolitik zur Koalitionsfrage

Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) geht bei der Energiepolitik in die Offensive. Er fordert, die Union müsse "die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke zur Bedingung einer künftigen Koalition im Bund machen".

Kämpfer für die Kernkraft: Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU)© Christof Stache/AP

Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) will die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke zur Bedingung einer Koalition auf Bundesebene machen. Zu einer angemessenen Energiepolitik gehöre die Weiternutzung der Atomenergie, sagte Beckstein der Tageszeitung "Die Welt". Die Union müsse daher "die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke zur Bedingung einer künftigen Koalition im Bund machen". Das bedeute aber nicht, dass man bei der Förderung der regenerativen Energien und beim Energiesparen nachlassen dürfe.

Der CSU-Politiker lehnte überdies eine Idee aus den Reihen der SPD ab, den Atomausstieg im Grundgesetz zu verankern: "Eine energiepolitische Sachentscheidung gehört doch nicht in die Verfassung", sagte Beckstein.

Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sprach sich für längere AKW-Laufzeiten aus. "Kernkraft ist ein wirtschaftlicher, sicherer und klimafreundlicher Energielieferant", sagte der BDA-Präsident der "Bild"-Zeitung. "Ich halte es für richtig, dass jetzt wieder über längere Laufzeiten von Atomkraftwerken diskutiert wird." Auch der Neubau von Kernkraftwerken dürfe kein Tabu sein. "Wir dürfen uns auch dem Bau neuer Kernkraftwerke nicht verschließen, damit Energie für Bürger und Wirtschaft dauerhaft bezahlbar bleibt", so Hundt.

Unterdessen forderte Schleswig-Holsteins SPD-Vorsitzender Ralf Stegner angesichts steigender Preise eine "Spekulationssteuer" für Energiekonzerne. Diese könnte "spekulationsbedingte Preisanteile verringern". Die derzeit verlangten Preise hätten nichts mit den realen Kosten der Konzerne zu tun. "Kein Wunder, dass sich die Bürger von den Konzernen verkohlt fühlen", sagte Stegner. Erforderlich sei mehr Wettbewerb. "Man darf sich nicht so abhängig machen von den großen Energiekonzernen, deren einheitliche Preispolitik den Eindruck erweckt, wir hätten es mit einem Kartell zu tun", sagte er.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
vegefranz (18.07.2008, 11:28 Uhr)
den ewiggestrigen KKW Gegnern entgegentreten
Es muss den den ewiggestrigen KKW Gegnern entgegentreten werden. Unsere Wirtschafts- und Sozialordnung wird ohne eine verlässliche Energieversorgung zusammenbrechen. Der notwendige Energie-Mix erfordert einen Anteil aus der Kernkraft. Seriöse Alternativen hat noch niemand vorgeschlagen
utospatz (16.07.2008, 22:17 Uhr)
Nun hat ein Beckstein schon so viel Haare
lass AsseII Wasser ihn trinken, liegt bald erauf der Bahre!
fladdy36 (16.07.2008, 12:42 Uhr)
herr hundt
glaubt auch noch an den weihnachtsmann.... das energie bezahlbar bleibt dafür neue AKW´s? Aua das tut schon weh.... bezahlbar bleibt energie nur dann wenn sie komplett staatlich wären..... aber das will ja auch niemand....
mutti1 (16.07.2008, 11:33 Uhr)
Altherrenriege+ Quotenfrau
ich empfehle denbundestagsmitgliedern wieder eine reise, und zwar zum sakopharg in tschernobyl, wo die nächsten 50 jahre noch sicherungsmaßnahmen zum schutz vor einsturz des überbaues geleistet u. bezahlt werden müssen. spenden sie herr beckstein und sie wissen ja schon, das sie nicht neben einem meiler wohnen werden u. auch ehe was passiert, geflüchtet sind , bzw. ehe es ruchbar wird.
und gestorben sind , ehe die altlasten bezahltsind.
vom volk, durch jetzt schon unberechtigt hohe inflationäre preise .solar energie gibt es schon preiswert. und die chinesen bauen doch schon , entgegen der deutschen, für uns anlagen.
ganzbaf (16.07.2008, 11:12 Uhr)
"Spekulationssteuer" = sehr gut.

Und zwar für ALLE Bereiche.
Energie ist zudem Hoheitsaufgabe, also:
verstaatlichen und Abgabe von Energie zum Selbstkostenpreis für einen gewissen Energie-Grundbedarf an alle privaten Haushalte mit Durchschnittseinkommen und darunter.
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