Grüne setzen auf Göring-Eckardt und Trittin

10. November 2012, 10:11 Uhr

Als erste Partei in Deutschland haben die Grünen ihre Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl bestimmt: Bundestags-Vizepräsidentin Göring-Eckardt und Fraktionschef Jürgen Trittin gewinnen die Urwahl.

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"Knallgrüner Wahlkampf": Fraktionschef Jürgen Trittin und Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt.©

Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt und Fraktionschef Jürgen Trittin sind die Spitzenkandidaten der Grünen für die Bundestagswahl 2013. Das haben die Mitglieder in der Urwahl entschieden, wie Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke am Samstag in Berlin bekanntgab.

Göring-Eckardts Erfolg kam überraschend. Sie errang bei der Urwahl der Parteimitglieder mit 47,3 Prozent ein unerwartet gutes Ergebnis. Trittin schaffte mit 71,9 Prozent das beste Resultat aller 15 Kandidaten. Auf Ko-Fraktionschefin Renate Künast entfielen 38,6 Prozent, auf Parteichefin Claudia Roth 26,2 Prozent.

Zur Urwahl waren außer den vier Führungspolitikern noch elf weithin unbekannte Parteimitglieder angetreten. Sie erzielten allerdings nur schlechte Resultate von zumeist weniger als einem Prozent. Insgesamt beteiligten sich knapp 61,7 Prozent der rund 60.000 Parteimitglieder

Ein "knallgrüner Wahlkampf"

Unter den insgesamt 15 Bewerbern waren auch 11 zuvor unbekannte Grünen-Mitglieder. Es war das erste Mal, dass eine Partei in Deutschland ihre Spitzenkandidaten per Urwahl bestimmte.

Bundesgeschäftsführerin Lemke versprach einen knallgrünen Wahlkampf. Das Ergebnis wertete sie als "Balance zwischen Kontinuität und Erneuerung". Lemke zeigte sich überrascht von dem guten Abschneiden Göring-Eckardts. Es sei nicht das Ergebnis, "das ich für am wahrscheinlichsten gehalten habe", sagte die Bundesgeschäftsführerin. Die Basis habe sich für die Balance zwischen den Parteiflügeln sowie die Balance zwischen Kontinuität und Erneuerung entschieden. Die bundespolitisch bisher weniger in Erscheinung getretene Göring-Eckardt gehört dem realpolitischen Flügel der Grünen an, Trittin zum linken Flügel.

Grünen-Chef Cem Özdemir geht nicht von einem Karriereknick bei den Verlierern aus. "Ich glaube, niemand geht beschädigt aus der Urwahl davor", sagte er der Deutschen Presse-Agentur vor Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses.

SPD: "Eine gute Wahl"

Mit Spannung wird erwartet, ob Roth nach ihrem schlechten Abschneiden bei der Urwahl sich erneut um den Parteivorsitz bewirbt. Die neue Spitze wird auf dem Parteitag in Hannover am kommenden Wochenende gewählt. Die SPD, die ein gemeinsames Regierungsbündnis mit den Grünen anstrebt, zeigte sich erfreut über das Ergebnis. "Das ist eine gute Wahl", erklärte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Göring-Eckardt und Trittin seien gute Wahlkämpfer. "Damit sind wir der Ablösung von Schwarz-Gelb einen großen Schritt näher gekommen."

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