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18. September 2005, 16:18 Uhr

Kreuzchen digital

Er sieht aus wie ein klobiger Kugelschreiber und könnte das Wählen revolutionieren: Der digitale Wahlstift wird an Hamburger Wahlurnen getestet.

Testlauf in Hamburg: Der digitale Wahlstift© Patrick Lux/DPA

In Hamburg ist nicht nur der Ausgang der Bundestagswahl spannend, sondern auch ein Test zur Erfassung der Stimmen: Als erstes Bundesland hat Hamburg am Sonntag in zwei Wahlbezirken in Wandsbek einen digitalen Wahlstift getestet. Er komme gut bei den Stimmberechtigten an, hieß es am frühen Nachmittag. Es kämen auch viele interessierte Bürger aus anderen Wahlbezirken, um an dem Verfahren teilzunehmen.

Mit Hilfe eines klobigen Kugelschreibers, der eine "technische Revolution" an den Wahlurnen auslösen könnte, werden die Kreuze auf den Stimmbögen digital gespeichert und an einen PC übertragen. Per Knopfdruck - und nicht mehr durch viele Helfer - kann nach Ende der Wahl das Ergebnis dann ausgezählt werden.

Für den Test - parallel zur normalen Stimmabgabe - waren rund 1800 Bürger eingeladen. Auch eine Delegation russischer Parlamentarier aus St. Petersburg schaute in Wandsbek vorbei, um den digitalen Stift genauer unter die Lupe zu nehmen. Hamburg und St. Petersburg verbindet eine Städtepartnerschaft, die 2007 ihr 50- jähriges Jubiläum feiert.

Nach Angaben der Wahlbehörde könnten die digitalen Stifte im Falle eines positiven Ergebnisses bei der Bürgerschaftswahl 2008 eingesetzt werden. Man hofft, dadurch die Auszählung zu erleichtern. Denn nach dem neuen Wahlgesetz in Hamburg hat jeder Wähler zehn Stimmen, die er an verschiedene Parteien und Kandidaten vergeben kann. Da mit überdimensionierten Stimmzetteln zu rechnen ist, erwartet die Wahlbehörde Probleme bei deren Auswertung sowie erhebliche Zeitverzögerungen bis zur Bekanntgabe der Ergebnisse.

DPA
 
 
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