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23. Juli 2010, 07:35 Uhr

Bürokratie verhindert sichere Ausrüstung

"Ein Drama" - so bezeichnet der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus, die Ausstattung der Bundeswehr im Afghanistan-Einsatz. Dringend benötigte Minenräum- oder Sanitätsfahrzeuge könnten nicht angeschafft werden, weil sie deutschen Zulassungsnormen nicht entsprächen.

Königshaus, Bundeswehr, Ausrüstung, Afghanistan

Beim Einsatz, eine Straße von Minen westlich von Kundus zu räumen, ist ein Fahrzeug der Bundeswehr steckengeblieben© DDP

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP), fordert für deutsche Soldaten in Afghanistan eine bessere Ausrüstung. Bislang scheiterten viele Anschaffungen an komplizierten Zulassungsverfahren, kritisierte Königshaus im Gespräch mit der "Sächsischen Zeitung". Als Beispiel nannte er ein Sanitätsfahrzeug auf Basis des Truppentransporters Dingo, das für die Bundeswehr nicht zugelassen werde, weil die Stehhöhe im Innenraum nicht ausreiche. Das Fahrzeug werde aber vom Österreichischen Bundesheer eingesetzt.

"Wir müssen abwägen zwischen der Alltagsgefahr, für die unsere deutschen Normen gedacht sind, und den im Einsatz existierenden Gefahren durch Beschuss oder Sprengladungen", sagte der Wehrbeauftragte. "Deshalb muss es eine Regel geben, die lautet: Wenn die Schutzwirkung im Einsatz höher ist als das Verletzungsrisiko im Alltagsbetrieb, dann muss die Schutzwirkung Vorrang haben."

Die Ausstattung der Bundeswehr im Afghanistan-Einsatz sei insgesamt ein Drama, sagte Königshaus. So fehlten auch Möbel für die Quartiere, Feldbetten, Gefechts- und Übungsmunition. "Das demotiviert die Leute natürlich schon sehr", sagte der FDP-Politiker. "Sie sind in einer exponierten Situation auch was die Sicherheitslage angeht und haben den Eindruck, dass sie vernachlässigt werden."

zen/DPA
 
 
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