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Ermittlungen gegen zwei Totenschänder

Nach der Totenschändung durch deutsche Soldaten in Afghanistan gibt es zwei Verdächtige. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Bundeskanzlerin Merkel hat mit Abscheu auf die Fotos reagiert.

Nach der Totenschändung durch deutsche Soldaten in Afghanistan hat die Bundeswehr zwei konkreten Verdachtsfällen nach. Bei einem soll es sich um einen Stabsoberhauptgefreiten der Reserve, bei dem anderen um einen Stabsunteroffizier handeln. "Beide werden im Moment verhört", sagte der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan. Das Verteidigungsministerium hatte zunächst keine Originalfotos zur Hand, wurde aber laut Schneiderhan von einem Soldaten informiert. Ein "Dienstgrad", der zu der Zeit der mutmaßlichen Totenschändung im Jahr 2003 im Einsatz gewesen sei, habe sich bei der Bundeswehr gemeldet.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Ermittlungen laufen nach Angaben von Verteidigungsminister Franz Josef Jung auf Hochtouren. Ein solches Verhalten deutscher Soldaten dürfe unter keinen Umständen geduldet werden. "Die Bilder erzeugen, wie ich finde, Abscheu und Entsetzen." Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, würden dienstrechtliche, disziplinarrechtliche und gegebenenfalls auch strafrechtliche Konsequenzen gezogen.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam leitete auf Grund der Fotos ein Ermittlungsverfahren ein. "Wir ermitteln gegen unbekannte Bedienstete der Bundeswehr wegen Störung der Totenruhe", sagte Sprecher Wilfried Lehmann. Die deutschen Soldaten in Afghanistan werden vom Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam aus befehligt.

Deutsche Soldaten in Afghanistan sollen nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung auf skandalöse Weise die Totenruhe eines Unbekannten gestört haben. Die Zeitung berichtete, sie habe Fotos erhalten, auf denen ein Bundeswehrsoldat einen Totenschädel hochhalte. Auf anderen Fotos sei ein Schädel auf einem Panzer des Typs "Wiesel" und in Zusammenhang mit einem Geländewagen zu sehen. Ein weiteres Foto zeigt zufolge einen Soldaten mit entblößtem Penis und Totenschädel. Die fünf veröffentlichten Aufnahmen zeigen deutsche Soldaten der Afghanistan- Schutztruppe (Isaf) in Tarnanzügen auf einer Patrouillenfahrt unter dem Kommando eines Feldwebels in der Umgebung der Hauptstadt Kabul. Auch zwei Stabsunteroffiziere seien beteiligt gewesen.

Bild: Echtheit ist überprüft worden

Der Zeitung zufolge entstanden die Fotos nach Aussage eines Bundeswehr-Angehörigen im Frühjahr 2003. Der gezeigte Schädel könne aus einem mutmaßlichen Massengrab in der Nähe von Kabul stammen. Unklar sei, ob es sich bei dem Totenschädel um sterbliche Überreste eines Afghanen oder eines russischen Soldaten handele, der während der sowjetischen Besatzungszeit 1979-1989 gefallen sein könnte. Die Echtheit der Bilder ist nach Angaben der "Bild"-Chefredaktion mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten geprüft worden. Eine Störung der Totenruhe kann mit einer Haftstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Merkel ist schockiert

Bundesregierung, Politiker aller Parteien im Bundestag und der Bundeswehrverband zeigten sich entsetzt und forderten harte Konsequenzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die mutmaßliche Totenschändung durch deutsche Soldaten in Afghanistan scharf verurteilt und ein hartes Durchgreifen gefordert. Merkel habe die Fotos als "schockierend und abscheulich" bezeichnet, sagte Vize- Regierungssprecher Thomas Steg am Mittwoch in Berlin. Das Verhalten sei durch nichts zu entschuldigen. Nun müsse "mit aller Härte und allen Konsequenzen" durchgegriffen werden. Ein solches Verhalten schade der Bundeswehr und "dem Ansehen unseres Landes".

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach von "abscheulichen Bildern" und verurteilte die mutmaßliche Schändung. "Ihr unverantwortliches und unentschuldbares Verhalten schadet dem Ansehen der Bundeswehr und unserem Land", sagte er. Auch andere Politiker von SPD, Union, FDP, Grünen und Linkspartei zeigten sich entsetzt. Der SPD-Obmann im Verteidigungsausschuss, Rainer Arnold, nannte den Vorfall inakzeptabel und forderte harte Konsequenzen.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), verlangte schnelle Aufklärung. Dies sei im Interesse der Bundeswehr, die in Afghanistan einen guten Ruf habe, sagte er im RBB. FDP-Chef Guido Westerwelle forderte disziplinarische Maßnahmen, warnte aber vor einer Verallgemeinerung der Vorgänge. Die Grünen- Fraktionsvorsitzende Renate Künast sagte: "So etwas darf bei der Bundeswehr nicht passieren." Der Grünen-Obmann im Verteidigungsausschuss, Winfried Nachtwei, nannte die Bilder "eine Schande". Da das Ministerium glaubwürdig eine Aufklärung zugesichert habe, sei der Vorfall noch kein Thema für einen Untersuchungsausschuss. Die Linkspartei-Abgeordnete Petra Pau zeigte sich "schockiert" von den Bildern.

Robbe fordert Aufklärung

Der Generalinspekteur sprach von einem nicht akzeptablen Verhalten, warnte aber vor einem "Pauschalangriff" gegen die innere Führung. "Wir sind nicht davor gefeit, dass Einzelne trotzdem sich in ganz besonderen Situationen fehl verhalten." Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, nannte die Fotos im ZDF "absolut abstoßend und Ekel erregend". Man müsse prüfen, wie "trotz guter Ausbildung und trotz guter Dienstaufsicht solche Entartungen und Entgleisungen" vorkommen könnten. Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe (SPD), sagte der "Bild"-Zeitung: "Es kann darauf nur eine Reaktion geben: sofortige und schonungslose Aufklärung."

AP/DPA/Reuters/AP/DPA/Reuters

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