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20. August 2007, 14:08 Uhr

SPD-Spitze will Freiwilligen-Armee

Es wäre faktisch die Abschaffung der Wehrpflicht: Die SPD-Spitze hat sich hinter Pläne zur Einführung einer Frewilligen-Armee gestellt. Einberufen soll nur noch werden, wer sich freiwillig meldet.

Zoom

Wehrpflichtige beim Gelöbnis© Frank Rumpenhorst/DPA

Die SPD-Spitze hat sich einmütig hinter Pläne zur Einführung einer Freiwilligenarmee gestellt. Nach Angaben aus Parteikreisen beschloss der Vorstand am Montag in Berlin einen entsprechenden Antrag für den Parteitag Ende Oktober. Im 44-köpfigen Gremium habe es drei Enthaltungen und sonst nur Zustimmung gegeben. Nach dem SPD-Plan soll die Wehrpflicht zwar theoretisch beibehalten werden. Doch würden faktisch nur diejenigen einberufen, die sich vorher zum Dienst bei der Bundeswehr bereit erklärten, so dass die Wehrpflicht faktisch abgeschafft würde. Der Dienst soll durch ein Bonussystem attraktiver werden, wonach die Dienstzeit auf Ausbildungszeiten angerechnet werden soll.

Das Kompromissmodell, das "freiwillige Wehrpflicht" heißt, soll beim Parteitag einen internen Streit beenden. Weite Teile der SPD, darunter die Jusos, hatten die Abschaffung der Wehrpflicht gefordert. Vertreter der Parteispitze, darunter Fraktionschef Peter Struck, waren für ihre Beibehaltung. Da die Union die SPD-Pläne jedoch scharf ablehnt, ist nicht mit einer schnellen Umsetzung zu rechnen. SPD-Chef Kurt Beck hatte das Konzept am Sonntag gegen Kritik verteidigt und erklärt, die erst mittelfristig realisierbaren Pläne seien mit höchsten Militärs intensiv besprochen.

Reuters
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Betonpaul (21.08.2007, 11:11 Uhr)
Eiertanz
Der Eiertanz der SPD um die Wehrpflicht zeigt wieder mal die Fähigkeit Kurt Becks zum organisierten Nicht-Stellung-beziehen.
Wir brauchen keine Wehrpflicht-Armee mehr. Wir brauchten eigentlich überhaupt keine Bundeswehr mehr. Aber da das ja nun mal politisch nicht durchsetzbar ist, sollte eine Berufsarmee geschaffen werden.
Dann muß auch keiner dieser Kommissköpfe sich beschweren, wenn er von schwachsinnigen Politikern nach Afghanistan abgeordnet wird, um sich dort in die Luft jagen zu lassen oder vor seinem Ableben noch die störungsfreie Abwicklung der Drogengeschäfte für Hamid Karsais Scheindemokratie-Regierung organisiert zu haben.
Bei der Gelegenheit: Wir könnten doch auch im Interesse einer Wehrgerechtigkeit den RAD (Reichsarbeitsdienst) wieder einführen. Der ist vor allen Dingen billiger, denn neben einer Uniform brauchen die nur noch einen Spaten und eine Hacke.
Und die dann noch fröhlich mit nach Afghanistan. Während dann die Bundeswehr den störungsfreien Mohnanbau sichert könnte der RAD dann die Mohnfelder jäten und den Ernteertrag nochmals steigern. Das trüge zur guten Laune der in Karsais Parlament versammelten Drogenbarone bei und uns' Angela würde sicher auch zur Belohnung bei Georgi Bush zum Steakessen auf die Farm eingeladen.
Und schon wäre die Welt wieder in Ordnung.
Roy05441 (20.08.2007, 16:30 Uhr)
Ist doch super!
Beck, Müntefering, Steinmeier & Co melden sich freiwillig!
Die Taliban stehen schon mit einem dementsprechenden Frühstücks-Bufett Gewehr bei Fuß.!
Schwaebin (20.08.2007, 15:51 Uhr)
Der Preis wird hoch!
Freiwilligen Armee schoen und gut! Aber dann muss der Wehretat noch mehr erhoeht werden, da man den zukuenftigen Soldaten dann nicht die ausgeleierte und veraltete Ausruestung der vergangenen Jahrzente zumuten kann.
Zahlen aus anderen europaeischen Staaten, die die Wehrpflicht abgeschafft haben, belegen dies.
Ausserdem, wer wird sich denn dann noch freiwillig melden? Doch bloss diejenigen, die auf dem freien Arbeitsmarkt eh keine Chance haben.
Ist doch heute schon so.
Wer will denn auch schon in Afghanistan enden?
Ice_Flame (20.08.2007, 15:33 Uhr)
zivi und bund für alle!
Vertrete auch schon ewig die Meinung, endlich Sozialdienst für Männlein wie Weiblein verbindlich vorzuschreiben!
Das mit dem direkt nach der Schule dürfte bei Hauptschulen ein großes Problem sein, denn man kann keinen 15 jährigen zum Bund schicken! Ich selbst war mit gerade 19 im Sommer 2005 schon einer der jüngeren, nur die Gymnasiasten aus m Osten waren noch ein Jahr jünger.
Dann gibts auch nicht mehr das rumgejammer, dass Leistungssportler ausgemustert werden, weil sie ja ach sooo schlimme Knieschmerzen haben, aber die 100m in 10 Sekunden laufen und 5 mal die Woche trainieren.
-Dagegen- (20.08.2007, 15:23 Uhr)
Berufsarmee!
Hat ziemlich gedauert, aber besser spät als nie. Die jetzige Praxis ist in Bezug auf die Wehrgerechtigkeit ohnehin problematisch.
longman (20.08.2007, 15:16 Uhr)
Zvildienst für alle statt Wehrdienst!
Raknarak's Ansatz ist genau richtig!
Jede/r macht ein soziales Jahr. Gleich nach Ende der Schulausbildung. Der Gleichheitsgrundsatz kann uneingeschränkt durchgesetzt werden. Das gibt Planungssicherheit für alle - Ausbilder und Lernende. Und nicht zuletzt für die Institutionen, die mit Zivis rechnen (müssen). Auf Jahre hinaus kann kalkuliert werden, je nachdem wie geburtenstark der Jahrgang war.
Niemand wird vom Wehrdienst zurückgestellt und in einer Warteschleife geparkt. Es besteht nicht die Gefahr, mitten im Studium zur "Fahne" gerufen zu werden und damit einen Wettbewerbsnachteil hinnehmen zu müssen. Betriebe neigen dazu, Männer
(!) ohne Wehr/Zivildienst gar nicht erst einzustellen. Das kann ein Riesenhandicap werden.
Außerdem weiß dann, wer sich zum Wehrdienst meldet, dass es für die/den richtig ernst werden kann. Parlamentarische Mandate, Militär-Kontingente für Auslandseinsätze zu bilden, werden nicht durch die Wehrpflichtigen-Frage behindert.
Ich denke, ein sog. Freiwilligen-Heer hat überwiegend Vorteile und sollte unbedingt vorangetrieben werden.
Noch in eigener Sache: Ich stehe eher links von der SPD - wenn's hier auch nicht so erscheinen mag ;-)
Raknarak (20.08.2007, 14:17 Uhr)
freiwillig zur bundeswehr finde ich gut!!!
aber der weg der eingeschlagen werden soll, den finde ich sehr löcherig.
es sollte generell ein soziales jahr (zivieldinst) für jeden eingeführt werden, männer wie frauen.
wer diesen dienst nicht antreten will, der sollte die möglichkeit haben zur bundeswehr zu gehen.
generell kann die ungerechtigkeit zwischen mann und frau, wo wir doch alle gleichberechtig sind, nicht so wie bisher weiter geführt werden.
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