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9. Februar 2009, 07:08 Uhr

Glos darf gehen - doch wer kommt?

Wirtschaftsminister Michael Glos wird heute um seine Entlassung bitten. Trotz anfänglicher Widerstände haben Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer dem überraschenden Rücktritt zugestimmt. Offenbar hat sich die Union bereits darauf geeinigt, wer die Nachfolge übernehmen soll.

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Bundeswirtschaftsminister Michael Glos verlässt das Kabinett© Michael Kappeler/DDP

CSU-Chef Horst Seehofer will am Montag den Nachfolger des amtsmüden Bundeswirtschaftsministers Michael Glos bekanntgeben. Die Entscheidung fällt nach Informationen aus Unionskreisen zwischen Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg und dem bayerischen Finanzminister Georg Fahrenschon. Zunächst soll die Führungsspitze der Partei informiert werden. Nach dem überraschenden Rückzugsgesuch von Glos muss die Große Koalition damit mitten in der schweren Wirtschaftskrise den zuständigen Minister auswechseln.

Seehofer traf sich am Sonntagabend mit Glos und dem Berliner CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer in der Staatskanzlei in München. Glos sagte anschließend: "Es gibt eine sehr gute Lösung, die ich sehr gut mittragen kann." Namen nannte er nicht. Er werde Merkel am Montagmorgen bitten, ihn Bundespräsident Horst Köhler zur Entlassung vorzuschlagen. Ramsauer sagte, es habe eine Einigung "in allerbestem Einvernehmen, völlig zielsicher" gegeben. Die Münchner "Abendzeitung" meldete, es gebe bereits eine Festlegung auf Guttenberg. Ramsauer hatte den Kreisen zufolge das erste Zugriffsrecht auf den Posten, lehnte aber ab.

Guttenberg will Absicherung

Kandidat Guttenberg stellt offenbar bereits Bedingungen an die mögliche Amtsübernahme: Guttenberg knüpfe seine Bereitschaft zum Wechsel nach Berlin an eine Absicherung für die Zeit nach der Bundestagswahl, meldete die "Süddeutsche Zeitung" auf ihrer Internetseite und berief sich dabei auf CSU-Kreise. Dazu könne die Zusage von Parteichef Horst Seehofer gehören, dem Glos-Nachfolger nach der Wahl im Herbst den Posten des Landesgruppenchefs im Bundestag anzubieten.

Glos hatte seinen Rücktritt überraschend am Samstag angeboten. Seehofer lehnte die Rückzugsbitte zunächst ab. Am Sonntag einigten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Seehofer jedoch darauf, Glos abzulösen. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, er wolle im Juni auch sein Amt als CSU-Bezirkschef in Unterfranken aufgeben.

Persönliche Gründe für Rücktritt

Der 64-jährige Glos hatte in einem Brief an Seehofer als Gründe für seinen Schritt sein Alter und seine persönliche Lebensplanung genannt. Nach dpa-Informationen spielte auch das seit langem zerrüttete Verhältnis zu Seehofer eine Rolle.

Der Koalitionspartner SPD hatte eine schnelle Entscheidung der Union über die Nachfolge von Glos verlangt. "Da muss wieder Ordnung geschaffen werden", sagte Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier in der ARD. "Wir brauchen in dieser Lage einen handlungsfähigen Wirtschaftsminister."

Der frühere langjährige CSU-Landesgruppenchef Glos war nur Wirtschaftsminister geworden, weil der damalige CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber nach der Wahl 2005 einen Wechsel nach Berlin überraschend abgelehnt hatte.

DPA/AP/Reuters
 
 
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