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Energisches Dementi: Die beiden hessischen SPD-Rebellen Jürgen Walter und Carmen Everts wollen angeblich doch keine eigene Partei gründen. Entsprechende Berichte seien "völlig an den Haaren herbeigezogen".
Um kurz nach zehn Uhr am Montagvormittag klingelt das Telefon von Andrea Ypsilanti: Genossin Carmen Everts teilt mit, dass vier Fraktionsmitglieder Ypsilantis Wahl zur Ministerpräsidentin nicht unterstützen würden. Dann folgte die politische Kernschmelze der hessischen SPD. Ein Tag in Wiesbaden.
Ein Bezirk der hessischen SPD hat gegen zwei der vier Abweichler Parteiausschlussverfahren eingeleitet. Carmen Everts und Jürgen Walter gehörten zu den Abgeordneten, die Andrea Ypsilanti nicht zur Ministerpräsidentin wählen wollten.
Wie soll es nach dem Scheitern von Andrea Ypsilanti in Hessen weitergehen? Grüne und FDP befürworten Neuwahlen, eine denkbare Jamaika-Koalition kommt wohl nicht zustande. Ein SPD-Ortsverein hat gegen die vier Rebellen, die die Machtübernahme verhindert haben, ein Ausschlussverfahren eingeleitet.
Andrea Ypsilanti ist mit ihrer Koalition an vier Abweichlern aus der eigenen Partei gescheitert - Hessen hat noch immer keine neue Regierung. Wie geht es weiter? Fest steht: Neuwahlen gibt es nicht automatisch. stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen zur politischen Situation in Hessen.
Ein Jahr nach ihrem tiefen Sturz steckt die hessische SPD in einem komplizierten Genesungsprozess, der noch lange nicht beendet ist. "Wir liegen nicht mehr am Boden" - soviel konnte der Partei- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel am Dienstag immerhin vermelden.
Meldungen einer angeblichen sozialliberalen Abspaltung von der SPD haben für neue Unruhe in der gerupften Partei gesorgt. Die Wahlschlappe vor Augen, planen manche Genossen längst für eine neue Zeit.
Die SPD hat mittlerweile Übung in der Trümmerbeseitigung. In Hessen holte sich die Partei demütig ihren Denkzettel ab - doch nicht nur das eigene Ergebnis ist eine Katastrophe für die Sozialdemokraten. Mit dem Aufstieg der FDP steht für die SPD alles auf dem Spiel, wofür sie kämpft.
Die Hessen-SPD kommt nicht zur Ruhe. Vor der geplanten Wahl von Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin sollen laut einem Zeitungsbericht Abgeordnete unter Druck gesetzt worden sein: Sie sollten ihre Stimmabgabe angeblich per Handyfoto dokumentieren.
Der Neuwahl in Hessen steht nichts mehr im Wege: Erwartungsgemäß löste sich der Landtag in Wiesbaden selbst auf. Versuche der SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti, eine rot-grüne Minderheitsregierung mit Duldung der Linken zu bilden, waren mehrfach gescheitert. In der letzten Landtagsdebatte ging es noch einmal hoch er.
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