Rund 92 Stunden nach seiner Abfahrt in Frankreich hat der Castortransport mit 123 Tonnen Atomabfall das Zwischenlager Gorleben erreicht. Verpassen Sie nichts - im Liveticker von stern.de
Alle LKW sind in das Zwischenlager Gorleben eingefahren, die Tore haben sich hinter den Lkw geschlossen. Um 9.52 Uhr passiert der letzte Tieflader die Einfahrt. Mit einer Gesamtdauer von beinahe vier Tagen war der elfte Castortransport von La Hague nach Gorleben der bislang längste überhaupt.
Nach rund 92 Stunden hat der Castortransport das Zwischenlager Gorleben erreicht. Gegen 09.47 Uhr trifft der von starken Polizeikräften gesicherte Lkw-Konvoi mit den elf Behältern mit 123 Tonnen hochradioaktivem Atommüll in Gorleben ein.
Der Castortransport mit 123 Tonnen hochradioaktivem Atomabfall geht auf die letzte Etappe: Die elf Tieflader verlassen den Verladebahnhof im niedersächsischen Dannenberg, um die letzten 20 Kilometer bis zum Atommüll-Zwischenlager Gorleben auf der Straße zurückzulegen. Der Konvoi bewegt sich über die nördliche der beiden möglichen Routen Richtung Gorleben. Sie führt über Quickborn und Langendorf nach Grippel, wo sie auf die Südroute trifft.
Die Polizei hat die Blockade vor dem Zwischenlager Gorleben vollständig geräumt. Auch Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood, die sich an Seilen über die Zufahrtsstraße gehängt hatten, haben die Einsatzkräfte nach dreieinhalb Stunden heruntergeholt. Damit ist der Weg für den Castor-Konvoi aus dem Verladebahnhof Dannenberg frei. Auf der Zufahrtsstraße hatten zeitweise bis zu 4.000 Menschen fast 45 Stunden auf Strohsäcken und Isomatten ausgeharrt.
Mehr als elf Stunden nach dem Beginn der Greenpeace-Blockade des Verladebahnhofs Dannenberg durch einen als Bierlaster getarnten Lkw holt die Polizei die beiden einbetonierten Aktivisten aus dem Laster. Die Einsatzkräfte hatten Presslufthämmer und Trennschleifer gebraucht, um die Aktivisten aus dem Beton zu lösen. Bereits eine Stunde zuvor hatten Polizisten die ersten der ursprünglich fünf Mitglieder der Umweltorganisation aus dem acht Meter langen umgebauten Brauereifahrzeug entfernt.
Die Polizei beginnt mit der Räumung der Blockade vor dem Zwischenlager in Gorleben. Nachdem sie die Demonstranten zum dritten und letzten Mal aufgefordert hat, das Areal zu verlassen, fangen die Einsatzkräfte an, die ersten Castor-Gegner von der Straße zu tragen. Nach ihren Angaben belagern etwa 3000 Atomkraftgegner die Straße, die Kampagne "X-tausendmal quer" spricht von etwa 4000.
Die Betonpyrmide ist beseitigt. Nach knapp fünf Stunden hat die Polizei das Hindernis, an dem sich vier Aktivisten der "Bäuerlichen Notgemeinschaft" mit ihren Armen festgekettet hatten, entfernt. Mit einem Hubwagen wurde der etwa 1,50 Meter hohe Block angehoben und von der Straße gezogen.
Spezialkräfte der Polizei versuchen, die Greenpeace-Blockade an der Ausfahrt des Verladekrans für den Castortransport in Dannenberg mithilfe von Trennschleifern zu beenden. Zeit spiele dabei keine Rolle, betont ein Sprecher der Einsatzkräfte. Wichtig sei, dass kein Demonstrant verletzt werde.