. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
10. Oktober 2008, 10:48 Uhr

Bundestagswahl wird im Osten entschieden

Die Renten sollen steigen im Osten; und zwar auf das Niveau der alten Bundesländer. Das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor dem Ost-Perspektivkongress der Bundes-CDU zugesichert. Ein Versprechen mit Blick auf die Bundestagswahl. Denn die Union fürchtet, die Wahl im Osten zu verlieren.

Rentenversprechen für den Wahlsieg: Bundeskanzlerin Merkel fürchtet um Simmen aus dem Osten© Miguel Villagran/AP

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Ostdeutschen unmittelbar vor dem Ost-Perspektivkongress der Bundes-CDU die Angleichung der Renten an das Niveau in den alten Bundesländern zugesichert. Die "Leipziger Volkszeitung" zitiert die Kanzlerin mit den Worten: "Es muss zu einer Ost-West-Systemangleichung bei der Rente kommen." Gerade in diesen Fragen habe sich bis jetzt gezeigt, dass die Große Koalition sie wirksam lösen könne. "Darauf setze ich auch in dieser Frage", so Merkel.

Das Abschneiden ihrer Partei bei der nächsten Bundestagswahl hängt laut Merkel vom Abschneiden der CDU in den neuen Bundesländern ab. "Wir werden einen gesamtdeutschen Wahlkampf führen, aber wir werden die Besonderheiten der ostdeutschen Länder dabei nicht außer Betracht lassen", sagte sie. Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hatte im Laufe der Woche erklärt, für Merkel könne die Bundestagswahl im Osten gewonnen oder aber auch verloren werden.

Bekenntnis zum Solidarpakt gefordert

Im "Deutschlandfunk" forderte Tillich am Freitag ein klares Bekenntnis zu weiteren Hilfen für den Aufbau Ost. Das Geld aus dem bis 2019 laufenden Solidarpakt II sei notwendig, um die hohe Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern zu bekämpfen, sagte der Ministerpräsident. Zugleich forderte Tillich seine Partei auf, die gesamte Lebensleistung der Menschen in Ostdeutschland anzuerkennen. Schließlich sei der Osten bei Bundestagswahlen das Zünglein an der Waage.

Die CDU veranstaltet am Freitag in Dresden einen Kongress über die Perspektiven für die neuen Länder, um sich auf den harten Wahlkampf vorzubereiten. Die aus Ostdeutschland stammende Regierungschefin verteidigte vorab die Integration der DDR-CDU und der Bauernpartei in die gesamtdeutsche CDU nach 1990. Dabei habe sich die Partei mühsam mit ihrer DDR-Vergangenheit auseinandergesetzt. Die Linkspartei im Osten habe diese Auseinandersetzung nicht geführt, behauptete Merkel in der "Leipziger Volkszeitung".

Tiefensee: Rolle als Blockpartei ausgeblendet

Dagegen warf der für den Aufbau Ost zuständige Bundesminister Wolfgang Tiefensee (SPD) der CDU vor, ihre Rolle als Blockpartei in der DDR auszublenden. Die mit der kommunistischen SED verbündet gewesenen Parteien seien mitverantwortlich für das Desaster der DDR, sagte er der "Sächsischen Zeitung". "Die Menschen haben nicht nur gegen die SED, sondern auch gegen die Blockparteien demonstriert."

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
ramteid (13.10.2008, 11:43 Uhr)
Taktische Äußerung
Im Moment hat sie ganz andere Probleme. Nur eine Mutmacheräußerung an den Tagungsort. Angleichung ist auh so ei merkwürdiger Ausdruck. Es gibt Dinge, ie sind in den alten Bundesländern besser und es gibt Dinge (bedingt), die ssind in den neuen Ländern besser. Führend in den neuen Ländern lt. neuester Umfrage Die Linke mit 1% vor der CDU. Da muss die CDU gewaltig aufpassen. In einem Punkt sind die neuen Länder wesentlich vorsíchtiger, sicher aus Erfahrung, die Grünen kommen auf 5 %. Das ist zwar noch 1 % zuviel, aber immerhin die richtige Richtung.
UweBerlin (12.10.2008, 21:27 Uhr)
Kompliment Frau Merkel!
Gut 3 Jahre Aussitzen als Kanzlerin, nach 18 Jahren den Osten entdecken - und bei Kohl als Ministerin auch schon reichlich (u.a. Morsleben....) gepennt.
raskas (10.10.2008, 23:45 Uhr)
Vorteil für Ostrentner
Die Stimmen, die Frau Merkel meint, in den neuen Bundesländern zu gewinnen mit der Ankündigung der Angleichung der Renten an das West-Niveau, wird sie deswegen in den alten Bundesländern verlieren. Denn hier herrscht die nicht ganz unbegründete Meinung vor, dass die Ost-Rentner schon jetzt viel zu gut wegkommen. Denn Mieten und allgemeine Lebenshaltungskosten liegen im Gebiet der früheren"DDR" deutlich unter West-Niveau.
balldurian (10.10.2008, 22:48 Uhr)
Kommt die 'D-Mark' nicht hierher ...
... und am Besten noch ein paar bananen hinzupacken ...
raskas (10.10.2008, 20:41 Uhr)
Sehr glaubwürdig!
Erst werden die Beiträge zur Krankenversicherung massiv erhöht, weil das Kabinett unter Merkels Führung (der Gesundheitsfonds ist ihr Projekt) wieder einmal nur Pfusch zustande gebracht hat, den der Bürger teuer bezahlen muss. Und nur vier Tage später sorgt sich die Kanzlerin plötzlich wieder um die "Menschen" und spricht davon, dass die Ost-Renten steigen sollen. Wer soll denn das noch glauben?
knilch_59 (10.10.2008, 20:35 Uhr)
@Aaron71 (10.10.2008, 19:41 Uhr)
Ja, meine Weisheiten stammen aus der gleichen Mottenkiste. Das ist übrigens die gleiche wie die der politischen Führer fast aller Industrienationen. Unter den G7-Ländern macht lediglich Italien eine Ausnahme. Sie erinnern sich, das ist das Land, das so viele Jahre von Christdemokraten und anderen Mafiaorganisationen geleitet wurde und wo die Rolle der cemocracia christiana jetzt von solch weisen Anführern wie Berlusconi übernommen wird. Sie, lieber Aaron, sollten Ihr Hirn lieber mal zum Selbstdenken statt zum Abprolen primitiver Rechtsparolen verwenden!
Aaron71 (10.10.2008, 19:43 Uhr)
Ost Rentner..
...haben tatsächlich aufgrund längerer Beitragszeiten heute oftmals höhere Renten als im Westen. Dafür konnten sie im Gegensatz zu den West-Rentnern 40 Jahre lang kein nenneswertes Vermögen aufbauen.
Aaron71 (10.10.2008, 19:41 Uhr)
@knilch
...soso, der Mindestlohn führt also zu Lohnerhöhungen? Ihre wirtschaftlichen Weisheiten stammen offenbar aus der gleichen Kiste wie die des Weltökonomen Lafontaine. Der Mindestlohn würde im Osten in erster Linie Arbeitsplätze vernichten, da die meisten Unternehmen im Osten rentabilitätsmässig an der Untergrenze liegen.
ganzbaf (10.10.2008, 17:26 Uhr)
Schweinerei...

Im Osten gibts vergleichsweise - real - 15% höhere Renten!
Ging neulich durch die Presse.
Mittlerweile haben wie mehr Rentnerarmut im Westen, Pfui!
knilch_59 (10.10.2008, 14:43 Uhr)
Das kann doch nicht ihr ernst sein!
Faktisch (!) sind die Ost-Renten schon auf Westniveau. Weil dort das Rentnerehepaar von zwei – jede für sich niedrigeren – Renten wirtschaften kann. Im Westen hingegen hat regelmäßig er die höhere, sie die niedrigere Rente. Auch bei Hinterbliebenenrenten das gleiche Bild. Dadurch, dass auch Frau im Osten eigene Rentenversicherungsansprüche aufgebaut hat, ist sie insgesamt nicht schlechter versorgt als die Wessi-Frau. Gekniffen sind im Quervergleich allenfalls Ledige, Doppelverdiener ohne Kinder (die haben aber regelmäßig ohnehin eine ziemlich hoher Rente) und überlebende Männer – nur ein kleiner Teil der Ossi-Rentner ist – trotz unterschiedlicher Rechengrößen – tatsächlich wirtschaftlich benachteiligt.
.
Da zeigt sich die Verlogenheit unserer gewendeten Ex-FDJ-Sekretärin. Als Ministerin unter Kohl sorgt sie für die Einführung der Sonderwirtschaftszone Ost mit niedrigeren Löhnen usw. Durch Flexibilisierung der Märkte betreibt sie die Lohnanpassung nach unten, muss aber feststellen, dass das immer noch nicht reicht. Und diese – von ihr persönlich mit zu verantwortende – „Gerechtigkeitslücke“ will sie jetzt damit ausgleichen, dass die Ost-Rentner mehr bekommen. Na dann raten wir mal, wer das finanzieren soll. Das werden weder die Bankmanager noch die Politiker sein!
.
Wenn sie ernsthaft einmal in der Legislaturperiode etwas richtig machen wollte, würde sie den einheitlichen Mindestlohn einführen. Diese „Schamgrenze“ nach unten, was Arbeit in der Gesellschaft mindestens wert sein muss, wäre auch ein Zeichen für eine angemessene Entlohnung qualifizierterer Tätigkeiten. Dann würden sich über Lohnerhöhungen usw. auch Rentensteigerungen beim besten Willen nicht mehr vermeiden lassen, gelle „Mädchen“?!
.
Im Osten droht der CDU der Abstieg zur Drittstärksten Kraft. Jetzt sollen dort die Wählerstimmen gekauft werden. Bitte, lasst uns gemeinsam nicht so blöde sein, diesen Plan aufgehen zu lassen!
MEHR ZUM ARTIKEL
Forsa-Umfrage Bayern-Debakel zieht CDU runter

Die Bayernwahl und das desaströse Abschneiden der CSU schlägt auf Berlin durch: Nach der neuen Forsa-Umfrage des stern verliert die Union binnen einer Woche vier Prozentpunkte. Größter Gewinner ist die FDP, die SPD profitiert kaum. Überraschende Ergebnisse brachte eine gesonderte Umfrage zu den Freien Wählern. mehr...

Bevölkerungsschwund Verwelkende Landschaften

Blühende Landschaften oder verwelkte Ödnis - wie sieht Europa in einigen Jahren aus? Eine neue Studie hat die Regionen des Kontinents untersucht und eine Rangliste der Ecken mit und ohne Zukunft erstellt. Danach ist und bleibt Ostdeutschland die Krisenregion Europas. mehr...

Forsa-Umfrage Deutsche hadern mit der Demokratie

Die meisten Deutschen halten die Demokratie für die richtige Staatsform. Nur wie sie in Deutschland umgesetzt wird, damit ist eine Mehrheit unzufrieden. In Ostdeutschland ist der Ärger über die Umsetzung besonders hoch. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe