. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
29. Juni 2009, 15:39 Uhr

Merkel zähmt "Steuerrebellen"

Die "Steuerrebellen" in der CDU geben klein bei. Angela Merkel ruft zur Geschlossenheit auf und hat zumindest bei Günther Oettinger Erfolg. Der will von Steuererhöhungen erstmal nichts mehr wissen. Ein anderer Querulant sagte den Wahlkongress der Union wegen Zahnschmerzen ab.

Merkel, CDU, Oettinger, Steuerstreit

Vorne ernst, hinten lustig: Die Unionsspitzen Angela Merkel und Horst Seehofer ziehen an einem Strang. Im Hintergrund die Minister Karl-Theodor zu Guttenberg und Ursula von der Leyen© Steffi Loos/DDP

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum Wahlkampfauftakt die geplanten Steuerentlastungen gegen scharfe Kritik verteidigt und die Union zur Geschlossenheit aufgerufen. "Wir haben ein Ziel, und das heißt unser Land aus dem Tal schnell wieder herauszubringen", sagte die CDU-Vorsitzende am Montag auf einem CDU/CSU-Wahlkongress in Berlin.

Das am Sonntag beschlossene Unions-Programm sieht für die nächsten vier Jahre nach riesigen Haushaltslöchen und Schulden Steuersenkungen von insgesamt 15 Milliarden Euro vor. Ein präziser Termin und Hinweise auf eine Gegenfinanzierung finden sich in dem Papier nicht. Steuererhöhungen soll es nicht geben. Darüber war es in der Union zu heftigem Streit gekommen.

Nachdem Milliarden Euro in die Abfederung der Krise gesteckt worden seien, sei der Weg heraus genauso wichtig, argumentierte Merkel. "Deshalb müssen wir mit außergewöhnlicher Fantasie in den nächsten Jahren weitermachen." Es gehe um Haushaltssanierung, Investitionen in Bildung und moderate Entlastungen. CSU-Chef Horst Seehofer sicherte ihr volle Unterstützung zu.

Baden-Württembergs Regierungschef Günther Oettinger gab klein bei. Er rückte von seiner Forderung nach einer höheren Mehrwertsteuer für bestimmte Produkte ab. "Dass wir keine Steuern erhöhen, akzeptiere ich voll und ganz", sagte der CDU-Politiker am Montag im Anschluss an den Wahlkongress. Dies stehe im Unions-Wahlprogramm. "Wir sollten die Steuern dann senken, wenn es möglich wird, dann bleiben Steuererhöhungen mit Sicherheit unnötig." Er werde sich aber dafür einsetzen, den Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie zu prüfen und wenn möglich zu senken. Oettinger hatte ins Gespräch gebracht, die ermäßigte Mehrwertsteuer von 7 Prozent zu erhöhen und den vollen Satz für Gaststätten von 19 Prozent zu senken. Dieser Vorstoß war in großen Teilen der Union auf Ablehnung gestoßen.

Der zweite "Steuerrebell" der Union fehlte auf dem Kongress wegen Zahnschmerzen. Sachsen-Anhalts Regierungschef Wolfgang Böhmer hatte einen höheren Spitzensteuersatz vorgeschlagen. Angesichts der Vorschläge ihrer Landesfürsten, mahnte die CDU-Vorsitzende denn auch zu mehr Geschlossenheit. "Manchmal braucht man auch ein bisschen Querdenken", sagte Merkel zwar in ihrer halbstündigen Rede. Davon müsse es in den 90 Tagen bis zur Wahl aber nicht so viel sein.

Von der linken Seite gab es jede Menge Kritik an der Union. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil bezeichnete ihr Wahlprogramm als "Mogelpackung" und "dünne Suppe". Mit ihren Versprechen von Steuersenkungen habe die Union "jeden Kompass verloren". Nach Ansicht von Heil sind die Steuerpläne von CDU und CSU nur über einen breiten Sozialabbau zu finanzieren. Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, nannte das Steuerkonzept einen "großen Bluff".

Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast widerum sagte in Berlin, die Wähler glaubten Ankündigungen von Steuersenkungen nicht. Sie gab der Union Mitschuld an der Rezession: "Die Finanzkrise trägt einen Namen, und der heißt Angela Merkel."

DPA/ben
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
ganzbaf (30.06.2009, 08:11 Uhr)
Die CDU...

kann nicht mit Geld umgehen...;-P
Die Megaschuldenkanzlerin kann nur Sozialhilfen an Megareiche verteilen ))-:
Angel_of_Mercy (29.06.2009, 19:04 Uhr)
@UThome
Nicht vergessen. Sie werden auch einmal einer von diesen "Prassern" sein. Sie sind ein gutes Beispiel dafür, wie leicht sich Menschen von Politik und Medien an der Nase herumführen lassen. Den Rentnern geht es nicht anders als den Arbeitern und Angestellten. Auch sie haben an Realeinkommen durch Inflation, Steuer- und Abgabenerhöhung verloren.
Das Sie heute im Gegensatz zu früher mehr belastet werden liegt doch nicht an den Rentnern. Es liegt an unseren Politikmarionetten, welche gelenkt von Banken und Konzernen fleißig dafür sorgen, dass sich immer mehr Kapital in den Händen von wenigen sammelt und immer weniger für die Mehrheit bleibt.
Sie sollten sich eher mit den Rentnern verbünden und mehr Vollzeitarbeitsplätze mit gerechter Entlohnung fordern. Dazu ein Steuersystem, welche das sinnlose Akkumulieren von Kapital einschränkt und es stattdessen gerechter auf die Mehrheit der Bevölkerung verteilt und dem Staat wirklich volle Kassen beschert.
Aber es lässt sich ja leichter auf den Rentnern und den "Sozialschmarotzern" rumhacken.
Jetzt noch was zum Artikel oder besser zu dem verwendeten Bild. Sieht aus wie eine Familie beim Fernsehgucken oder Public Watching. Papa Merkel, Mama Merkel, Tante Merkel und Bub Merkel lassen sich vom Volk unterhalten. Das Papa Merkel keinen so glücklichen Eindruck macht liegt wohl daran, dass er wohl lieber Überstunden mit einer Sekretärin machen würde.
utospatz (29.06.2009, 18:04 Uhr)
Gibt es tatsächlich noch einen Wähler
in dieser Republik, der sich Sonntags am 27ten Neunten an die Urne quält, um dank Christi sein Glaubensgelübde zu bekräftigen? Wer glaubt wem, wer schröpft mich weniger? Seit dreieinhalb Jahrzehnten entweder christsozial, oder sozialdemokratisch verarscht!
Die Grünen sind seit Jahren nach der Öko-Revolution beim Pulloverstricken erstickt, die freien Demokraten mit ihrer Bauchrednerpuppe der Industrie fast schon an müden Sprüchen erstickt! Das ist Alles, was den Urnenquäler entzückt!
UThome (29.06.2009, 17:16 Uhr)
Leben auf Kosten der Kinder und Enkel !!!
Keine weiteren Steuerbelastungen, ja sogar Steuersenkungen, heißt doch ganz krass das die Jungen das bezahlen müssen und zwar über mindestens 2 Generationen und das bei garantierten Rentenansprüchen. Hier soll eine ganze Generation auf Kosten der Kinder und Enkel prassen.
kabelmann (29.06.2009, 16:51 Uhr)
Die große Suche....
....der Medien nach Merkels "Machtwort"
Ich bin gespannt, wann endlich mal nichts hochgeschrieben wird, sondern die Kanzlerin mal wirklich was tut. Ich hoffe, der Stern auch.
MEHR ZUM ARTIKEL
SPD-Kritik Wahlprogramm der Union ist ein "Armutszeugnis"

Schon vor der offiziellen Präsentation schlägt das Wahlprogramm der Union hohe Wellen. Das Programm sei ein "Armutszeugnis" und enthalte "keine Idee für die Zukunft des Landes", kritisierte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. Insbesondere die darin versprochenen Steuersenkungen seien unrealistisch. mehr...

CDU-Wahlprogramm Merkel bremst Landesfürsten aus

Niederlage für Horst Seehofer: Im Wahlprogramm der Union wird kein konkretes Datum für Steuersenkungen stehen. Bundeskanzlerin Merkel erteilte auch den Ministerpräsidenten Oettinger und Böhmer eine Abfuhr. Sie hatten eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ins Spiel gebracht. mehr...

Hintergrund Das Wahlprogramm der Union

Das gemeinsame Wahlprogramm von CDU und CSU steht im Zeichen der Wirtschaftskrise und nennt als zentrales Ziel nachhaltiges Wachstum. Die Eckpunkte. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe